Plattenkritik

World Inferno Friendship Society - The Anarchy And The Ecstasy

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Release Date: 29.04.2011
Datum Review: 17.06.2011

World Inferno Friendship Society - The Anarchy And The Ecstasy

 

Affen, Clowns und Trapezkünstler hat es genug. Was fehlt, ist der passende Sound. Zum Glück gibt es das verlässliche Zirkuskollektiv der WORLD /INFERNO FRIENDSHIP SOCIETY aus Brooklyn. Hier werden Hymne, Komik, Klezmer und Ska alle bei derselben Temperatur gewaschen und brav neben Punk, Dramatik und Swing aufgehangen.

"The Anarchy & The Ecstasy" nennen die New Yorker und Frontmann und Dauermitglied Jack Terricloth das Ganze - und passender könnte die Bezeichnung nicht sein. Grenzt "I Am Sick Of People Being Sick Of My Shit" noch an einen Offbeat-Hauch, so bittet der Trott schon bei "The Disarming Smile" mit Bläsern und Theatralik zum Tanz. Ex-W/IFS-Alleskönner Franz Nicolay entschied sich mit den Jahren doch für die Selbstständigkeit - schade, denn sein Instrumentensammelsurium fügte dem Output stets eine persönliche und krank Note bei, die man auf dem fünften Longplayer des Gespanns jedoch nicht missen wird. "They Talk Of Nora´s Badness" ist geheimnisvoll und eingebettet, geht trotzdem in einer Fülle von beigesteuerten Sounds auf, "Jake And Eggers" bringt Raucherbar-Klavier und straighte Bläser zusammen. Mit forderner und hähmisch anarchistischer Stimme klingt Jack (wie immer) so, als würde er zur Verwüstung und Vollzeitbespassung bitten. Das melancholische "Thirteen Years Without Peter King" zeigt mit zweigeschlechtlichem Duett die reichhaltigen Facetten der Band, der sich seit Bestehen über 20 Musiker anschloßen - und wieder abwandten. "Lean Times For Heroes" erinnert verspielt und laut an "Red Eyed Soul" oder das 2007er "Addicted To Bad Ideas", bei gerade einmal 10 Tracks hätte es nach 4 Jahren Pause jedoch mitnichten ein Nachschlag sein dürfen. "The Anarchy & The Ecstasy" ist W/IFS durch und durch, mit mal poppiger Hookline, mal räumiger und lebendiger Kehrseite und eben dieser speziellen Note für die Manege: Wenn Anarchie vertont würde und man Witz hören könnte: Voila: WORLD/INFERNO FRIENDSHIP SOCIETY. Clowns und Trapezkünstler inklusive.

Tracklist:

01. I Am Sick of People Being Sick Of My Shit
02. The Disarming Smile
03. Canonize Philip K. Dick, OK
04. Thirteen Years Without Peter King
05. They Talk Of Nora's Badness
06. The Politics Of Passing Out
07. Jake And Eggers
08. Lean Times for Heroes
09. The Apple Was Eve
10. The Mighty Raritan

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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