Plattenkritik

Yesterday I Had Roadkill - s/t (EP)

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 01.01.2009
Datum Review: 20.12.2009

Yesterday I Had Roadkill - s/t (EP)

 

„So eine Brutalität hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen“ tönt ein Sample aus den Boxen. Breakdown an Breakdown, Breakdown im Breakdown, Breakdown nach Dancefloor-Ausflug. Die Regeln, die Szene hat sich nicht verändert. Wie die Menschen hinter (oder live vor) der Musik aussehen ist so klar wie Gestaltung von Merch und Logo. Und die Musik? Die wirkt mitunter ziellos, unausgereift, ambivalent.

Doch man kennt das ja mit den Klischees. Und irgendwie kann man auch gar nicht anders als mit Scheuklappen zu reagieren, wenn Album für Album dasselbe Programm aufgezogen wird, dieselben Fehler gemacht werden. Vorstellung von Rezendent X: Da sitzen 5 Kids, stimmen ihre Gitarren an die Grenze des unbarritonisch machbaren, lassen ihren Sänger Pigsqreals lernen und Texte schreiben, die dann als „I Grilled The Pron Queen“ betitelt werden. Damit bei aller breaklastigen Stupidität noch etwas Dynamik bleibt schnappt sich das bei Möglichkeit recht junge Quintett noch schnell einen Computer und streut Filmsamples ein, die dann für den gewissen Schmunzelfaktor zwischendurch sorgen sollen. Genau wie die bereits erwähnten Dancefloor-Ausflüge.

Nur ist dem 2009 nicht mehr so. Es ist abgenutzt, todgefahren. Und es wirkt mitunter mittlerweile weniger selbstironisch als peinlich. Aber vor allem: Nicht nötig. Es gibt mittlerweile bei weitem zu viel davon. Und vor allem zu viel Durchschnitt. YESTERDAY I HAD ROADKILL schlagen da leider in dieselbe Kerbe, klingen zwar manchmal ganz fesch technisch und können ganz toll rumtrixen, hinterlassen jedoch zu selten Substanz auf ihren nichts auslassenden Weg durch die Klischeewelt des Deathcores.

Höchstens zu Ende gelingt ansatzweise, worauf zu lange gewartet werden musste: Songs mit Idee, die nicht bloß von ihren üblichen, selbstzweckmäßigen Trademarks leben. Mit ganz viel Liebe und zwei zugedrückten Augen vom unparteiischen Rezendent X zumindest – auch wenn das wohl lokaler Fanboy Y oder Kumpel Z, der das Zeug als ultrabr00tal und witzig befindet anders sehen dürfte.

Autor

Bild Autor

Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed