Plattenkritik

Zola Jesus - Stridulum II

Redaktions-Rating

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Release Date: 23.08.2010
Datum Review: 14.08.2010

Zola Jesus - Stridulum II

 

Es hat schon etwas bizarres, wenn ZOLA JESUS mit ihrer tiefen Stimme beherzt auf Schultern klopft: “I cant stand to see you this way. It’s gonna be allright“ oder auch “When you’re lost / never look down / know I’ll be around / in the meantime when you are found / ill be here / I told you to trust me“. Soviel Warmherzigkeit, soviel Lebenserfahrung, soviel Hoffnung und doch soviel düstere Melancholie - ZOLA JESUS, das ist das Alias von Nika Roza Danilova, die gerade mal 21 Jahre alt ist und mit „Stridulum II“ ihre bereits zweite Platte auf den Markt wirft. Und diese Platte klingt so gar nicht nach 21jährigem Teenie. Hier hat jemand ein ziemlich dunkles Tal durchschritten und möchte jedem, der gerade in diesem Tal, oder vielleicht kurz davor ist, einen Rat mit auf den Weg geben: Senke deinen Blick nie, schau immer nach vorne – irgendwann wird alles besser. Dass das auf diese düstere, verkopfte Art und Weise geschieht, ist natürlich reines Stilmittel – aber ein verdammt großartig gewähltes. Songs wie „Tower“ oder das großartige „Manifest Destiny“ leben von ihrer reduzierten Instrumentierung, sind lediglich unterlegt mit einem monoton wirkenden Beat und fressen sich dank unglaublicher Intensität direkt in die Gehörgänge. ZOLA JESUS, das hört man recht schnell heraus, lebt in erster Linie von der opernhaften Stimme, die perfekt mit den düsteren Beats kooperiert. Dass Lyrics und Musik dabei kaum unterschiedlicher sein könnten macht die Sache nochmal interessanter, ebenso wie die Person um ZOLA JESUS herum ohnehin ist. Erst kürzlich lieferte sie mit FUCKED UP ein 13 Minuten langes Stück ab, dass einmal mehr bewies, wie nah ZOLA JESUS nicht nur mit ihrer positiven Mentalität am Punk und Hardcore liegt. Schade nur, dass „Stridulum II“ nach gerade 33 Minuten bereits zu Ende ist, den Hörer aber nicht ohne bleibenden Eindruck zurücklässt: Diese Platte ist irgendwie außergewöhnlich, vermag durch seine wunderbaren Lyrics Hoffnung zu spenden und untergräbt jene gleichzeitig mit einer düsteren Grundstimmung. Besser könnte ein einfacher Widerspruch in sich gar nicht zelebriert werden als auf diesem Album. Großartig!

Tracklist:

1. Night
2. Trust Me
3. I Cant Stand
4. Stridulum
5. Run Me Out
6. Manifest Destiny
7. Tower
8. Sea Talk
9. Lightsick

Alte Kommentare

von 14.08.2010 09:00

von 15.08.2010 07:24

von lebenslust 16.08.2010 15:33

...auch die unglaublich düstere split ep mit horror-electronis meister clay bay und seinem burial hex projekt auschecken!

von zolalover 17.08.2010 16:09

...wie konnte ich bisher nur ohne diese todesmusik leben! :)

von liar 19.08.2010 17:00

vielen dank für das review. es lohnt sich doch noch auf allschools vorbeizuschauen ;) ach und danke zola jesus

von DystopiA 18.09.2010 17:56

Wirklich wunderbares Album. Danilovas Stimme ein warm leuchtendes Irrlicht inmitten absoluter Schwärze, die Weltentfremdung von Fever Ray und alte Tugenden von Siouxsie and the Banshees und Nico auf einen Nenner gebracht. Die Hoffnung stirbt, aber zuletzt. Toll!

von Leute 18.09.2010 19:41

die "Zola" sind das Wasservolk bei Zelda :D

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Raphael

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