Plattenkritik

Zero Mentality - Black Rock

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 09.10.2009
Datum Review: 12.09.2009

Zero Mentality - Black Rock

 

„Gibt es hier wirklich Leute, die auf diese Platte warten?“

„Invite Your Soul“ war gut, hatte starke Momente. “Black Rock” reißt dir die Kleider vom Leib und leckt dir die Krümel aus der Kimme. So fühlst du dich zumindest nach Genuss des neuen Ruhrpottkrachers, der fett von Jacob Bredahl in Szene gesetzt wurde. Was ist passiert? Ganz einfach, ZERO MENTALITY haben sich gesund geschrumpft, sie haben ihren eigenen Sound konsolidiert. Sie zelebrieren ganz einfach modernen Metal. Ganz tief gestimmt, mitunter prollig, aber immer mit einem Augenzwinkern schrieben sie zehn Songs, die leicht und locker ein riesige Bandbreite aktueller Trends in sich vereinen. Der Titeltrack rockt vorneweg und ballt die Faust, wenn dir „Black Rock“ entgegengeschmettert wird. Hinten raus wurde ein Mitgröhlpart implementiert, der Jungfrauenstimmung auf Konzerten hervorrufen dürfte (vorausgesetzt, Ben wird von 40.000 Leuten begleitet). Die elektrischen Lippen kredenzen vor allem ein lyrisches Feuerwerk, wenn “her body. the sweetest sin; I wanna be her siamese twin; her soul the song of songs; by my side is where she belongs” ertönt und nur ein Gitarrensolo darf kurz den relaxten Beat unterbrechen. Dann kommt die erste Faust, die auf deutsch gesprochene Einleitung (nur so viel: Es geht um Krieg, Glauben, Land und Ressourcen) von „No salaam no shalom” rotzt einen Groove los, der die Matte ordentlich weich klopft und diesmal von einem ausgedehnten Metalsolo interveniert wird. Abgelöst wird Faust durch die linke Autobahnspur. „Planet der Affen“ und „guest vocals by Lars from KOLDBORN und Kevin from END OF DAYS“ wird auf dem Grabstein stehen, wenn die Karre mit Brachialität und Karacho auf den Vordermann gesetzt wird. Dann eine Atempause, die letzten Sonnenstrahlen im Sommer genießen und dabei mit weiblicher Begleitung „mother kills – her helpless kids; dead-end street – murder-suicide; ward creates – condemned souls; looks after them – with devils charity“ sacken lassen. Auf „Fragile Heart“ verliest Ben im ihm typisch prolligen Unterton eine nachdenkliche Botschaft und die Band rockt dazu gefühlvoll, fast balladesk. Auf „Feature Dich Selbst“ nehmen ZERO MENTALITY den ruhigen Grundton des vorherigen Songs auf und pumpen dennoch genügend Adrenalin durch die Venen (insgesamt ist bei ZERO MENTALITY immer ein Vorrat Härte im Gepäck, der die dicke Hose so richtig in Wallung und Stimmung bringt). „Come Home“ ist kurz und schmerzlos, mit Groove und einer erdigen Verbundenheit zum Rotzrock ausgestattet. Feuerzeuge an, Taschentücher raus. Eine Frauenstimme, eine nicht eingestöpselte Gitarre, deren Stecker bei 2:28 die Schweinenase findet und auf Betrieb langsam, mit viel Gefühl ein kurzes Intermezzo gibt. „Das Ende Vom Lied“ verbindet dann noch einmal sämtliche Facetten von „Black Rock“ indem nachdenkliche Lyrics mit einer fetten, schneidenden Metalkante auf den Weg gebracht werden, um dann in eine Thrash Salve zu münden. Auch hier wieder ein feines Solo, bevor gesprochene Worte (im Allgemeinen sind die auf „Black Rock“ gewählten Worte ohne Umschweife direkt vor den Latz geknallt) und eine Orgel ein Album beenden, auf das sich das Warten mehr als gelohnt hat.

Tracklist:
1. Black Rock
2. Electric Lips
3. No salaam no shalom
4. Planet der Affen
5. Devils Charity
6. Fragile Heart
7. Feature dich selbst
8. Come Home
9. Dead Ember
10. Das Ende vom Lied

Alte Kommentare

von Sebastian ST 12.09.2009 20:39

Kann dem nur zustimmen eine saustarke Platte und ein Tritt in den Arsch für jeden der denkt wenn man einmal Hardcore macht muss das für immer so bleiben

von Jan PL 13.09.2009 12:23

„Gibt es hier wirklich Leute, die auf diese Platte warten?“ aber ja, verdammt.

von @Jan PL 13.09.2009 14:35

das war ein comment zur letzten Scheibe "Invite Your Soul"...

von ihh 14.09.2009 14:43

der sänger klingt deutsch

von gunnar 14.09.2009 15:14

der sänger singt deutsch

von penner 14.09.2009 15:28

der sänger singt ab und zu auf deutsch und ist deutsch

von ah 15.09.2009 01:14

ich mein ja auch die englischen texte.

von The Grotesque 15.09.2009 09:36

wieso klingen die englischen texte deutsch??

von dsf 15.09.2009 13:25

wegen dem akzent man

von The Grotesque 15.09.2009 13:48

@dsf: 1. wegen "des" akzents 2. danke, wär ich nicht drauf gekommen 3. du solltest vielleicht mal auf die öffent-rechtlichen schalten

von xcarnivalx 15.09.2009 18:58

genau öffentliche-rechtliche sind viel besser als die privaten. das hat mama auch immer gesagt. und warum kannst du eigentlich nicht so gut in einem blöden internetzine deutsch schreiben? du bist nicht mehr unity!

von dsf 16.09.2009 00:24

1. umgangsprachlich tippen im internet ist voll doof. werd deutschlehrer, opfer. 2. ja was soll man denn sonst dazu sagen? 3. fühlt sich da jemand angegriffen?

von gunnar 16.09.2009 09:22

waaahahahhaa

von Jacob Fabian 21.09.2009 20:26

Super Platte!

von kevin 21.09.2009 23:35

der sänger hat in den englischen texten echt nen krassen deutschen akzent das hört man schon beim gelungenen titel track

von MeanMike 30.09.2009 23:07

selten so gelangweilt...

von HardcoreBirne 13.06.2012 17:44

bei der Platte krieg ich vor scheiße Gänsehaut.,.boah echt mies

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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