05.11.2017: BRUTUS - Berlin - Monarch

 

Sonntagabend, Pisswetter, ganzen Tag im Bett gelegen, draussen´ schon dunkel. Richtig Bock nochmal loszugehen. Was solls, manchmal muss man sich zu seinem Glück halt zwingen. Los halt, kurz was essen (Werbung: Sahara-Neukölln: beste Erdnusssoße), ab zum Kotti, Treppe hoch, ab in´ Monarch. Mir war bisher nicht bewusst, in welcher Form dort Konzerte stattfinden sollen, letzendlich wurde die ohnehin schon kleine Bar noch etwas verkleinert, indem ein Teil der hintersten Sitzmöglichkeiten zu einer Art Bühne umfunktioniert wurden. Musikalisch eher prädestiniert für Singer-/Songwriter, sorgte diese fast ebenerdige Bühne bei BRUTUS für familiäre, fast intime Atmosphäre. Erstmal:

Angekommen, Trinken bestellt, Kippen ausgepackt. Erleichtert wurde uns irgendwann mitgeteilt, dass es keinen Supportact gibt, was uns das an diesem Sonntag verdammt gelegen kam, gefühlt rufte das Bett schon wieder von Weitem. Der Monarch füllte sich einigermaßen und bereits bei ca. 50 Leuten war der Laden mehr als gut gefüllt, was anhand der beschlagenen Fenster und der aufsteigenden Hitze nachdrücklich zur Schau gestellt wurde. BRUTUS begannen ihr Set mit „March“ oder „Horde II“, so ganz kann ich mich an die Setlist nicht erinnern. Der Sound war zuerst etwas blechern und kratzig, nach wenigen Minuten und einem Positionswechsel unsererseits legte sich das Problem. BRUTUS spielten bereits Anfang des Jahres ein Konzert in der deutlich größeren Kantine am Berghain, welches ich leider nicht sehen konnte. Die Meinung, ob der Sound besser war oder nicht, ging an diesem Abend unter den Besuchern beider Konzerte auseinander. Die Show an diesem Abend selbst, darüber herrschte Konsens, war super.

Show: das Konzert dauerte ca. 50 Minuten, mehr Stuff haben die Belgier derzeit nicht. Im Laufe des Sets wurde ein neuer bzw. mir unbekannter Song gespielt, welcher im Aufbau dem üblichen Muster folgt: Blastbeat-ähnliches Drumgeprügel, hymnischer Gesang, atmospährische Vocals und das alles mit ganz viel Reverb und Delay. Der spärlich beleuchtete Monarch in Kombination mit dem hingebungsvollen Schlagzeugspiel und emotionalem Gesang von Drummerin/Sängerin Stefanie Mannaerts sorgte für Gänsehaut, vor allem während der bekannten Singles „Drive“ und „All Along“ am Ende. Generell liegt der Fokus der Band so sehr auf Frontsängerin Mannaerts, dass ihre beiden nicht minderbegabten Bandkollegen etwas zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Dabei sorgen diese mit unterschwellig melodiösen Bassläufen und Blackgaze-Gitarrensounds erst für das notwenige Fundament für die Songs.

BRUTUS beendeten ihr Set, insofern ich mich noch erinnern kann, mit dem ersten Teil „Horde“ und stellten eindrucksvoll unter Beweis, was für eine verdammt gute Liveband die Belgier sind. Trotz marginaler Verspieler (jaja, Jammern auf hohem Niveau etc. – „Delay war falsch eingestellt diesdas“), strahlte die Band zu jeder Sekunde Leidenschaft und Liebe für das aus, was sie dort tun. Und das kam auch bei uns an. <3