11.04.2018: NADA SURF - Berlin - Huxleys

 

NADA SURF luden zu "An Evening with Nada Surf". Vor 15 Jahren erschien ihr wichtigstes und wohl auch bestes Album "Let Go". Und das sollte gefeiert werden. Als angekündigt wurde, dass die Band aus New York an diesen Abenden das komplette Album und ein weiteres Set spielen wird, hat das wohl bei einigen Fans für große Vorfreude gesorgt. Und so finden sich jede Menge Menschen an diesem Mittwochabend im Berliner Huxleys ein.

Noch nicht mal richtig im Saal angekommen, gehen bereits kurz nach 20 Uhr die Lichter aus. Da hält sich jemand an die angegeben Zeiten, oder spielt doch noch eine Vorband? Aber nein, es sind bereits NADA SURF. Die Bühne ist dunkel, nur Sänger Matthew Caws ist im Licht des einzigen angeworfenen Scheinwerfers zu sehen. Mit seiner Akustikgitarre trägt er den grandiosen Opener "Blizzard Of '77" vor. Beim etwas flotteren nachfolgenden "The Way You Wear Your Head" wird die Bühnenbeleuchtung erhöht und der Rest der Band tritt zum Vorschein. Klar, wer das Album kennt, für den bleiben Überraschungen in der Setlist für die nächsten zehn Songs aus, aber die gibt es an anderer Stelle. Zusätzlich zur Band gesellt sich ein Keyboarder. Der Mann an den Tasten ist Louie Lino, seines Zeichens Produzent von sowie Keyboarder auf "Let Go". Durch ihn gelingt es, dass die Songs noch mehr wie die Studioversionen klingen.

Zwischen den Songs werden teilweise kleine Anekdoten aus der Entstehungszeit des Album erzählt. Das sorgt für Abwechslung, denn gerade am Anfang hat man das Gefühl, NADA SURF wollen schnell durchs Album und spielen Song nach Song routiniert runter. Vielleicht ist das auch der Grund, warum beim Publikum in der Let Go-Hälfte irgendwie keine richtige Stimmung aufkommen will. Nach dem letzten Song des Albums verabschiedet sich die Band für eine knappe halbe Stunde von der Bühne.
Gegen 21:30 Uhr startet dann der zweite Teil des Abends. Und ab hier geht es auch mit der Stimmung bergauf. Die Setlist von Konzert Nummer zwei fällt aber auch deutlich rockiger und schneller aus. Vor allem Fans früherer Tage können sich freuen. Eine hohe Anzahl alter Stücke, beispielsweise aus Zeiten von ''The Proximity Effect'', die auch laut Band lange nicht gespielt wurden, finden ihren Weg ins Set. Die Lichtshow ist an diesem Abend sehr gelungen – abwechslungsreich, aufwendig, aber nie zu übertrieben und zu den Songs passend.


Nach einer Stunde verlässt die Band dann erneuert die Bühne, um sich für eine Zugabe zurück holen zu lassen. Wieder hinter ihren Instrumenten, spielen NADA SURF noch ein Dreiergespann aus den Dauerbrennern ''Popular'', ''Always Love'' und ''The Blankest Year''. Gerade letzterer Song holt nochmal alles aus der Band und dem Publikum raus. Keyboarder Louie Lino hat inzwischen von den Tasten zur Trompete gewechselt, was den Song noch mitreisender macht. Da stört es niemanden, dass der Track heute dreimal so lang andauert, als in der Originalversion.

Damit endet ein letztendlich doch noch gelungener Abend, der zwar etwas zäh startete, aber dann auch mit einem ziemlichen Knall beendet wurde. Die ''Let Go'' 20th Anniversary Tour darf gerne kommen.


Hier gibt es Bilder vom Konzert: NADA SURF