Plattenkritik

Zen Zebra - awaystation

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Release Date: 24.08.2012
Datum Review: 20.08.2012

Zen Zebra - awaystation

 

Streifen einfach Streifen sein lassen, überflüssige Höcker und Hörner bitte an der Garderobe abgeben. Fünf Leipziger empfehlen sich als erster Fremdinput der BLACKMAIL-Hausmarke. Das riecht nach Qualität. Außerdem heißt der Schlagzeuger im Bunde Johnny Cotta. Das schreit nach Qualität.

Das Bandinfo vergleicht und palavert, bis es dem Fledermausmann schlicht zu dunkel zum Abheben geworden ist. „What Are You Aiming For? Is There Somebody Waiting For You?“ wollte der geflügelte Cover-Charakter noch nachforschen. „awaystation“ liefert Antworten: „Butterfly Skin“ oder „Lake Lauer“ bohren in einer frischen Wunde zwischen Postrock und Indie-geschwängertem Popsound. Dabei kann die markant heulende Stimme von Martin Endt schnell nerven – wenn man sich nicht auf sie einlassen möchte und differenzierte Gesangsvolumen sucht.
Auf einen schnellen Kaffee-und-hopp sind ZEN ZEBRA nicht extra aus der drögen Steppe übergeschwappt: „Footprints On Sinking Ships“ bittet mit seinen hallenden, sich langsam aufbauenden Gitarrenwänden und einer Prise verspielter Verzweifelung um mehr als bloß eine schnelle Audienz, „Rubicube“ entlohnt später für die Geduld und das geliehene Ohr. Insgesamt schafft die Band aus Sachsen mit abwechslungsreichen Stimmungen von verträumt bis metzelnd ein Debütalbum, was sich nicht mit halber Aufmerksamkeit zufrieden gibt.
Die Melodiebögen, die „The Hypnagogic State“ ausgeklügelt und unterbewusst nach und nach zu einem Hit werden lassen, schleichen wacker durch Nebel und trockene Soundlandschaften, bis sie mitsamt Endt´s Emotionen und barfüßigen Gitarren im Chorus ausbrechen. „Will“ lässt sich dafür sogar noch mehr Zeit und setzt den Pegel ganz unten an: „Do You Want To Live A Lie – Or Do You Suffer In Truth?“.

ZEN ZEBRA zielen also auf eine Extraportion „Attention!“ für „awaystation“ und seine elf qualitativen Beiträge, die man eigentlich schon aufgrund ihres ungestümen und selbstsicheren Auftretens mögen muss. Mit balladenartigen Schleifpassagen wie „For The Heart Is An Organ Of Fire“ machen die Musiker dem Hörer das Überdenken einfacher. Wer nach dem randvollen Teller Postcore mit frischer Note aus der Alternative-Mühle nach Platz hat, kann sich entweder die letzten Worte von „Oceans“ („You Haven´t Got Enough, Just Enough Of Me“) oder noch einmal den Namen vom Mann an den Trommelstöcken auf der Zunge zergehen lassen.

Trackliste:

01. Butterfly Skin
02. The Hypnagogic State
03. Footprints On Sinking Ships
04. Lake Lauer
05. Rubicube
06. Read Me To Sleep
07. This Song Could Bear All Your Names
08. Will
09. For The Heart Is An Organ Of Fire
10. Pollyanna Please
11. Oceans

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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