02.02.2007: Brand New, Mewithoutyou - Hamburg - Fabrik

 

16 Euro Eintritt und eine Showabsage von JEREMY ENIGK (Ex - Sunnyday Real Estate) sollten eine eher mäßige Basis für einen gelungenen Musikabend bilden. Doch dass an diesem Freitagabend keiner enttäuscht nach Hause gehen sollte, bewies schon die Vorgruppe MEWITHOUTYOU, bei der einfach jeder mit einem breiten Grinsen den kompletten Auftritt verfolgen musste. Mit einer Mischung aus Postcore / Indiepop und grandiosen Tanzeinlagen des Sängers Aaron Weiss erspielten sich MEWITHOUTYOU einige neue Fans an diesem Abend. Eine wilde Hampelei möchte ich den Tanzstil
von Aaron Weiss mal nennen, mit seinen nicht zu verachtenden instrumentalen Einlagen von Akkustikgitarre, Akkordeon, Rasseln, Schellenkranz und 2. Trommler am Brand New – Schlagzeug. Mit dem Wunsch und der Frage nach einem Schlafplatz verabschiedeten sich MEWITHOUTYOU nach ca. 40 Minuten und überließen BRAND NEW die Bühne.

Zu Beginn Ihres Sets spielten BRAND NEW vor allem Stücke ihres neuen Albums „the devil and god are raging inside me“. Das bis zu diesem Zeitpunkt eher zurückhaltende Publikum wurde von Song zu Song aktiver und es dauerte nicht lange, da wurden sich in den ersten Reihen zu Songs wie „sic transit gloria“ und „shower scene“ die Köpfe blutig getanzt (naja, es waren 3 Verwundete). Unter strenger Beoabchtung von 2 Vokuhila - Securities einigte man sich von da an auf einen gemässigteren Tanzstil. BRAND NEW präsentierten dem Publikum ein überaus abwechslungsreiches Set, mit einer Mischung aus ruhigeren, fast schon psychedelischen Parts bis hin zu krachenden Gitarrenarrangements und auf wackligen Marshallamps balancierenden Gitarristen. Um auch allen Effekten ihrer Songs gerecht zu werden, haben sich BRAND NEW für ihre Liveshows extra einen dritten Gitarristen dazugeholt, der aber leider die meiste Zeit in dem lichtundurchlässigen Teil der Bühne verbrachte. Bei der Songauswahl beschränkte man sich im Wesentlichen auf das neue Material und die schon als Klassiker gehandelten Hits des Vorgängers „deja entendu“. Ein überaus sympathischer, aber auch vor Selbstironie strotzender Jesse Lacey schaffte es dann auch noch bei Songs wie „soco amaretto lime“ und „i will play game beneath the spin light“ das Publikum zum Mitsingen zu bewegen. Ein BRAND NEW Konzert mit einer Länge von mindestens 90 Minuten, das sollte in unser Gegend öfter passieren. Hinterher war sich wohl jeder einig, dass 16 Euro Eintritt für diese Darbietung nicht zu viel verlangt waren.