07.05.2006: Fearless Vampire Killers, Deadstop, Black Friday 29, No Turning Back, Betrayed - Bremen - Wehrschloss

 


Es sollte ein grandioses Matinee werden. 6 hochkarätige Bands waren geladen um den wunderbar sonnigen Sonntag Nachmittag mit jeder Menge dicker Gitarren zu füllen. Schon früh ging es dementsprechend über die Autobahn gen Bremen um The Truth, Betrayed, No Turning Back, Black Friday ´29, Dead Stop und natürlich Fearless Vampire Killers, die Cro-Mags Reunion, im Wehrschloss zu erleben.

The Truth aus Senftenberg machten den Anfang. Energiegeladener Hardcore der Marke NY. Die Band hat einen guten Eindruck hinterlassen und mit ihrem Oldschool NYHC auch schon Einige bewegen können. Die Jungs waren mit einigen befreundeten Bands aus der Heimat angereist und waren durchweg präsent. „When Tigers Fight“ und ein Judge-Cover waren ebenfalls im Set mit enthalten. Auf jeden Fall ein guter Start der Lust auf mehr machte.

Mittlerweile hat sich das Wehschloss langsam gefüllt, die Leute machen sich über das vegane Essen für 2 Euro her, welches binnen kürzester Zeit ausverkauft war, checkten den vielfältigen Merch oder kickerten ne Runde. Als zweites kamen überraschenderweise die Begleitband des Headliners, Betrayed. Die Band aus der Asche von Champion und Carry On legten ein sauberes Set hin. Sehr sympathisch das Auftreten der Amerikaner, besonders der energetische Sänger Aaron, dem auch im Laufe des Abends vor der Bühne anzumerken war, dass er sich sehr für den europäischen Hardcore interessiert. Coole, nicht nervige Ansagen und eine Energie, so dass vor der Bühne nur noch gehobene Finger zu sehen waren und wie auf alten Battery Konzerten die ganze Menge mitsang. Die Songauswahl war ein Mix aus der Split mit Champion, der EP und einem Dag Nasty-Cover.

Dann war die Zeit für die eigentlich schon totgeglaubten No Turning Back. In reiner Madball Manier legten die Holländer los und vor der Bühne gings da weiter, wo es bei Betrayed aufgehört hatte. No Turning Back brachten mit „Sick World“, „Stay Away“, „What Is Wrong With Me“, „Never Give Up“ oder „Mentally Ill“ die Crowd zum Kochen. Aaron von Betrayed sowie Björn von Black Friday´29 mischten ganz vorne vor der Bühne mit. Jede Menge Circlepits, Leute die übereinander kullerten und Frontmann Martijn, der sichtlich bemüht war seine Kopfbedeckung in seinem Eigentum zu behalten. Immer wieder eine gute Liveshow der Band.

Black Friday´29 machten die Sache nicht schlechter als die ganzen Vorgänger am heutigen Abend. Sehr energiegeladene Show der Ruhrpottler um Sänger Björn, der es versteht, ein Publikum zu animieren. Eigentlich brauchte er das nicht, denn vom ersten Song an ging es ab. „Breakout“, „Black Friday ´29“ und der letzte Song „Kill This Dream“ taten einiges, dass es im Saal noch heißer wurde. Klasse auch das DYS-Cover „Wolfpack“.

Vorletzte Band des Abends waren Dead Stop, die ihren vorletzten Deutschlandgig gespielt haben. Die Band ist eigentlich der Wahnsinn. Völlig durchgeknallt wie der Sänger ging auch das Publikum ab. Ein großes Durcheinander vor der Bühne von Anfang bis Ende. Das Publikum spürte, dass etwas Besonderes mit der Show in der Luft lag und holte noch einmal alles aus sich raus. Der ein oder andere viel hart beim Stage Diving aber verletzt hat sich wohl keiner. Eine sehr gute Show, schade nur dass man die Band wohl nicht mehr live erleben wird. Die finale Show ist übrigens schon ausverkauft.

Dann kam die Zeit für die Fearless Vampire Killers, die sich wahrlich Zeit ließen um die Bühne zu betreten. Eigentlich sollte das Konzert spätestens um 22.00 h zu Ende sein und so befürchtete ich schon einen äußerst mickrigen Auftritt aber dann kam es doch so, wie man es sich erhofft hatte. Das LineUp bestand aus John Joseph, Mackie (beide Cro-Mags), AJ (Leeway) und Tim (Biohazard). Schade, dass das Intro (welches schon auf der Hard Times In An Age Of Quarrel benutzt wurde) kurzzeitig abgebrochen wurde und somit der große Auftritt leicht getrübt wurde. Nichts desto trotz kam das, was ich mir vorgestellt hatte. „We Gotta Know“, Show No Mercy“, „Malfunction“, „Street Justice“, „World Peace“, “Life On My Own” oder die Zugabe “Hard Times” und ein paar Bad Brains-Songs (um nur einige zu nennen) lösten ein Chaos aus. Die Band brachte den Spirit der 80´er herüber und es war ein Hammer, die F.V.K. auf der Bühne zu sehen. Ich habe glaube ich noch nie jemanden so oft auf der Bühne Motherfucker sagen hören wie am heutigen Abend, und John Joseph ließ schon einige Allüren raushängen, wollte den Soundmann feuern und nörgelte ständig am Licht rum, welches ihm viel zu hell war. Die Show gestaltete sich jedoch grandios mit einem Frontmann der wild auf der Bühne rumzappelte und die Menge zu kontrollieren verstand.

Ich habe selten ein derart dickes Paket zu einem absolut moderaten Preis gesehen. Heute wird niemand unzufrieden nach Hause gefahren sein. Danke an RedRedRed Booking für diese geniale Show.


Torben