06.11.2014: Chevelle, Black Map - Hamburg, Knust

 


CHEVELLE - nicht nur eine Automarke sondern auch ein Trio aus Amerika. Obwohl sie in ihrer Heimat schon große Erfolge feiern konnten, sind die Alternative Rocker hierzulande noch nicht sonderlich bekannt. Dies lag nicht zuletzt wohl auch an ihrer über 10jährigen Tour-Abstinenz was Deutschland betrifft. Nach Auftritten bei Rock am Ring und Rock im Park im Sommer 2014 kamen sie nun für 5 Einzelshows zurück. Ob nun trotz der langen Wartezeit oder gerade deswegen, vier der fünf Shows waren ausverkauft. So auch der Donnerstag im Hamburger Knust.

Ein bunt gemischtes Publikum aller Altersklassen tummelte sich im Knust. Ein junger Mann neben mir sprach mich an "sag mal, woher kennst du CHEVELLE ? Die sind ja hier nicht so bekannt, das würde mich mal interessieren". Nachdem ich ihm von einem amerikanischen Internetradio berichtet hatte, dass vor Jahren "The Red" rauf und runter spielte teilte er mir mit, dass er nur zufällig durch eine Mix-CD eines Freundes auf die Band gestoßen sei. Es schien also, dass CHEVELLE trotz ausverkauften Hauses noch immer eine Art "Geheimtipp" sind.

Pünktlich um 21 Uhr betrat der Support BLACK MAP die Bühne. Nicht ganz unbekannt dürfte Gitarrist Mark Engles sein, der vorher bei DREDG spielte. Auch seine Bandkollegen waren zuvor in anderen Bands aktiv, Bassist und Sänger Ben Flanagan bei TROPHY FIRE und Drummer Chris Robyn bei FAR. Musikalisch ebenfalls dem Genre Alternative Rock zuzuordnen heizten die Amerikaner der Menge gut ein. Sänger Ben überzeugte durch eine starke, rauhe Stimme die sich ideal mit den Instrumentalen parts zusammenfügte. Für das Trio war es der erste Auftritt in Hamburg und der Dank, den sie sowohl an die Besucher als auch an CHEVELLE aussprachen wirkte aufrichtig und ernst gemeint. Gespielt wurden Songs aus ihrem Debütalbum "And We Explode" und der EP "Driver".

Auch CHEVELLE's Bassist Dean nutzte die Chance und sah sich 30 Minuten des Auftritts von BLACK MAP an - überraschenderweise unerkannt von den Mädels im Fanshirt, die direkt neben ihm standen. Anscheinend waren CHEVELLE zumindest so lange nicht mehr in Deutschland, dass die Bandmitglieder nicht auf anhieb erkannt werden.

Nach 45 Minuten verließen BLACK MAP sichtlich zufrieden die Bühne und überließen dem Headliner CHEVELLE das Knust. Das Trio startete stark mit "An Island" aus dem aktuellen Album "La Gárgola" in den Abend. Rauhe Gitarrenriffs, ein treibender Drumbeat und die tiefen Töne von Dean's Bass - das war es, worauf die Fans so lange gewartet hatten. Dass CHEVELLE nicht nur als Studioband überzeugt sondern auch live absolut mitreißend ist, wurde bereits während der ersten paar Töne deutlich. Sänger Pete Loeffler zeigte seine vielfältigen Tonlagen.

Das Trio spielte sich ein mal quer durch die Diskografie. Von "The Clincher" über "Closure" und "Grab Thy Hand" zu "Jars" oder "Vitamin R". Nach gut einer Stunde wurde mit dem Hit "Send The Pain Below" aus dem 2002 erschienenen Album "Wonder Whats Next" das Ende der Show eingeläutet - nicht jedoch ohne noch einmal für eine Zugabe zurück zu kommen. Weitere drei Songs folgten, unter anderem der Publikumsliebling "The Red" , den Sänger Pete erst allein nur mit seiner Gitarre begleitet sang um dann mit dem Einsatz von Schlagzeug und Bass in eine energiegeladene Darbietung überzugehen und somit eine schöne Mischung zwischen der Akustikvariante und dem normalen Song bot.

Fazit des Abends? CHEVELLE sind zurück und haben noch immer großen Spaß auf deutschen Bühnen zu stehen. Und die Fans? Die haben noch immer große Lust ihre Alternative-Helden zu bejubeln. Ein gelungenes Konzert nach dem man nur hoffen kann, dass die nächste CHEVELLE Show in Deutschland nicht erst wieder in 11 Jahren stattfinden wird. Und nach Aussage von Dean im Interview haben wir da gute Chance.