11.01.2014: Empowerment, Wolf X Down, Benchpress, Gone To Waste, Diversion - Nürtingen - Jugendhaus

 


Bei diesem überragenden Line Up war die Vorfreude vorher entsprechend groß und so nahmen wir den Weg nach Nürtingen in Angriff.
Vor dem Jugendhaus am Bahnhof war schon jede Menge los, während von Innen die Musik schon nach Außen drang.Im Jugendhaus waren DIVERSION aus Karlsruhe gerade in den letzten Zügen, so dass ich mir leider nicht wirklich ein Bild von ihnen machen konnten. Shame on me, da spielt eine Band aus der Heimatstadt und man kommt zu spät. Das nächste Mal werde ich pünktlich sein, versprochen. Innen war auch schon jede Menge los und so war schnell klar, dass es im Verlauf des Abends verdammt voll werden sollte und das wurde es dann auch. Die Leute standen wirklich bis zum Merchandise gedrängt bis zur Tür und hatten von ganz hinten sicher eine bescheidene Sicht auf das Geschehen.
Die 4 Jungs von GONE TO WASTE aus Warburg nahmen die Bühne in Angriff und schafften es direkt den Großteil der Anwesenden vor die selbige zu locken. Das Set bestand in erster Linie aus Songs der aktuellen EP „T.O.W.L.T.F.“ und diese wurden energisch und überzeugend vorgetragen. Das Publikum präsentierte sich sehr textsicher und feierte GONE TO WASTE entsprechend ab. Larissa von WOLFXDOWN ergriff bei „Issues“ von der EP „Another Brick“ kurzzeitig das Mikro und gab ihr erstes Stelldichein des Abends.
BENCHPRESS waren als nächstes an der Reihe und auch sie hatten das Publikum mit ihrem Mosh, welcher teilweise doch sehr stark in Richtung Metal abdriftet, schnell auf ihrer Seite. Vor der Bühne ging es während ihres Sets schon ziemlich rau zur Sache, fast schon verwunderlich, dass es keine blauen Augen gab. Man merkte auch, dass einige Leute auch hauptsächlich wegen den Jungs den USA gekommen waren. Bei BENCHPRESS fühle ich mich immer wieder an MORNING AGAIN erinnert, was mich persönlich wiederum in der Vergangenheit schwelgen lässt, der guten alten Zeit sozusagen. Auch BENCHPRESS verstehen es eine Art Trash- oder Speedmetal in ihren Hardcore Sound einfliessen zu lassen und haben dabei das ein oder andere verdammt einprägsame Slayer-like Riff in petto. Ihre EP „Controlled By Death“ war für mich musikalisch ein echter Hardcore Höhepunkt des Jahres 2013 und umso erfreuter war ich diese nun auch live zu hören. Sympathische Jungs.
Bevor WOLFXDOWN loslegten war erst einmal ein klein wenig Aufregung auf der Bühne, als Larissa eine 7“ hochhielt und meinte, dass eine der anwesenden Distros Platten einer rechten Band verkaufen würde und dass dies natürlich weder auf einer Hardcore Show noch sonst wo was zu suchen hätte. Die 7“ wurde zerbrochen, die Hülle zerknüllt und entsorgt. Auf ihrer Facebook Seite haben WOLFXDOWN tags darauf zu dem Vorfall noch einmal Stellung bezogen. Nach einigen Antifa Sprechchören, hatte sich die Aufregung wieder etwas gelegt und es ging dann auch musikalisch zur Sache mit dem „Intro“ und direkt im Anschluss „Treasures Of The World“, den ersten zwei Songs der aktuellen Platte „Stray From The Path“. Spätestens jetzt war die Meute nicht mehr zu halten und man musste sprichwörtlich Angst haben, dass das Jugendhaus nicht dem Boden gleich gemacht werden würde. Die Hitze im prall gefüllten Jugendhaus stieg weiter und weiter und während an den Fenstern das Wasser schon kondensierte und runter lief, folgte mit „Renegades“ der dritte Song von der gleichnamigen EP, einen besseren Start in ihr Set hätte es wohl kaum geben können. Mit den beiden EP's und dem ersten Longplayer, welcher nun ein gutes halbes Jahr auf dem Markt ist, haben WOLFXDOWN mittlerweile ein wirklich starkes Repertoire an Songs auf der Setlist und so fällt die Stimmung während des gesamtes Sets nicht ab,und die Stimmung war gut, sehr gut sogar und WOLFXDOWN gaben wirklich Gas. Man merkt einfach dass die Band mit Herzblut und jeder Menge Emotion bei der Sache ist und sie sind live wirkliche eine absolute Bank. Mit der Straight Edge Hymne „Reality Slap“ beenden sie nach einer guten halben Stunde ihr Set, um im Anschluss für eine Zugabe nochmal auf die Bühne zu kommen. Die gesamte Band trug während des Sets schwarzeWOLFXDOWN Shirts mit dem Konterfei von Jogges EMPOWERMENT und dem Satz „Furchtlos & Freit“ drauf. Eine Verbeugung ihrerseits vor Jogges.
Jogges selbst war im Anschluß ,wie er selbst sagte „peinlich berührt“ und empfand es verständlicherweise als komisches Gefühl sein eigenes Gesicht am Merchandise Stand prangern zu sehen (WOLFXDOWN hatten 30 der Shirts machen lassen). Mit dem Song „Demaskierung“ ging es los, nachdem einige technische Probleme beseitigt waren, und auch bei EMPOWERMENT kochte die Stimmung von Anfang an über. Die Texte wurden lauthals mitgegröhlt und Jogges selbst ist natürlich mit all seiner Erfahrung auf dem Buckel ein Meister am Mikro. Ich weiß nicht wie viele Jahre es genau her ist, dass ich ihn mit SIDEKICK und BEATDOWN am Mikro erleben durfte. Er hat jedenfalls das Publikum zu jederzeit voll im Griff hat und versteht es mit diesem zu spielen. Mit „Empowerment“ „Konflikt“ und „Gegenkult“ ging es weiter, aber bis auf einen neuen Song, den EMPOWERMENT kurz vor Ende ihres Sets spielen, werden an diesem Abend alle Songs frenetisch abgefeiert. Es macht einfach nur Spaß EMPOWERMENT live zu sehen, der Mix aus Punkrock und Hardcore in der Kombination mit ihren Texten ist dann doch einzigartig für mich. Auch wenn sie sich vorgenommen hatten „Bullenscheine“ im Jahre 2014 nicht mehr live zu spielen, wehren sie ich letztendlich vergebens und geben dann doch „konsequent inkonsequent“ den Forderungen des Publikums nach und so findet ein fantastischer Konzertabend ein Ende.

Alte Kommentare

von Warauchdort 16.01.2014 18:55

Nochmal Kommasetzung üben, sonst ganz guter Eindruck ;)

von Jogges 17.01.2014 08:45

dürfte mit dieser T-Shirt Aktion wohl der ungekrönte Hardcore-König von Deutschland sein. Und da sag noch einer HC kommt ohne Personenkult aus:-)