Plattenkritik

Young The Giant - Young The Giant

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Release Date: 29.04.2011
Datum Review: 24.05.2011

Young The Giant - Young The Giant

 

Multikulti ist nicht Tot Herr Seehofer und Frau Merkel - Zumindest nicht in Orange County, Florida. Dort hat nämlich vor bereits sieben Jahren ein Haufen Musiker zusammengefunden, die seit letztem Jahr auf den einprägsamen, wenn auch sinnfreien Namen (welcher Bandname ist das eigentlich nicht), Young The Giant hören. Alleine an den Nachnamen erkennt man die diversen Ursprünge der Mitglieder, Gadhia, Tilley, Cannata, Doostzadeh und Comtois.

Im Endeffekt hat das jedoch gar nichts mit der Musik zu tun, außer man versucht Fäden zwischen dem Versuch ein Konsensalbum aufzunehmen und einer multikulturellen funktionsfähigen Gesellschaft zu ziehen (was vielleicht auch durchaus möglich wäre). Als Vorbilder dienen jedenfalls die späten Kings Of Leon mit ihren Stadionambitionen, welche bei Young The Giant zum Glück noch nicht allzu weit ausgeprägt sind. Somit schaffen nämlich die ersten drei Songs alleinig einen Spagat zwischen formidablen Indierock, der Marke schwitzig und rhythmisch, und dem Formatradio. Das muss den fünf Herren erstmal jemand nachmachen. Vor allem „I Got“ hat, mit dreiviertel Takt und feinem Chorus im Refrain, ordentliches Hitpotential.

Das darauf folgenden an Jimmy Eat World gemahnende „Cough Syrup“ und das beachtliche sich steigernde pathetische „God Made Man“ (wunderlicher Titel) stehen den Auftaktsongs nicht in viel nach. Doch ab der Hälfte scheint das Pulver etwas verschossen zu sein. Die Songs beginnen sich zu ähneln und besitzen nicht mehr die Qualität der ersten Hälfte (was sich auch als durchaus schwierig darstellt). Dennoch schießen immer wieder einige feine Momente wie Geistesblitze aus den Songs hervor. Die Bridge zum Ende von „Garands“, einige Bee Gees (oder auch Band Of Horses) Momente in „Strings“, das sanfte schleichen in der Gitarren in „Islands“ oder der sich in den Himmel schraubende Refrain in „St. Walker“.

Young The Giant haben es nicht geschafft das erstrebenswerte Konsensalbum aufzunehmen, sind aber auch nicht weit weg davon gelandet mit einem durchaus beachtenswerten Debüt, welches den Erfolg manch anderer Band vergönnt wäre.

Tracklist:

1. Apartment
2. My Body
3. I Got
4. Cough Syrup
5. God Made Man
6. 12 Fingers
7. Strings
8. Your Side
9. Garands
10. St. Walker
11. Islands
12. Guns Out

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Kilian

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