Plattenkritik

Misery Speaks - Disciples Of Doom

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Release Date: 24.04.2009
Datum Review: 12.03.2009

Misery Speaks - Disciples Of Doom

 

 

Münster, Schauplatz des zurzeit besten Tatorts und Heimat einer der besseren Metal Bands Deutschlands. Nein, hier wird nicht von der Gruppe berichtet, die von Album zu Album schlechter geworden ist, sondern hier wird von MISERY SPEAKS gesprochen, die wegen ihrer bisherigen Schaffensphase (“Misery Speaks“ und “Catalogue Of Carnage“) Anspruch auf Erhalt des EDGE OF SANITY Gedenkpokals hätte. Auf ihrem dritten Langeisen „Disciples Of Doom“ ergänzen sie ihren Sound um eine gehörige Portion Arschtritt. Mit anderen Worten kommen sie ENTOMBED und ihrem mit Rotzrock gefütterten „Wolverine Blues“ gefährlich nahe. Gefährlich gut muss hinzugeführt werden, denn der knarzige Gitarrensound und die quietschfidele Grundstimmung entfachen mächtig Bierlaune und lassen Freude im Schwermetallerleben aufkommen. Zwar suggeriert der Titel eine Sympathie zum Doom, aber bis auf den Titeltrack, der schwer und träge ins Rollen kommt und nach und nach seine Lava versprüht, kann Entwarnung gegeben werden. MISERY SPEAKS kombinieren schnoddrige, mitunter düstere Death Metal Härte mit mitreißenden Groove und kaltschnäuziger Lockerheit und setzten darauf ihr durch zwei Alben antrainiertes Gespür für schwedische Melodien. Als Sahnehäubchen ist eine intensive Atmosphäre auf dem dritten Werk zu spüren, die nicht mit Technik oder Bombast erreicht wurde, sondern Ergebnis eines guten und gefangen nehmenden Songwritings ist. Die Tempiwechsel, Breakdowns und sehr guten Soli klingen nicht gestelzt, sondern kommen lässig gezockt aus der Hüfte und veranschaulichen den Spaß, den die Band bei der Aufnahme des Materials in Schweden gehabt haben müssen. Der neue Sänger Przemek Golomb (von hinten gelesen klingt dieser mit „Kemezrp Bmolog“ fast noch schöner…) bietet ein facettenreiches Organ und erinnert mit seinen Shouts an einen etwas tiefer gelegten Tomas „Tompa“ Lindberg und bei den Grunts an einer etwas höher gehobenen Lars Göran Petrov. Abgerundet wird „Disciples Of Doom“ durch eine lebendige Produktion, für die Produzent, Sänger und Gitarrist Jonas Kjellgren die Regler schob. Wenn alles Gute nach Oben kommt müssen MISERY SPEAKS ganz schnell an diesen Ort.

Tracklist:
1. Out Of The Unknown
2. The Burning Path
3. End Up In Smoke
4. A Road Less Traveled
5. Disciples Of Doom
6. Obsessed
7. Black Garden
8. Fragile
9. The Swarm
10. Into The Unknown

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Clement

Autoren Bio

Ich fühle mich zu alt