Plattenkritik

Within Your Pain - Ten Steps Behind

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Release Date: 20.05.2011
Datum Review: 21.07.2011

Within Your Pain - Ten Steps Behind

 

Ihr kennt das doch sicher. Man geht auf einen Gig. Beim Headliner handelt es sich um eine beliebige populäre Metalcore-Kapelle. Am Tag des Konzerts fährt man extra eine Stunde früher los, man will ja nicht zu spät kommen denn das letzte Mal gabs auf der Route einen fetten Stau. Wie es das Schicksal, die Stadt oder der LKW-Fahrer vor uns so will, schaffen wir nahezu Unmögliches. Überpünktlich erscheinen wir zum, auf zahlreichen Plakaten terminierten, Einlass. Da herrscht Freude, endlich auch mal die Bands aus dem "Underground" sehen. Und pünktlich geht es dann auch los, was ja irgendwie auch schon ein kleines Wunder ist. Auf der Bühne steht ein Quintett mit bunten T-Shirts, bösen Rauschebärten und vielfältigen wie hässlichen Tätowierungen.

"Hello, we are WITHIN YOUR PAIN from Italy! The next song is called "Sometimes Fuck Is The Only Word"!" Ganz schön dumpf, der Sound. Etwas unbeholfen wirken die Jungs auch. Schließlich war jeder mal jung. Jetzt stellen die Jungs sich einzeln vor. Oha, "Die" an der Gitarre und "TheHate" am Bass. Wie schon gesagt, jeder war mal jung. Die Songs könnten jetzt aber echt besser sein und der Gesang hört sich auch nicht gerade prickelnd an. In einem, vom italienischen Akzent geprägten, Englisch erklärt er uns einer der Italiener, dass seine Band einen Mix aus Metal, Mosh- und Hardcore spielt. "Without compromise!"

Nach dem Gig, den ich schnellsmöglich wieder vergessen hab, flattert drei Jahre später tatsächlich eine Promo der besagten Truppe ins Haus. Tatsächlich hat sich am Sound nichts geändert, die peinlichen Pseudonyme sind auch geblieben. Positiv gesagt: sie sind im Herzen jung geblieben. Andererseits vermisst man schon einen gewissen Reifeprozess.

Zugegeben, die Geschichte ist rein fiktiv. Aber genau so hätte sie sich abspielen können. Die Gesichte einer der zahllosen, identitätslosen Metalcore-Bands da draußen.

Tracklist:

1. Welcome
2. Sorry But We Are Still Here
3. No Dream We Can Trust In
4. Barbra Buchet
5. Traitor
6. Destroy / Erase / Embrace / Despise
7. Until The End
8. This Quiet Silence
9. Ghost Of Myself
10. This Void Inside
11. Sometimes Fuck Is The Only Word

Alte Kommentare

von Domme 22.07.2011 01:39

Nette Reviewidee! - Und nett heißt hier durchaus gut!

von Tomme 28.07.2011 12:27

Ich war auf dem Konzert. Bel leben. Gute Platte. Nizza-Band.

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Enrico

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Je ne sais pas. Ein Hoch auf meine Standardantwort im Französischunterricht in der Schule.

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