22.06.2010: 30 Seconds To Mars - Ringlokschuppen - Bielefeld


Wer ausnahmsweise einen Abend der aktuellen Fußball WM entbehren konnte, hatte die Möglichkeit sich die seit Monaten ausverkaufte Show von 30 Seconds To Mars im Ringlokschuppen anzuschauen. Für den, der doch nicht auf Fußball verzichten wollte, oder von seiner Frau/Freundin gegen seinen Willen mitgeschleppt wurde, gab es als Kontrastprogramm zum Konzert Fußball im Biergarten.

Jedoch bevor die vom Publikum heiß ersehnten 30 Seconds to Mars die Bühne entern, sorgen Carpark North aus Dänemark für ordentlich Stimmung. Diese kommen mit ihrem Synth Rock bei der Menge überraschend gut an, was wahrscheinlich auch am eher gehobenen Alter des Publikums liegt. Für meinen Geschmack klingt die Mischung aus Elektroparts und Rock jedoch einfach zu sehr nach 80er Jahre, weshalb ich mich eine Weile in den Biergarten zurückziehe und dem momentanen Lieblingshobby der Deutschen, dem Public Viewing, nachgehe.

Die Show des heutigen Headliners beginnt gewohnt mit viel Tam Tam und optischen Spielereien. Besonders bei Jared Leto wird deutlich, dass für ihn nicht nur die Musik, sondern vor allem das Styling im Vordergrund steht, denn wer kommt sonst schon mit pinkem Iro und Sonnenbrille auf die Bühne. Allgemein hat man auch eher den Eindruck es handle sich um eine one-man-show Jared Letos, denn der Rest der Band hält sich dezent im hinteren nebligen Teil der Bühne auf, so dass man diese kaum zu Gesicht bekommt.
Als Opener wird „Night of the hunter“ vom aktuellen Album „This is war“ geschmettert, welcher für lautes Gekreische der hauptsächlich weiblichen Fans sorgt. Doch der Song kommt auch bei mir durchaus gut an und sorgt für einen tollen Auftakt des Konzerts. Nach einigen Tracks kommt es dann aber ganz hart für das Trommelfell, denn Jared entledigt sich seines Shirts, was zu hysterischem Gekreische führt. Leider wirken solche Dinge bei 30 Seconds to Mars sehr geplant und wie von der PR-Agentur empfohlen. Es folgen jedoch einige sehr gute Akustiksongs, welche besonders deutlich machen, dass Jared durchaus singen kann und meinen Eindruck vom diesjährigen Rock am Ring Auftritt revidieren. Doch gerade der Gesang ist es , den man bei diesem Konzert eher weniger vernimmt, denn man setzt viel auf Gesang des Publikums. Obwohl bereits einige Trackpassagen vom Band kommen, wird immer häufiger der Menschenmenge vor der Bühne der Gesang überlassen, während Jared mit seiner Gitarre über die Bühne springt. Dabei stellte sich dieses jedoch als sehr textsicher heraus und schaffte es zeitweise sogar Gänsehautstimmung zu erzeugen.
Natürlich durften an diesem Abend auch ihre großen Hits, welche bereits im Radio hoch und runter gelaufen sind, nicht fehlen, so werden also Songs wie „A beautiful lie“, „The Kill“ und „From Yesterday“ zum besten gegeben, welche lautstark bejubelt werden.
Nachdem man zunächst denkt, es ist vorbei, wird als Zugabe ihre Singleauskopplung „Kings and Queens“ vom aktuellen Album angestimmt. Doch nach der Hälfte des Tracks unterbricht Jared sein Spiel und fordert für den letzten Song des Abends noch einmal alle Energie der Zuschauer. Zur Unterstützung holt er sich dann ca. 20 Leute auf die Bühne, die die Band abfeiern.

