Plattenkritik

Alexisonfire - Crisis

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Release Date: 18.08.2006
Datum Review: 13.08.2006

Alexisonfire - Crisis

 

 

Anno 2006 kommen die überfliegenden Bands nicht mehr aus den USA, sondern Kanada hat übermäßig viel zu bieten. Man nehme nur das Debütwerk von PROTEST THE HERO, das durchstartende Zweitwerk von BILLY TALENT und nun die dritte Scheibe von ALEXISONFIRE. Natürlich geht es hier um letztgenannte Band, die sich seit ihrer Gründung im Jahre 2001 in St. Catharines, Ontario einen ausgezeichneten Ruf im Screamo Genre erspielte. Bereits das selbstbetitelte Erstwerk war unglaublich roh und ungeschliffen und ließ Musikfreunde ehrfürchtig nach Luft schnappen. Hier lag eindeutig ein Rohdiamant vor, der nur ein wenig Schliff brauchte. Es war nicht verwunderlich, dass die Talentspäher von Equal Vision ihre Hände im Spiel hatten und so lieferte auch das Nachfolgealbum "Watch Out!" den erwartete Szeneerfolg. Pünktlich im Zweijahrestakt erscheint nun der dritte meisterliche Streich der fünf Kanadier, die zuletzt eine Split mit MONEEN veröffentlichten.

Ich nehme es vorweg: "Crisis" ist brillant und es wundert mich einmal mehr, dass die frisch bei Vagrant gelandete Band hierzulande bei dem kleinen schnuckeligen Defiance Label lizenziert wird. Aber nähren wir uns der musikalischen Materie der neusten Langrille. Mit wütendem Gefauche springt George Pettit dem Zuhörer beim furiosen Auftakthammer "Drunks, Lovers, Sinners And Saints" ins Gesicht. Schnell wird die Dualität aus Offbeat Lyrics und hymnischer Melodie, die primär durch Dallas Green getragen wird, deutlich und es gibt wenige andere Bands, die diese Klaviatur derart beherrschen. Immernoch ein ausgesprochener Wiedererkennungsfaktor ist das filigrane und verspielte Gitarrenspiel der Band, die es versteht in bester Post Hardcore Manier zu explodieren. Wie auch schon beim Vorgängeralbum kommt man direkt zur Sache, ausschweifende Intros sind passé und auch auf einen "44 Caliber Love Letter" darf man lange warten. Stattdessen arbeitet man hymnischer, bringt Groupshouts in bester Hardcore Manier und überrascht mit einem rockigen Touch. "We Are The End" ist der Oberhammer bei dem man der Band sogar das etwas misslungene, düstere Experiment namens "You Burn First" verzeiht. Beide Daumen hoch für diese vor Energie strotzende kanadische Dampflock.


Tracks:
1. Drunks, Lovers, Sinners And Saints
2. This Could Be Anywhere In The World
3. Mailbox Arson
4. Boiled Frogs
5. We Are The Sound
6. You Burn First
7. We Are The End
8. Crisis
9. Keep It On Wax
10. To A Friend
11. Rough Hands

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Torben

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Allschools Chef