Plattenkritik

Shino Kantana - Redemption

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Release Date: 24.08.2012
Datum Review: 20.08.2012

Shino Kantana - Redemption

 

 

Langsam! Mal ganz langsam!! Heutzutage ist es viel zu hektisch und sprunghaft geworden. Diesem Trend stellen sich die Australier SHINTO KATANA mit Vehemenz entgegen und zeigen auf „Redemption“, dass es auch noch oberflächlich ausgelutschten, im Inneren aber brodelnd heißen Metalcore gibt.

Denn die THE ACACIA STRAIN und EMMURE Anleihen im schleppenden Mosh wirken anfangs so herkömmlich, dass alle Sinne gen Skip schielen. Aber diese musikalische Engstirnigkeit entfaltet sich schnell als ein tiefschwarzes Gebräu, das viele Facetten freischält. So bestimmt ein tief gelegter Sänger die Szenerie, der fast schon monoton und uninspiriert sein Mundwerk zelebriert. Aufgelockert mit Sprechgesang und gelegentlicher Crew-Unterstützung zieht sich aber dadurch eine schwere Gewitterfront durch das Album, die förmlich nach Geistesblitzen schreit. Und die kommen mit den wunderbar melancholischen Melodiebögen, die z.B. den Beginn/Ende von „Blackguard“ oder das Ende des Titeltracks verzieren. „Redemption“ verbindet damit schleppend fließend Mosh, Melancholie und Melodie, ohne den Flair von etwas Neuem zu versprühen. Und die Australier, die sich nach japanischen Kampfschwertern benannten, sind bei aller Aggressivität auch ungemein zerbrechlich und wirken mitunter wie eine Knospe, die sich kurz vor der Entfaltung selbst zerstampft. Daher birgt das dritte Album durchaus Potential, um sich für eine Ohrriskierung anzubieten.

Tracklist:
01. Redemption
02. Outlaws
03. Solitary
04. Rain
05. Blackguard
06. Ghost
07. Conditions
08. Internal Warfare
09. Corners
10. Unforgiven
11. Veritas
12. RJ

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Clement

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Ich fühle mich zu alt