07.11.2009: A Skylit Drive, Dance Gavin Dance, Adept - Amsterdam (NL) - Melkweg

 

Das Melkweg in Amsterdam gehört zu den ältesten und bekanntesten Veranstaltungsorten in den Niederlanden und ist heute Schauplatz der Show von A Skylit Drive, Dance Gavin Dance und Adept. Die Niederländerinnen sind schon früh da. Bereits um ca. 15 Uhr haben sich ein paar Mädels mit Iso-Schutzdecken und Winterjacken vor den schweren Eisentüren des Clubs im Regen postiert. Wer vor dem offiziellen Einlassbeginn ins Melkweg will muss an ihnen vorbei und, auch ohne in einer der Bands zu spielen, Autogramm- bzw. Fotowünsche erfüllen.



Die ehemalige, der weilen total renoviere Molkerei versprüht direkt beim betreten ihren ganz eigenen Scham. Überzeugen können auch Sound- und Lichttechnik als gleich zu Anfang Adept die Bühne betreten. Sie setzen mit Songpassagen wie Tonight will be the best damn night ever, direkt alle Zeichen auf Party. Schließlich ist man ja in Amsterdam und wolle dies auch gebührend auskosten. Das die fünf Herren um den eher kleinen jedoch stimmgewaltigen, bunten Frontmann Robert aber durchaus mehr auf den Kasten haben als nur zu feiern, beweisen sie mit Songs wie At Least Give Me My Dreams Back, You Negligent Whore! oder Shark!Shark!Shark!. Ihre Musik wirkt durchaus poppig, ist aber ebenso gespickt mit frischen Melodien und geschickten Gitarrenparts. Der Song Sound The Alarm, zu dem die gut gelaunte Truppe aus Schweden bereits ein Video veröffentlicht hat, wird kräftigst beklatscht. Und wer schon heute die Platte (Another Year Of Disaster) kauft kann sicher gehen, dass er schneller war als der Lieblingsplattenladen. Die Scheibe kommt bei uns nämlich erst in ein paar Monaten auf den Markt und geht folge dessen heute Abend weg wie heiße Semmeln. Ob man wohl auch schon verraten darf mit welcher anderen feierfreudigen Band Adept im nächsten Jahr bei uns wieder auf Tour gehen werden...?! Es lohnt auf jeden Fall sich diese Band live zu Gemüt zu führen.



In den Genuss von Dance Gavin Dance bin ich bereits im Sommer dieses Jahres auf dem Stagedive Day Out Festival in Schweden gekommen. Eine Band die man wohl nur schwer einordnen kann, bieten sie doch ein fassettenreiches wie beeindruckendes Set dar welches einen zum Staunen bringen kann. Sie schaffen es mit rockigen, tanzbaren Parts mitzureißen und im nächsten Moment durch gefühlvollen Gesang und leidenschaftliches, progressives Gitarrenspiel die Menge ganz in sich gehen zu lassen. Die Bühnenperfomance der Band unterstützt dies nur noch mehr. Sänger Kurt Travis kann mit ein paar Glocken und Drumsticks quirlig über die Bühne wirbeln und dabei etwas albern wirken. Beim nächsten Track fesselt er die Menge indem er mit geschlossen Augen in gedämpftes Licht gehüllt balladenartige Songfragmente darbietet. Da läuft es einen schier kalt den Rücken runter. Im April 2010 werden Dance Gavin Dance auf Headlining Tour gehen und auch ein paar Festival bespielen. Unbedingt anschauen!



A Skylit Drive sind ebenfalls keine sterotype 0.8.15 Screamoband. Zwar setzen auch sie auf einen Mix aus Shouts und cleanen Gesang, jedoch sind die klaren, hohen Vocalparts durch Sänger „Jag“ wohl recht einzigartig und vor allem bezeichnend für diese Band. Wer da ohne zu Zögern den Vergleich zu Alesana oder ähnlichen Konsorten zieht, dürfte schwer daneben langen. Denn A Skylit Drive sind musikalisch durchaus reifer als ihre amerikanischen Kollegen. Allerdings merkt man ihnen an, dass der Wecker bereits in den frühen Morgenstunden zum allgemeinen Amsterdamtrippig klingelte. Besonders Drummer Cory LaQuay wirkt mitgenommen, bekommt es aber irgendwie auf die Reihe seiner Aufgabe gerecht zu werden. Das Amsterdamer Publikum verhält sich hingegen der deutschen Konzertbesucher ausgelassener. Unzählige Stagediver waren schon bei Adept zu verzeichnen. Jetzt zeigt die Menge, dass sie richtig Lust auf das Konzert hat und geht bei Songs wie All It Take For Your Dreams To Come True gut aber nicht zu heftig ab. Am Sound kann man noch immer nichts bemängeln. Das macht dieses Konzert zusätzlich zu einem Ohrenschmaus, gerade wenn es zu den langsameren und schrill gesungenen Parts der Songs kommt.



Nach dem Konzert zeigen sich alle Bands äußerst kontaktfreudig gegenüber ihrer Fans. Im Allgemeinen ist den Bands aber auch den Clubbetreibern ein Lob auszusprechen für ein gelungenes Konzert und einen unvergesslichen Abend.