Plattenkritik

Zebrahead - Get Nice!

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 05.08.2011
Datum Review: 20.07.2011

Zebrahead - Get Nice!

 

Wer schon einmal durch La Habra im sonnigen Orange County gefahren ist der weiß, dass es hier nicht allzu viel Spannendes zu begutachten gibt. Was liegt da näher, als eine Band zu gründen, mit der man 15 Jahre später noch die Welt bereist, sich über das einfache und legere Leben freut und einen soliden Alltag zwischen Späßchen und Pizza bestreitet. „Get Nice!“ meinen die Kalifornier– dafür sind ZEBRAHEAD aber auch 2011 eigentlich noch immer viel zu „jung“...

Ali Tabatabaees fauchend gerappte Popvocals sind vielleicht nicht jedermanns Ding, aber seit Jahren auf Kilometer Entfernung zu erkennen und sprechen dem US-Quintett eine Gabe zu, die sich in den heutigen Tagen leider als rar gesät erweist: Wiedererkennung. Bereits in der ersten Minute von „Blackout“ stehen alle Zeichen klar auf ZEBRAHEAD, es bäumen sich unkomplizierte Gitarrenläufe und zärtliche Chöre gegen die feisten Sprechgesänge von Tabatabaee und die fette, definierte Produktion auf. „Nothing To Lose“ bringt den nächsten Sommerrefrain auf den Punkt, „She Don´t Wanna Rock“ hingegen die flippigen Girlies zum Taktklatschen und Zeigefingerausstrecken. Das Konzept „Get Nice!“ macht sich auf die 14-Song-dauernde Reise durch ein lupenrein aufgestelltes Poppunkalbum: Melodiebögen, die beim ersten Hören mitgesungen werden wollen, bloß keine zu aufregenden Ups oder Downs und mit „Galileo Was Wrong“ oder „Get Nice!“ gibt es sogar Hitansätze. Wenn auch im heutigen ZEBRAHEAD-Camp für keine ausufernden Überraschungen Platz ist, so machen „Nudist Priest“ und „Ricky Bobby“ doch mit Unbeschwertheit und guter Laune eine satte und zufriedene Figur.
Nicht immer allerdings will sich der beißende Gesangswechsel zwischen Gitarrist Matty Lewis und dem gebürtigen Iraner Ali fügen ohne im Ansatz zu nerven, aber wer es einmal bis zur radiotauglichen Schunkelnummer „I´m Definetely Gonna Miss You“ geschafft hat, kann den sonnigen Horizont ein Stück klarer erkennen. Sollte sich auf der nächsten Gartenparty wieder mal kein Gast trauen, nachts vom Dach in den Pool zu springen - „Get Nice!“ kann hier Wunder bewirken. Ob frische 18 oder glänzende 38 Jahre (wie Herr Tabatabaee himself) auf dem Buckel, ZEBRAHEAD´s neueste Kreation rät jedem dasselbe Programm: Spaß, Sonne und bloß nicht zuviel überlegen. Wer im Leben oder bei musikalischen Ansprüchen höher greiften will, wird eines Tages jedoch keine„Get Nice!“-Lyrik auf dem eigenen Grabstein stehen haben wollen.

Tracklist:

01. Blackout
02. Nothing To Lose
03. She Don’t Wanna Rock
04. Ricky Bobby
05. Get Nice!
06. The Joke’s On You
07. Nudist Priest
08. Galileo Was Wrong
09. Truck Stops And Tail Lights
10. I’m Definetely Not Gonna Miss You
11. Too Bored To Bleed
12. Kiss Your Ass Goodbye
13. This Is Gonna Hurt You Way More Than It`s Gonna Hurt Me
14. Demon Days

Alte Kommentare

von Zebrakopf 20.07.2011 23:58

eine zeitlose Band die uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt :)

von Daharka 30.07.2011 13:08

muss sagen das sich langsam abnutzungserscheinungen zeigen, auch wenn die Platte wieder ne handvoll Hits hat...

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media