Plattenkritik

Caspian - The Four Trees

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Release Date: 25.07.2008
Datum Review: 20.07.2008

Caspian - The Four Trees

 

 

Ihr kennt das Spielchen: Eine Band, die ihre Instrumente beherrscht, hat Bock auf Atmosphäre, komponiert eher, als dass sie schreibt und hält die menschliche Stimme als Klangerzeuger für völlig überbewertet. In guten, ja fast majestätischen Momenten heißt besagte Band dann EXPLOSIONS IN THE SKY und der Hörer fragt sich völlig zu recht: Wer braucht schon Sänger?! Die drängen sich doch selbst auf Promobildchen noch hedonistisch in den Vordergrund und saufen die ohnehin knapp rationierten Bierbestände leer.

CASPIAN aus Beverly, Massachusetts müssen sich mit derlei Problemchen nicht herumschlagen. Genannten EXPLOSIONS IN THE SKY (der Vergleich muss einfach kommen) nicht unähnlich, musiziert sich der Fünfer durch elegischen, kompositorisch tadellosen Post-Rock, der in bestimmten Momenten auch mal härter zupacken kann – ohne vokale Unterstützung versteht sich. Ein mächtiger Opener wie 'Moksha', welcher gekonnt sämtliche Spannungsbögen-Trademarks der Band vereint, wird selbst nach neun (!!!) Minuten nicht langweilig, 'Reprise' wiederum kontert auf den letzen Metern mit drückender Härte und setzt sich somit von genannter Referenzband aus Texas ab. Dazwischen liegen Songwelten, welche am Stück und (im Idealfall) über Köpfhörer genossen und erschlossen werden sollten. Wem ausufernde Songarrangements, flirrende Gitarren-Walgesänge und tribalistisches Drumming als nicht zu esoterisch aufstoßen, der greife zu. Es lohnt sich.

Tracklist:

01: Moksha 9:08
02: Some Are White Light 5:26
03: Sea Lawn 5:23
04: Crawlspace 7:38
05: Book Nine 5:44
06: The Dropsonde 2:05
07: Brombie 5:58
08: Our Breaths In Winter 3:23
09: The Dove 3:05
10: ASA 7:17
11: Reprise 5:14

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René

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