Plattenkritik

Wretched - Cannibal

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Release Date: 10.06.2014
Datum Review: 06.08.2014

Wretched - Cannibal

 

Vorbei scheinen die Zeiten, in denen wöchentlich neue Tech Death Alben den Extremsektor fluteten. Die aus North Carolina stammenden WRETCHED feuerten bereits hochwertiges Material ab, als die Welle Ende der 2000er ihren Höhepunkt erreichte. Auf ihrem vierten Album „Cannibal“ beweist der Fünfer, dass er immer noch genug Power für überzeugenden Frickeltod hat.

Auch, wenn die seit 2005 aktiven WRETCHED bereits ihr viertes Album veröffentlichen, zählen sie hierzulande eher zu den unbekannten der Szene und sind eigentlich nur den Victory-Jüngern oder den Tech Death Nerds ein Begriff. An der Qualität ihrer Musik sollte es nicht liegen. Eher an der mangelnden Identifikation mit der Band an sich. Mit Adam Cody hat man mittlerweile den sechsten Fronter am Micro, nach dem die anderen fünf quasi im Jahrestakt die Band verließen. Einzig allein Gitarrist Steven Funderburk und Drummer Marshall Wieczorek zählen noch zu den Gründungsmitgliedern. Doch mit Cody, der früher beim BETWEEN THE BURIED AND ME Ableger GLASS CASKET und beim Relapse Act COLUMNS aktiv war, beziehungsweise ist, haben WRETCHED einen fähigen und variablen Fronter gefunden.
Das erste Plus an „Cannibal“ und seinen elf Granaten ist, dass WRETCHED sehr abwechslungsreich ihren Death Metal inszenieren. Stets sehr technisch, taktverschiebend und an die Grenzen des Machbaren reichend, agieren die Amis auf jedem Posten versiert und höchst beeindruckend. Jeder Song wurde detailreich geschrieben und setzt nicht nur auf endlos, derbes „Herumgefrickel“. Selbstverständlich beherrschen WRETCHED auch diese Machart des technischen Death Metals,wie sie besonders in der ersten Hälfte ihre Albums demonstrieren. Doch WRETCHED können auch grooven, thrashen und Melodien in ihre Songs einflechten. Dann erinnern sie an eine extreme Mischung aus alten THE FACELESS und THE BLACK DAHLIA MURDER. Weiteres Plus sind die nur dezent eingesetzten Djenteinflüsse, die heutzutage wohl kaum vermeidbar sind, welche im Sound des Quintetts aber keine vordergründige Rolle spielen. Daneben gibt es eine transparente und nicht allzu klinisch klingende Produktion, die den guten Gesamteindruck von „Cannibal“ weiter bekräftigt. Sicherlich erfordert das Album zu jedem Zeitpunkt volle Aufmerksamkeit, was bei einer Spielzeit von gut fünfundvierzig Minuten teilweise recht anstrengend sein kann. Bleibt nur zu hoffen, dass die einzelnen Protagonisten von WRETCHED einen längerem Atem als ihre Vorgänger haben und es nicht wieder störenden Wechsel im Line-Up kommt.
Wer also die Zeit des Wartens bis zu den anstehenden Alben von ICHOR und FUCK YOU AND DIE überbrücken möchte, sollte zu diesem Album greifen.

Trackliste:
01. Gold Above Me
02. Morsel
03. Calloused
04. Thin Skinned
05. L’Appel Du Vide
06. Cranial Infestation
07. Salt Lick
08. Cannibal
09. Wetiko
10. To The Flies
11. Engulfed In Lethargy

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Mulder

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