Plattenkritik

Wolves At Bay - I Was The Devil Once

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Release Date: 16.04.2013
Datum Review: 15.04.2013

Wolves At Bay - I Was The Devil Once

 

Erleuchtender Punkrock ohne Plan B, der vor Schmerzen das Gesicht verziehen würde, wenn bloß jemand zusehe. Gelernt haben WOLVES AT BAY ihr Leben lang. Bisher. Nun wollen sie ihre Erfahrungen an alle Pessimisten und Klugscheißer weiterreichen.

Mit kläglicher Stimme oder billigem Pfund kommt man da auch an der US-Ostküste nicht weiter, weiß das Trio um William Hayes, Kevin Rodriguez und Drummer Matt Smith. Also Bücher raus und fleißig mitnotiert, verstanden und verpackt – was MAKE DO AND MEND oder SMALL BROWN BIKE mit viel Herz und noch mehr Druck auf der Halsader hervorstoßen, soll auch zu dritt anklingen und berühren: So wirkt „Hide Like My Friends“ erst wie aufgescheuchte BRAND NEW, die James Carroll dann zur Mitte hin zu zerreißen versucht, „Hollow“ tänzelt sich heimlich und träge im Midtempo – weit vorbei an Emo-Fingerzeigern und sauberen Bügelfalten. „I Was The Devil Once“ bringt ganze sechs Songs unter, die zusammen die dritte EP-Veröffentlichung der Band aus Hamden, Connecticut bilden.

Viel Zufriedenheit scheint Frontmann Hayes seinem bisher errichteten Dasein nicht abgewinnen zu können – so zerren WOLVES AT BAY oft und nachvollziehbar ihre Liebe für HOT WATER MUSIC und Konsorten durch die Pfütze – oder sogar durch die eigene verzweifelte Visage. „Forget Who I Was“ räumt nach dem gesänftigt bollernden Schlüsselsong „Know Why“ mit Melodien und schwitzig gereichten Händen auf, ohne eine Spur vom Schellenkranz und dem strikten Taktgerüst des Vorgängers auf der Bühne liegen zu lassen. Hin und wieder fehlt es den drei Musikern noch am Aha-Moment, der aufklärt oder zumindest so mitreißt, dass man WOLVES AT BAY nach dem Mitfiebern und Durchleben ein frisches T-Shirt abkaufen möchte – möglichst ein schwarzes - mit kleinem und schüchternem Aufdruck.
Solange beschert das Artwork der EP Geheimnisse, Wunden und erkämpft eventuelle Lösungsansätze, die auf „I Was The Devil Once“ vielleicht nicht sofort ersichtlich – aber definitiv vorhanden sind.

Trackliste:

1. Hide Like My Friends
2. Know Why
3. Forget Who I Was
4. Still Afraid
5. Hollow
6. I Was the Devil Once

Alte Kommentare

von ..... 16.04.2013 13:31

find ich super!!

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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