Plattenkritik

DEATH CAB FOR CUTIE  - Kintsugi

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Info

Release Date: 27.03.2015
Datum Review: 08.04.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. No Room In Frame
2. Black Sun
3. The Ghost Of Beverly Drive
4. Little Wanderer
5. You´ve Haunted Me All My Life
6. Hold No Guns
7. Everthing´s A Ceiling
8. Goog Help (Is So Hard To Find)
9. El Dorado
10. Ingenue
11. Binary Sea

DEATH CAB FOR CUTIE - Kintsugi

 

 

Oh mein Gott, oh mein Gott! Es sind DEATH CAB FOR CUTIE!!! Wer wird denen denn jemals an den Karren pinkeln wollen? Hier jedenfalls niemand.


Die Helden des Indiewhatevers haben ein neues Album mit neuem Produzenten gemacht. Und jeder Kritiker, der Böses im Hinblick auf diese Platte im Schilde führt, gehört per se schon direkt auf den Scheiterhaufen! Auf der anderen Seite bleibt das Problem, was denn noch schreiben zu dieser unfassbar großartigen Band? Sie knüpfen dort an, wo sie es sollen. Soviel ist klar. Ben Gibbards Stimme empfängt einen wie ein guter alter Freund und man fühlt sich sofort wohl und heimisch. So zum Anknuddeln, damit fliehen, getragen werden. Pathetisch? Aber hallo! Doch wie könnte es anders sein? Dazu mändern milde Gitarren um zurückhaltende Synthiesounds. Es geht aber auch mal verhältnismäßig rau zur Sache. Zu "Black Sun" dreht auch mal die Verzerrung auf. Grundsätzlich machen DEATH CAB FOR CUTIE genau da weiter, wo sie immer schon waren: Ganz weit oben. Und wir freuen uns jetzt schon auf runtergekurbelte Autofenster und "The Ghost Of Beverly Drive" bis zum Anschlag aufgedreht. Dabei lohnt es sich einmal zu THE CURE hinüberzuwinken. Ohrwurm, Hit, repräsentativer Song der Platte. Aber eigentlich ist auch das Quatsch, denn alles gehört auf volle Lautstärke gedreht, alles hat Ohrwurm, alles ist schön, traurig, tröstend, singend. Wem bei "You´ve Haunted Me All My Life" nicht das Herz blutet, der hat keines. Anbiedern müssen sich DEATH CAB FOR CUTIE für all das auch nicht. "Kintsugi" entfaltet sich. Nachdrücklich und bestimmt. "Kintsugi" ist das, was man in der japanischen Kunst drunter versteht, Zerbrochenes zu kitten und die Bruchstellen dabei sichtbar zu erhalten und sogar zu betonen. Huldigen wir also alten Wunden, nicht ganz verblassten Narben, nehmen sie mit und feiern die Erfahrungen. DEATH CAB FOR CUTIE liefern einmal mehr einen wunderbaren Soundtrack für neue Erfahrungen mit neuen Bruchstellen, die dann eben dazugehören und das Annehmen der alten. Vermutlich wird auch diese Platte wieder in sämtlichen Schmonzetten als Untermalung für alle möglichen Szenen ausgeschlachtet werden, doch so ist der Lauf der Dinge. Leben eben. Nehmt mit was ihr könnt und DEATH CAB FOR CUTIE dürfen dabei niemals fehlen. Mehr bleibt dazu nicht zu sagen.

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Jule

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wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de