Plattenkritik

Pascal Finkenauer - Unter Grund

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Release Date: 06.02.2009
Datum Review: 20.01.2009

Pascal Finkenauer - Unter Grund

 

 

Nach der Ich blicke an dir vorbei EP erscheint nun mit „Unter Grund“ endlich das dritte Album von PASCAL FINKENAUER, welchen man hauptsächlich von den Features mit FETTES BROT kennt. Dass dieser Kerl aber ein ganz eigenständiger Künstler ist, geht leider viel zu oft unter. So begann er als Sänger der Band EXHAUST und veröffentlichte mit dem Elektro-Kollektiv JAW sogar ein Album. Mit THE BLACK CHERRIES veröffentlicht er sogar ein Punkrock Album der anderen Art und wird prompt von einschlägig bekannten Musikzeitschriften mit Lob überschüttet.

Nun also zum dritten Mal solo. Ob er die Qualität seiner im Januar erschienenen EP, von der es lediglich die Single „Ich blicke an dir vorbei“ und das elektronisch verworrene „zu glatt“ auf das Album geschafft haben, halten kann bleibt abzuwarten. Nach dem wunderschönen „Ich blicke an dir vorbei“ startet FINKENAUER mit „Nebenan“ mit einer düsteren Stimmung in sein Album und schafft es, durch einen interessanten Text einen hohen Spannungsbogen zu ziehen der sich leider nicht allzu lange halten kann. „Unter Grund“ beispielsweise zeigt einmal mehr die Musikalische Vielseitigkeit des Herren, gleicht im selben Augenblick allerdings einer wirren Jazz-artigen Melodie, die sich viel zu hektisch fortbewegt. Dem nachfolgenden „Weißt du noch“ fehlt leider der Biss an Tragik den FINKENAUER auf seiner EP nahezu perfekt zeigte. Mit „Verdammt sein“ hört man zwar wieder hektische Drums die den Song ebenso schnell und wirr nach vorne peitschen wie „Unter Grund“, sich im Refrain aber glücklicherweise in einen von Streichern unterlegten Refrain verwandelt der unter die Haut geht. Dass er auch ganz ohne jeglichen Schnickschnack schöne Geschichten erzählen kann zeigt das akustisch vorgetragene „Verrosteter Revolver“. Leider gelingt es FINKENAUER nicht das Niveau seiner EP zu halten und veröffentlicht mit „Unter Grund“ zwar ein sehr schönes Album, jedoch enttäuscht er durch das Songwriting welches zu oft nicht auf den Punkt zu kommen scheint und so den Hörer leider enttäuscht zurück lässt, wie gerade die letzten Songs zeigen. Denn bei „Sucht“ geht der Text im musikalischen Wirrwarr unter, wobei im Gegensatz dazu „Nur aufstehen“ mit seiner leisen Gitarre noch etwas zu ungar wirkt. Trotzdem bleibt einem immer noch FINKENAUER’s Stimme, denn diese ist unverwechselbar schön.

Tracklist:

1. Ich blicke an dir vorbei
2. Nebenan
3. Unter Grund
4. Weisst du noch
5. Verdammt sein
6. Und wieder kommt die nacht
7. Verrosteter revolver
8. Euer Wort
9. Zu Glatt
10. Vor die Hunde gehen
11. Sucht
12. Nur aufstehen

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Raphael

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