Plattenkritik

Антенна - s/t

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Info

Release Date: 26.09.2015
Datum Review: 24.11.2015
Format: Vinyl Digital

Tracklist

 

1.Flimmerskotom 04:03
2.Arley Hall 04:21
3.Mehr Kontakt, mehr Scheiße 04:14
4.Unbezahlte Überstunden 02:18
5.Struggle 04:24
6.Panoptikum 04:29
7.Vierwändeschnellstraße 04:13
8.Orlof 03:55

Антенна - s/t

 

Антенна – wie, wo, was soll das denn bedeuten, waren die ersten Fragen, die mir bei dem Bandnamen der 4 Dortmunder in den Kopf gekommen sind - eine Google Recherche später weiß ich zwar das Антенна anscheinend russisch ist und so viel wie „Antenne“ bedeutet, wie man das Ganze allerdings ausspricht und vor allem wie man als DEUTSCH-Punk/Hardcore Band auf solch einen Namen kommt, weiß ich immer noch nicht.
Das erste Mal sind mir Антенна (im Herbst letzten Jahres) live in Erscheinung getreten - zusammen mit den wunderbaren, leider aufgelösten (bzw. in einer „Bandpause“ steckenden) LEITKEGEL und dem mindestens genauso wundervollen, zum Glück noch musizierenden NO SUPRISING NEWS in Landau. Kleiner Club, wenige Zuschauer, verbesserungswürdiger Sound (man hörte die Stimme des Sängers teilweise gar nicht), aber trotzdem vollkommen da, überzeugen die 4 mich schon dort. Von da an war die Band (in meinem Bekanntenkreis) nur noch unter „die Band mit dem komisch geschriebenen Namen“ bekannt,… wie man das Ganze ausspricht wusste ja keiner(/weiß ja immer noch keiner).

Nun veröffentlicht „die Band mit dem komisch geschriebenen Namen“ (nach der ersten Demo) ihr Debütalbum auf lala Schallplatten. Wie so viele kleine Labels (mittlerweile) sind auch lala Schallplatten ein Garant für gute Veröffentlichung. Auf lala Schallplatten ist Verlass! KÄFER K, WIND UND FARBEN, KRAWEHL, PAAN, TIGERYOUTH, EVERY LOOKS LIKE STRANGER,… wenn man sich die Liste der Bands durchliest, bei denen das Tonstudio und Plattenlabel die Finger im Spiel hatte, geht einem das Herz auf - bei JEDER Band! Eine Veröffentlichung besser als die Andere. Und genau hier reiht sich auch die selbstbetitelte Debütplatte der Dortmunder ein.

Verzwickter, zu vielen Richtungswechseln neigender Emo-Punk, der immer wieder Fahrt aufnimmt, dann aber, wie aus dem Nichts, wieder die Luft aus den Segeln genommen bekommt. Und das ist keinesfalls negativ gemeint. Mit Tempomat zu fahren wird ja auch schnell langweilig, von daher lieber auf die Überholspur, Gas geben, um dann wieder abrupt abzubremsen, da man sonst die Abfahrt verpasst. Lieber etwas Abwechslung – und davon haben Антенна reichlich. Klare, unpunkige Indie Gitarren treffen auf die keifende Stimme von Jonas, die mal mehr erzählt als singt, dann aber wieder in emotionsgeladenen Ausbrüchen aufgeht. Zwischen Progressive-Rock und Punk. Zwischen neuem deutschen Hardcore und Indie-Jazz-Sounds. Einer einzelnen Musikrichtung sind Антенна nicht zuzuordnen. Zumindest kann ich das nicht. Zwar passen die Jungs gut in die Liste, der oben genannten lala-Bands, so richtig doppeln tun sie sich aber nicht. Klassischer Deutsch Punk ist eben tot, geht aber (zum Glück) in der Hölle neue, spannende Affären mit anderen Genres ein. Was dabei raus kommt sind Bands wie Антенна.

Антенна werden mit ihrem Debüt bestimmt einige neue Fans in der D.I.Y Hardcore-, Punkszene finden und von so manchem Kritiker verehrt und abgefeiert werden. (Und das vollkommen zu Recht!) Für den ganz großen Durchbruch ist das, was die 4 Dortmunder machen, allerdings (wahrscheinlich) zu sperrig und eigen. Woanders, als in die kleinen Clubs, würden Антенна  aber auch nicht hinpassen und wahrscheinlich auch nicht hin wollen. Im örtlichen JUZ ist es ja eh viel schöner, als auf den großen, unpersönlichen Brettern, die die Welt bedeuten sollen.

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Janik

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Janik E. // 21 // love music. hate fascism.

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