Plattenkritik

The Fall Of Troy - Doppelgänger

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 24.08.2005

The Fall Of Troy - Doppelgänger

 

 

Hat sich schon mal jemand die Frage gestellt, wie ein Klon aus THE MARS VOLTA und THE BLOOD BROTHERS aussehen würde? Ich habe hier zumindest die Antwort darauf, wie sich das Ganze anhört. THE FALL OF TROY lassen es auf ihrem Equal Vision Debüt mit dem Titel, "Doppelgänger", progressiv krachen.

Verrücktes, nicht selten im Chaos versinkendes Instrumentenballett paart sich mit einem hyperaktiven Gesangsmuster zwischen psychotischem Screamo und melodiösen Harmonien in äußerst hohen Tonlagen. Frontmann Thomas Erak ist neben der eindrucksvollen Gesangsleistung für die sich unglaublich verrenkenden Gitarrenleads verantwortlich, die schon Yoga-ähnliche Züge haben. Mal klar im Metal verankert mal unglaublich proggressiv ausufernd wird hier ein stets druckvolles Post Harcore Gewitter auf den Zuhörer zugelassen, der zunächst einige Zeit brauch seinen Orientierungssinn zurückzugewinnen. Dennoch wird die poppige Seite des Lebens nicht außen vor gelassen, die "Doppelgänger" eine ausgesprochene Zugängigkeit verschafft. Bei all den musikalischen Eindrücken, die fortwährend auf einen einprasseln, stell ich mir nur immer wieder die Frage wie die Band aus Seattle das Ganze in einer Dreierformation bewerkstelligt. Immerhin ist man bereits zweimal auf die Größe eines Quartetts gewachsen um dann wieder auf die Ursprungsbesetzung zurückzuschrumpfen und siehe da – es reicht.

In ihrem Schaffensdrang haben THE FALL OF TROY ebenfalls vier Songs ihres selbstbetitelten Debüts erneut eingespielt und zeigen deutlich was mit der Produktion eines Barrett Jones (FOO FIGHTERS, JAWBOX) und dem gesteigerten Handling der Instrumente alles möglich ist. Trotz der leicht modifizierten Songnamen sollte man hier keine Probleme haben die Songs zu identifizieren. Natürlich erweist sich auch das neue Material als abwechslungsreiche Perlen mit einer Vielzahl von Überraschungsmomenten. Auch die wiederkehrenden Ausflüge in die Welt des wirren, Jazz-lastigen Hardcores machen Spaß und sorgen für ein ausgeprägtes Hörvergnügen. Ein Großartiges Album, welches nicht so schnell vergleichbares zulässt. Beim nächsten Mal möchte ich trotz der fantastischen Neueinspielungen einiger alter Songs jedoch ausschließlich neues Material auf meinen Plattenteller packen.

Tracklist:
1. I Just Got This Symphony Goin'
2. Act One, Scene One
3. F.C.P.R.E.M.I.X.
4. "You Got A Death With, Johnny Truant?"
5. Mouths Like Sidewinder Missiles
6. The Hol[ ]y Tape...
7. Laces Out, Dan!
8. We Better Learn To Hotwire A Uterus
9. Whacko Jacko Steals The Elephant Man's Bones
10. Tom Waits
11. Macaulay McCulkin

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Torben

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Allschools Chef