Plattenkritik

Dir En Grey - Withering To Death

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 30.11.2005

Dir En Grey - Withering To Death

 

 

Im Mai dieses Jahres hörte ich das erste Mal von dem japanischen Phänomen namens DIR EN GREY, die härteste Band Japans, die in Windeseile den gesamten asiatischen Raum eroberte, riesige Konzerthallen füllt und binnen kürzester Zeit die Tickets zu ihren Konzerten ausverkaufen. Als eine der Vorzeigebands im skurrilen Visual Kei Biz feierten Kyo, Kaoru, Die, Toshiya und Shinya gewaltige Charterfolge im asiatischen Raum mit regelmäßigen top 10 Platzierungen. Nun gilt es Europa zu erobern und das erste Konzert von DIR EN GREY außerhalb Japans fand am 28. Mai in einer binnen 72 Stunden restlos ausverkauften Columbiahalle in Berlin statt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass nicht einmal die Promotrommel hierfür in Bewegung gesetzt wurde.

Was ist also das Besondere an den Japanern, die mit "Withering To Death" ihren ersten Longplayer offiziell hierzulande veröffentlichen? Natürlich haben DIR EN GREY, die nicht mehr wirklich Visual Kei sind, den Exotenbonus und liefern auf besagter Scheibe extravaganten J-Rock gepaart mit J-Pop und verrückten Versatzstücken aus Death-Metal, Emo und Elektrorock. Hört sich strange an, ist es auch, denn der Stilmix der Japaner lässt sich wahrlich schwer greifen und klassifizieren. Ein einzelner Song wandelt zwischen den Extremen aus melodischem Popgesang, derbem Geschrei und sogar Grunzlaute kommen nicht zu kurz. Auch instrumentell geben sich DIR EN GREY äußerst vielseitig zwischen japanischer Tradition und wuchtigen Riffs, die teils sehr poetischen Texte gibt es im Booklet sogar in ihrer deutschen Übersetzung. Gelegentlich schwirren für Sekundenbruchteile Assoziationen mit NINE INCH NAILS oder auch mal KORN durch die eigenen Hirnwindungen, doch dies trifft auch nur auf gewisse Momente zu. Man muss sich schon auf das exzentrische Hörerlebnis einlassen um seinen Spaß an den Japanern zu haben. Den großen Durchbruch würde ich den Jungs in Europa zwar nicht prophezeien, mir jagt der verrückte Stilmix abseits hiesiger Genres jedenfalls einen wohligen Schauer über den Rücken.

Autor

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Torben

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Allschools Chef