Plattenkritik

CAELUM - Entfesselt

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Release Date: 11.10.2018
Datum Review: 31.10.2018
Format: CD

Tracklist

 

1. Nachtwärts
2. Dunkle Tage
3. Entfesselt
4. Verloren im Meer
5. Gegen die Flut
6. Das Leben stirbt

Band Mitglieder

 

Martin „Mappel“ Appel – Gesang,
Moritz „Moe“ Jung – Gitarre,
Sebastian „Titus“ Kalthoff – Gitarre,
Carlo Löns – Schlagzeug,
Felix Jung – Bass/ Gesang

CAELUM - Entfesselt

 

 

Drei Jahre nach der Debüt-CD „Emily“ melden sich CAELUM mit einer Neuerscheinung wieder. „Entfesselt“ (2018) heißt die neue Platte der Münsterländer, die sich auf deutschsprachigen Metal spezialisiert haben. Ein Merkmal, das in der deutschen Metalszene nicht gewöhnlich ist. Umso interessanter also, sich mit der Band intensiver auseinanderzusetzen. 

 

Nach dem Albumintro „Nachtwärts“ legt das Quintett mit „Dunkle Tage“ richtig los. Die leicht dissonante Gitarre, der Breakdown im Hintergrund und die treibenden Drums hinterlassen schon zu Beginn einen positiven Eindruck. Der Song ist trotz seiner Länge von ca. sechseinhalb Minuten gut durchstrukturiert und abwechslungsreich. Hervorragend eingespielt ist vor allem das Gitarrensolo, Chapeau! 

 

 

 

 

Das Album macht mir bislang Spaß, denn das Songwriting zeichnet sich durch kreative und technisch hochklassige Fragmente aus. Beispielsweise liefert das dritte Stück „Entfesselt“ immer wieder rhythmische Spielereien, die mir den ein oder anderen „Aha“-Effekt entlocken. Hierbei sei auch der Song „Verloren im Meer“ genannt: Unmittelbar vor dem Gitarrensolo (das natürlich umwerfend ist) ertönt ein Piano, das die Blues-Tonleiter einmal auf und ab spielt. Kommt auch nicht bei jeder Band vor. 

 

Die Jungs sind musikalisch sehr verspielt. Sowohl „Gegen die Flut“, „Schatten“ als auch „Das Leben stirbt“ haben Elemente, die auch für Zuhörer außerhalb des Metalgenres interessant sein können. Krachende Breakdowns, krasse Gitarrensoli, kreatives Songwriting: CAELUM haben ganze Arbeit geleistet. 

 

Für Fans deutscher Lyrik lohnt sich dabei auch ein Blick auf die Texte. Dazu muss man aber nicht notwendigerweise im Booklet blättern, denn die Scream-Vocals sind so sauber, dass die Texte gut zu verstehen sind. Wirklich einziger Wermutstropfen: Bei den Clean-Vocals stockt es noch etwas bei der Intonation. Gute Ansätze sind da, trotzdem könnte hier und da noch ein wenig gefeilt werden. 

 

 

 

 

 

 

Lohnenswert ist „Entfesselt“ definitiv. Nicht nur die deutschen Texte, sondern auch die musikalischen Einfälle geben CAELUM ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Das Quintett kann mit dem neuen Album auf jeden Fall zufrieden sein. Man kann gespannt bleiben, wie die Entwicklung der Band in den nächsten Jahren voranschreiten wird!

Autor

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Christoph

Autoren Bio

Gitarrist und Radiomoderator aus der Umgebung Nürnberg. Nebenbei Philosophie/Politik-Student. Musikalische Vorlieben reichen vom Metalcore bis einschließlich zum Bebop.