Plattenkritik

AFI - Decemberunderground

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Release Date: 02.06.2006
Datum Review: 10.06.2006

AFI - Decemberunderground

 

 

AFI sind seit ihrem Bestehen dafür bekannt sich kontinuierlich und häufig auch unerwartet weiterzuentwickeln. Die Band hat sich ganz am Anfang der 90er gefunden und das letzte, was man ihr vorwerfen kann, ist ihre Kredibilität über Bord geworfen zu haben. Ihr Major Debüt "Sing The Sorrow" liegt mittlerweile bereits drei Jahre zurück und bescherte der Band, nach verlassen der langjährigen Heimat bei Nitro Records, den endgültigen internationalen Durchbruch. Der sehnsüchtig erwartete, siebte Longplayer der Band trägt den Namen "Decemberunderground" und erscheint bei Interscope Records.

Gerade seit des Erfolgs von "Sing The Sorrow" gehören Gothiceinflüsse zum guten Ton im Punk und Hardcore Geschäft und Termini wie Dark Punk oder auch Dark Emo werden geschaffen um die nächste Schublade zu benennen. Natürlich haben sich AFI ihre Gothic Einflüsse sowie ihre Punkwurzeln bewahrt, auf "Decemberunderground" gesellt sich jedoch die neu gefundene Liebe zur poppigen Schönheit, die immer häufiger die Oberhand gewinnt.

Mit ordentlichem Pathos leitet "Prelude 12/21" das Spektakel ein bevor mit "Kill Caustic" der wohl aggressivste Song des Albums offensiv nach vorne geht. Mit satten Hardcore Riffs und Emocore-mäßigen Screams macht der Track einfach nur Spaß und bringt die Zuhörerschaft mit Groupshouts in fahrt. Der Song muss live einfach nur abgehen. Es folgt die erste Singleauskopplung "Miss Murder", die schon eher für den Gesamtsound des Albums steht. Schöne Riffs, ein äußerst melodischer Davey Havok und endloses Ohrwurmpotential. Die Single ist zwar ein sehr schöner Song, entspricht jedoch nicht meiner erster Wahl auf dem Album, bei dem nach und nach die Synthie-Klänge in den Vordergrund rücken und man sich sogar gelegentlich an DEPECHE MODE erinnert fühlt. Da hätten wir zum Beispiel die unglaubliche Ballade "Interview" die eine ganz besondere, düstere Romantik versprüht und Gänsehautfeeling garantiert ohne zu aufgesetzt zu wirken. Auch das arschtretende "Affliction" mit seiner wunderschönen Melodie, den Tempowechseln und der gewissen Härte wäre ein Anwärter gewesen. Wenn man sich genauer mit dem Album auseinandersetzt ist es schon fast erschreckend wie viele Hits man hier findet. Ich spreche jedoch nicht von den kurzen Ohrwürmern sondern von langwährendem Hörgenuss. Mit "Decemberunderground" setzen AFI mal wieder die Messlatte ein gutes Stück höher, für mich ist das Album schon jetzt ziemlich weit oben in den persönlichen Top 10 des Jahres.

Tracks
01 Prelude 12/21
02 Kill caustic
03 Miss Murder
04 Summer shudder
05 The interview
06 Love like winter
07 Affliction
8.The Missing Frame
9.Kiss and Control
10.The Killing Lights
11.37mm
12.Endlessly, She Said
13.Rabbits Are Roadkill On Rt. 37

Autor

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Torben

Autoren Bio

Allschools Chef