Plattenkritik

65daysofstatic - Heavy Sky EP

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Release Date: 29.10.2010
Datum Review: 14.10.2010

65daysofstatic - Heavy Sky EP

 

 

65 Tage. Das sind 1.560 Stunden. 1.560 Stunden entsprechen 93.600 Minuten. Das wiederum sind 5.616.000 Sekunden. So weit die Aufschlüsselung. Davon jedoch die das Ausmaß des Rauschens zu berechnen (geht das überhaupt?) erspare ich mir hier und überlasse das der Band, die sich diesen komischen Namen gegeben hat. Denn sie sind wieder zurück, wenn auch nur mit einer EP, aber sie sind zurück. Vorab sei gesagt: Sie sind technoider als jemals zuvor. Aber dafür sind sie ja bekannt, diese 65DAYSOFSTATIC, für Eps zwischen den Alben, die sich komplett dem entziehen, was man sonst so von der Band gewöhnt ist.


„Heavy Sky“ ist Techno, ist Dancefloor Musik, ist teilweise fast Trance. Es ist auch Drum ’n’ Bass, Ambient und teilweise unverschämt 90er-lastig. Nur eines ist es nicht mehr: Postgewichse. Der Gitarrenanteil wurde auf ein Minimum reduziert (wenn es dann aber doch einmal gespielte Melodien gibt, sind sie über jeden Zweifel erhaben) und den Synthesizern wurde ein großer Platz eingeräumt. Die Folge sind wummernde, fast krachige Beats, oftmals epische elektronisch hergestellte Klangfolgen und lustige Songstrukturen, die sich aufbauen, in sich zusammenfallen, zum Schmunzeln einladen, zum Tanzen animieren oder einfach gar nicht erst auftauchen. 65DAYSOFSTATIC treiben es einmal mehr auf die Spitze, haben sich ein poppiges Gewand angezogen, welches ihnen gut steht und fühlen sich scheinbar darin auch ganz wohl. Sie wissen zu unterhalten, reißen erneut mit, spielen mit den Extremen und loten ihre Grenzen aus.


Und Grenzen kennen diese Briten eben nicht. Ihnen ist es egal, wenn sie die Synapsen zum Platzen bringen. Es sind ja nicht ihre. Dem einen mag das irgendwann zu extrem, zu anstrengend werden. Andere wieder werden vor Freude in die Hände klatschen und sofort das Tanzbein schwingen wollen. Manchmal wären bewusstseinserweiternde Drogen angebracht, um zu verstehen, was sie einem sagen wollen. Aber es geht auch ohne, nur sollte man sich dann nicht anmaßen, zu behaupten, man hätte verstanden. Denn „Heavy Sky“ ist eine EP, die Fragen offen lässt. In welche Richtung wird sich diese Band entwickeln? Finden sie eines Tages zurück zu solch grandiosen Krachern wie sie auf „The Fall Of Math“ oder „Hole“ zu finden waren? Müssen sie das überhaupt? Wie soll das Ganze auf der Bühne aussehen? Was und welche Idee steckt eigentlich hinter dieser Musik? Fragen über Fragen, auf die es vorerst keine Antwort geben wird. Und dennoch: Eines Tages wird man es erfahren und vielleicht wird man dann auch schlau aus dem, was einem hier und jetzt um die Ohren geballert wird. Wie auch immer, es bleibt spannend!


Tracklist:

1. Tiger Girl - edit
2. Sawtooth Rising
3. The Wrong Shape
4. Pacify
5. PX3
6. Beats Like A Helix
7. Guitar Cascades

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Alex G.

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