Plattenkritik

Woodlands - Woodlands

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Release Date: 26.04.2013
Datum Review: 03.05.2013

Woodlands - Woodlands

 

Einfach nur eine „Band aus Schweden“ zu sein – das reicht Sara Wilson nicht im Ansatz. Für sie ist Musik soviel mehr: Natur, Leben, Stärke, Frieden. Wie Recht die zierliche Gitarristin von MONEYBROTHER hat, stellt sie hier in Form von zehn unkompliziert schönen Tagelöhner-Folksongs klar.

„Woodlands“, so der naheliegende Titel des Debütalbums, kommt auf den ersten Blick recht spärlich daher: Nebelschwaden auf dem Cover, die besagte Natur hörbar in Verbindung mit den folgenden Indie- oder Folkpopflöckchen - so haben schon ganz andere gepunktet. Kommt „Move Forward“ aber erstmal in Fahrt, tun sich schwebende Abgründe auf, die Wilson zusammen mit Niklas Korssell und Marcus Holmberg in tiefem Hall verbuddelt, bis nur noch Chöre und Fußspitzen hervorgucken. „I Wanna Know“ stolziert hingegen strikt aus der Garage in Richtung Tanzfläche, wo es später mit „Dark Clouds“ in hitzigen Diskussionen versinkt: Treffen wir uns in der Mitte? Oder bleiben wir bedeckt und so verträumt, so wie es uns auch während „Housebuilding“ gelingt? Piepsige Slidegitarren und die glasklare Stimme der Frontfrau gehen vor, ein bratzig-zerrendes Gitarrensolo folgt mit dichtem Abstand. Im nächsten Moment scheint der gespenstische Sturm vorbei – und „River Running Wild“ klärt auf was es an Schönheit und Sonnenschein noch unterm Bett hervorzuholen gilt.

Dabei klingen WOODLANDS so ehrlich, friedlich und unkompliziert, dass man sich mit ihnen zum Spazierengehen verabreden möchte. Die Songs auf ihrem Erstwerk sind geprägt von diversen Stimmungsbildern und gerade ausreichend instrumentiert, um trocken, aber dennoch glanzvoll zu überleben. „On The Run“ poltert nicht hektisch oder vorlaut, „Lazy Days“ könnte mit viel Phantasie eine Gute-Nacht-Version von THE HIVES sein.
Ans Stolpern oder Hinfallen braucht „Woodlands“ während seiner gut halbstündigen Besuchszeit nicht zu denken: Stets bieten Wilson und Co. weiches Rückgrat und helfende Hände, wenn es um das Vertonen von Gefühl und Detailliebe geht. Irgendwo, so wissen es auch WOODLANDS tief in ihrem Inneren, muss selbst eine einfache „Band aus Schweden“ ansetzen können. Wo, wie sanft und wie am besten, weiß „Woodlands“.


Trackliste:

01. Move Forvard
02. I Wanna Know
03. Lazy Days
04. Dark Clouds
05. Housebuildning
06. River Running Wild
07. Cheap Cigarettes
08. On The Run
09. Kids
10. Make It Through

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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