Plattenkritik

ARLINGTON - A Walk Through Jackson County

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Info

Release Date: 26.10.2018
Datum Review: 30.10.2018
Format: CD

Tracklist

 

1. Don't Mind
2. Ride Out
3. Hollow Moon
4. Mud
5. Motion
6. Damn Shame
7. Native Tongue
8. Better Men Than Me
9. Halo
10. Children
11. What They Say

Band Mitglieder

 

Tyler Benko - Guitar / Vocals
Channing Peake - Bass / Vocals
Grant Whitson - Drums

ARLINGTON - A Walk Through Jackson County

 

 

Für soliden Rock bedarf es bekanntlich nicht viel: Schlagzeug, Gitarre, Bass und ein wenig Gesang, das reicht gewöhnlich. Das dachten sich auch die drei Jungs der Band ARLINGTON. Am 26. Oktober erschien mit „A Walk Through Jackson County“ das erste Album der Kalifornier. 

Die ersten vier Nummern der Platte zeigen, inwiefern die Band unter anderem von Acts wie Jack White oder Led Zeppelin beeinflusst wurde. Die Gitarrenriffs sind meist bluesig und schrill, lassen den Hörer sehr an Jimmy Page erinnern, während der Gesang fast schon einen poppigen Charakter besitzt. Für mich am auffälligsten war dabei „Mud“. Der Song beginnt extrem Blues-orientiert und entwickelt sich anschließend mit seinem fast hymnenartigen Charakter zu einem gelungenen Rocksong. 

 

 

Dass die Jungs aber auch ruhiger können, beweist ihre Ballade „Motion“. Wunderschöne Gitarrenläufe treffen hier auf melancholischen Gesang. Fast hat man dabei das Gefühl, ein Stück von John Mayer zu hören. „Motion“ kann man ziemlich als den Wendepunkt des Albums beschreiben. Denn ab da bedienen sich ARLINGTON einer deutlich ernsteren Form des Songwritings.

Bei längerem Zuhören beginnt jedoch meine Meinung über „A Walk Though Jackson County“ zu schwanken. Einerseits sind meines Erachtens zu viele Poprock-Elemente erhalten, die den Stil von ARLINGTON zu kitschig darstellen. Anderseits präsentiert das Trio unfassbar gut arrangierte Rockn´Roll-Passagen, die Led Zeppelin wohl nicht besser hätten spielen können. Paradebeispiel dafür ist die Nummer „Better Than Me“: Die Nummer ist quasi ein 08-15-Rocksong, das sich nicht durch große Kreativität auszeichnet. Nach ca. zwei Minuten knallt die Band jedoch ein ausgezeichnetes Gitarrensolo raus, welches die Langweile der Nummer ausgleicht.

 

 

Insgesamt haben ALRINGTON musikalisch einiges anzubieten. Polyrhythmik, technisch versierte Soli und groovige Riffs sind auf „A Walk Through Jackson County“ definitiv keine Mangelware. Jedoch kommen zu häufig Poprock-Sequenzen vor, die meiner Meinung nach der Band überhaupt nicht guttun und deren Musikstil nicht wirklich bereichern. Wenn das Trio in Zukunft auf noch mehr „dreckigeren“ Sound zurückgreift und mehr Wert auf krasse Riffs setzt – wie zum Beispiel bei der letzten Nummer „What They Say“ – dann dürften ARLINGTON zweifellos eine echte Bereicherung der Alternativen Musik werden.

Autor

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Christoph

Autoren Bio

Gitarrist und Radiomoderator aus der Umgebung Nürnberg. Nebenbei Philosophie/Politik-Student. Musikalische Vorlieben reichen vom Metalcore bis einschließlich zum Bebop.