Insgesamt war es ein tolles Konzert, welches durch eine krasse Lichtshow aufwendig gestaltet wurde und mit 1 ½ Stunden Spielzeit des Headliners sein Geld durchaus wert war. Die Fans der Band waren hin und weg. Doch auch als normaler Konzertbesucher ging man mit einem guten Gefühl nach Hause. Ein bisschen Bauchschmerzen bereitet mir bei solchen Konzerten nur immer diese Aufgesetztheit und das im Vordergrund stehende Image. Aber bei einem letzten Bierchen im Biergarten ist dies auch schnell wieder vergessen.


von Wencke

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Kann ich nicht lesen

tommyboy - 24.06.10 10:45

ich hab die jungs dies jahr 2x gesehen (D'Dorf & Dortmund), letztes Jahr in Köln...Ist zwar nicht mehr so familiär wie damals, bevor sie mit "The Kill" ganz groß rauskamen, aber ist immer wieder ein Erlebnis, weil die Atmosphäre einfach was besonderes ist bei ihren Shows! Immer wieder gerne ;)

jaja - 24.06.10 11:28

als sie noch in den örtliche juze's gespielt haben..

DrFaust - 24.06.10 13:00

Ich kannte die schon, da waren die noch real!

solefald - 24.06.10 17:34

Kann das Review nicht nachvollziehen.
Es werden NUR die Singles gespielt, kein Song vom ersten (besten) ALbum, keinen anderen Song der keine Single ist(war, ein zu große Anzahl an Intros und Interludes von der neuen Platte (ich will Songs und keine Intros) Jared labert zuviel und diese Akustikeinlage ist auch total sinnlos.
So vergehen auch 1,5 h mit vielleicht 10 songs und zuviel Luft und Show. Man könnte meinen dass wäre the Dome...
(Die Showeinlagen und Fanaktionen waren in München mehr oder weniger identisch)

Live die totale Entäuschung, obwohl handwerklich und Pathosmässig schon was geboten wurde. Aber eine (Rock)Band sollte mehr als Frontman, Singles und immer dieselben Shows und Aktionen sein.
Den Damen gefält aber so eine One-Man-Singles Live Show anscheinend und Jared ist ja gut erfolgreich damit.

Seine Filme waren ja wenigstens interessant und originell. Das kann ich von 30STM nicht mehr sagen. Viel Luft und nichts dahinter

Wenn ich eine Band sehen will dann soll die sich bitte auf mehr als sinnloses Gelabere, Intros und Singles konzentrieren.

jaja - 24.06.10 18:00

seine filme waren total originell.. is klar..

jona - 24.06.10 19:12

jaja, der arme mann, der von seiner freundin aufs konzert genötigt wurde. wo ja bekanntermaßen die existenz eines penisses voraussetzung dafür ist, sich für fussball zu interessieren...

DrFaust - 25.06.10 09:22

10 Songs in 90 Minuten kann doch irgendwie nicht sein. Das macht ja 9 Minuten pro Song. Und wann hatten die überhaupt 9 Singles? ich erinner mich sogar nur an The Kill und dieses Chinesen-Video. Aber nungut, ich bin weder Zielpublikum noch schaue ich Musikfernsehen.

Die Verwendung von "This is war" und "100 suns" im Abspann zum Game "Dragon Age: Origins" hat mich aber regelrecht von der Couch gehauen.

Wenn die also 90 Minuten Spielzeit hatten, dann kriege ich bei der Kritik in den Comments hier das Gefühl, dass man eher die Band nicht mag und eben irgendwas kritisieren muss. Haters gonna hate.

Nach dem ersten Demo... - 28.06.10 14:30

....gings bergab !^^

depp - 29.06.10 09:25

9 min pro song? guck doch mal was er schrieb:

'ein zu große Anzahl an Intros und Interludes von der neuen Platte (ich will Songs und keine Intros) Jared labert zuviel und diese Akustikeinlage ist auch total sinnlos.'

igitt - 29.06.10 17:19

diese band ist einfach vollkommen für die tonne!