Plattenkritik

FATONI - Andorra

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Info

Release Date: 07.06.2019
Datum Review: 14.06.2019
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Alles zieht vorbei (feat. Dirk von Lowtzow)
02. Die Anderen
03. Clint Eastwood
04. D.I.E.T.E.R.
05. Burj Khalifa (feat. Casper)
06. Digitales Leben (feat. Jan Rößler)
07. Nein Nein Nein Nein Nein Nein
08. Alles cool
09. Krieg ich alles nicht hin
10. Ich glaub mit mir stimmt was nicht
11. Mitch
12. Wie du
13. OK OK OK

FATONI - Andorra

 

 

FATONI ist immer unterwegs.
Ironisch, pointiert, mit jeder Menge Charme.
Auf dem Weg nach Andorra.

Dass FATONI da steht, wo er heute steht, hat er vielen/m zu verdanken. Seinem Humor, seinem Charme, seinen Freunden und Weggefährten, seinem letzten Album "Yo, Picasso". Rap, ohne die klassischen Rap-Klischees zu bedienen.
Rap, ohne jegliche Szene-Zugehörigkeit.
Rap, unter anderen Umständen.

„Denn ich bin so unglaublich angewidert von so gut wie allen Männern, die meinen Beruf ausüben (bäh!)
Und jetzt frag' mich bitte nicht warum (nee!)
Ich mein' es liegt doch auf der Hand
Sieh' sie dir doch an (sieh' sie dir doch an)
Jetzt schmeiß du dich ruhig schützend vor Hip-Hop
Doch erwarte nicht, dass ich da mitmach' (nee!)“

So unterstützen nicht CAPITAL BRA, 187 oder andere derzeit angesagt Rap-Acts den Wahlberliner, sondern Indie-Legende DIRK VON LOWTZOW von TOCOTRONIC und CASPER. „Wenn man Rap auf der Höhe der Zeit macht, wird man immer in jener Zeit bleiben FATONI liefert auf „Andorra“ Rap-Musik ohne Mindesthaltbarkeitsdatum. Musik, die keinem sinnlosen Trend hinterher jagt. Musik, die zwar am Puls der Zeit ist, aktuelle Themen, Wörter und Trends mit einbezieht, die Säulen jedoch an anderer Stelle setzt.

"Andorra" ist persönlicher und ernster als FATONIs Vorgänger-Alben, ohne auf witzig-ironische Spielereinen zu verzichten. Während sich der gebürtige Münchner auf seinen EPs austobt und gerne auch mal Themen, Soundcluster und Trends etwas über spitzt darstellt, bewahrt Anton auf Albumlänge Contenance. Nicht ohne Grund steht mit „Alles Zieht Vorbei“ der vielleicht persönlichste FATONI-Song zu Beginn des Albums. Und dennoch bleibt der IRON(ie)-MAN bei seinem Humor, erzählt dabei jedoch weniger von Anderen und mehr von sich selbst. Von seiner Jugend, seiner Freundin, seinen Ängsten.
"Andorra" geht verschiedenste Wege. Und so steht Anton am Ende immer wieder alleine mit seiner Gitarre in die Gesangskabine. Kein Beat, kein Bass, kein Rap. Eine einfache, rohe Demo-Version. Das war´s. Irgendwo zwischen Rock und Pop. Zwischen DIE ÄRZTE und DIRK VON LOWTZOW.

„Mein Rap ist so Killer wie Dessauer Bullen
Ich würde mich so gerne positionieren, doch muss ich grad' prokrastinieren
Sorry, doch so bin ich sozialisiert, alles so kompliziert
Zum Beispiel hassen alle Frei.Wild und wir sind uns alle einig
Doch wenn Rapper dumme Faschos sind, dann sind wir nicht so kleinlich“

„Andorra“ bietet eine gute Mischung aus eingängigen, poppigen Hits und pointierten Liedern für all die Insider und Oldschools-Fans, die keinen Bock auf die Charts haben.
FATONI ist immer unterwegs.
Auf dem Weg in die Charts.

Autor

Bild Autor

Janik E.

Autoren Bio

Janik E. // 23 // love music. hate fascism.