06.05.2009: Metallica, Machine Head, The Sword - München - Olympiahalle

 

Metallica touren aktuell mit ihrer neuen Scheibe Death Magnetic durch Europa und beglücken Deutschland mit insgesamt sieben Hallenshows. Grundsätzlich kann man bei einer Metallica Show recht wenig falsch machen, allerdings sind die überdachten Konzerte immer wieder was besonderes weil es die vier Herren vorziehen in der Mitte der Halle zu spielen. Des Weiteren sind James und co immer wieder für Überraschungen gut. Sei es die Snakepit-Stage zum Black-Album oder die künstlich einstürzende Hydraulik Bühne zur Load Hallen-Tour.

München war Auftaktort der Konzerte in Deutschland und rund 12.000 Besucher fanden ihren Weg in die Olympiahalle, die ja nicht gerade für einfache Akustik bekannt ist. Apropos schlechter Sound: richtig! Metallica hatten zwei Vorbands, nämlich The Sword und Machine Head, welche in etwa so klangen wie wenn man seine Stereoanlage im Klo versenkt hätte. The Sword waren die erste Band und haben den Slot wohl ihrem grossen Fan Lars Ulrich zu verdanken. Zu hören gab es gut 20-30 Minuten Stoner-Rock mit Doom Metal Einschlag, aber so richtige Begeisterung kam nicht auf. Das war bei Machine Head schon anders. Diese legten mit „Clenching The Fists of Dissent“ los und spielten in 45 Minuten insgesamt 6 Songs. Der Schwerpunkt der Setlist lag wie nicht anders zu erwarten beim Hammer Album „The Blackening“. Zudem gabs noch ein Maiden Cover (Hallowed be thy name) und „Davidian“ als Rauswerfer. Allerdings war der Sound eine absolute Frechheit. Die Ansagen von Rob Flynn konnte man nicht ansatzweise verstehen und der Sound der Songs war das schlechteste was mir jemals untergekommen ist. Trotz der motivierten und guten Bühnenperformance der Band lebt eine Gruppe wie Machine Head natürlich auch von einem fetten Klangteppich und der fehlte vollends.

Nach einer grosszügig ausgelegten halben Stunde ging die Saalbeleuchtung aus und das typische Metallica Intro „The Ecstasy Of Godl“ von Ennio Morricone setzte zeitgleich mit ohrenbetäubendem Jubel ein. Metallica legten mit dem Death Magnetic Opener „That Was Just Your Life“ und einer dicken Lasershow los und Moment… welch Wunder … der Sound war auf einmal halbwegs klar und druckvoll, aber noch nicht perfekt. Nach einer guten halben Stunde jedoch passte der Klang perfekt. An dieser Stelle muss man die Frage zulassen, ob Metallica solche Spässe wie Vorbands runtermischen überhaupt noch nötig haben. Ich würde sagen: nein.
Davon mal abgesehen boten die Four Horsemen alles was man von einer Metallica Show erwarten kann: Bühne in der Mitte der Halle, Pyros, Flammen, Laser und die sechs riesigen Stahl-Särge an der Decke wurden hier und da mal herabgesenkt. Um es in einem Satz zu sagen: die perfekte professionelle Arenashow ohne Ecken und Kanten. In Bezug auf die Setlist wird deutlich wie überzeugt James und co vom neuen Album Deatch Magnetic sind. Sage und schreibe sechs von zehn Liedern der neuen Scheibe fanden ihren Weg in die Setlist. Darunter „Cyanide“, „All Nightmare Long“ und „The Day That Never Comes“. Der Rest des Abends bestand aus alten Gassenhauern zum mitgröhlen („Enter Sandman“, „Nothing Else Matters“ oder „Seek And Destroy“) und ein paar vereinzelten alten Songs wie zum Beispiel „Whiplash“ oder „The Four Horsemen“. Das Publikum war natürlich aus dem Häuschen und feierte seine Helden standesgemäß ab so wie sich das gehört.

Alles in allem war es mal wieder ein richtig gutes Konzert von Metallica mit einem einzigen aber doch recht dickem Kritikpunkt: wenn man 65 Euro für eine Karte zahlt, dann darf man auch schon bei den Vorbands guten Sound erwarten.

Setlist Machine Head:
Clenching The Fists Of Dissent
Imperium
Halo
Hallowed Be Thy Name
Descend The Shades Of Night
Davidian

Setlist Metallica:
That Was Just Your Life
The End Of The Line
Harvester Of Sorrow
The Four Horsemen
One
Broken, Beat And Scarred
Cyanide
Sad But True
The Unforgiven
All Nightmare Long
The Day That Never Comes
Master Of Puppets
Battery
Nothing Else Matters
Enter Sandman
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Breadfan
Whiplash
Seek and Destroy