11.05.2016: STEAMING SATELLITES - Weinheim - Cafe Central

 

Es wird wieder Zeit für Festivals, für Konzerte unterm freien, sternenklaren Himmel, bei denen einem eine sanfte Brise gerade noch so vor dem schwitzen bewahrt. Denn spätestens wenn es im Club, sogar beim einfach „rum stehen und mit wippen“, zu Schweißausbrüchen kommt, geht die Club-Saison in die letzte, in die heiße Phase.

Über 2 Jahre ist es mittlerweile her, dass STEAMING SATELLITES das letzte Mal im Cafe Central in Weinheim gespielt haben. 2 Jahre in denen sich einiges getan hat. Denn während vor 2 Jahren das Cafe Central noch eher spärlich besucht war und wir die Vorband alleine im Konzertraum schauen konnten, da sich der Rest der Zuschauer an der Bar befand, kann man heute von vollem Haus sprechen. Und das obwohl es diesmal 2 Anläufe gebraucht hat, da das Konzert, aufgrund einer Erkrankung des Keyboarders, verschoben werden musste.
STEAMING SATELLITES kommen aus Österreich, was man dem Sound, wie bei WANDA oder BILDERBUCH, zwar nicht anhört, bei den nicht allzu häufigen Ansagen, jedoch unverkennbar ist. Und das obwohl die 4 nicht die Männer der großen Worte sind. STEAMING SATELLITES lassen lieber ihre Instrumente sprechen, denn der Applaus und die Zurufe zwischen und auch während den Songs beantworten auch so die Frage wie es Weinheim denn gehe. Gut, sehr gut sogar!

Ohne Vorband, dafür mit nicht enden wollendem Intro "If I Had A Tail" von Queens Of The Stone Age, legen die 4 kurz nach 21:15 Uhr los. Und zwar so, dass bereits nach den ersten Songs der Schweiß in Strömen fließt. Und das sowohl auf, als auch vor der Bühne. Denn während sich in den hinteren Reihen mit Kopf nicken und mitwippen begnügt wird, wird in den ersten Reihen direkt wild, wenn auch teilweise etwas unkoordiniert, aber immer liebevoll mitgetanzt.  Es folgen 80 Minuten Musik und Live-Performance auf höchstem Niveau. Vor allem musikalisch macht den Österreichern keiner was vor. Zig Pedale, Knöpfe und Kabel liegen über die ganze Bühne verteilt. Knöpfe die gedrückt werden wollen und auch gedrückt werden. „Du musst nur den Nippel durch die Lache ziehen,…“ Während ich und wahrscheinlich auch so manch andere Band, wahrscheinlich schon mit 2 Pedalen überfordert wäre, können STEAMING SATELLITES einen ganzen Musikladen damit bestücken und auch noch damit umgehen. Die Bühne wirkt wie ein einziger Haufen Technik. Technikladen trifft Live-Performance. Indie trifft Soul, Funk, Pop, Blues, Rock,…

Sänger und Gitarrist Max Borchardt tanzt was das Zeug hält und schafft es akribisch genau, auf engstem Raum, sich und seine Gitarre genauso zu bewegen, dass keiner an Keyboard, Schlagzeug oder Bass anstößt oder zufälligerweise irgendwelche Pedale verrückt oder verstellt werden. Ist das schon Tanzkunst?

Das ist vor allem eins - musikalisch, ob einem die Musik gefällt oder nicht, einfach schön anzusehen. Die Songs bauen sich auf und ab, werden von Instrumental-Parts unterbrochen und mit Solos verziert. Nichts bleibt gleich, nichts wiederholt sich, ein Einfluss jagt den nächsten. Mal poppiger mal rockiger, mal Indie mal Funk mal Rock. STEAMING SATELLITES bedienen sich da wo sie wollen. Jeder Ton sitzt, egal ob auf Gitarre, Keyboard, Schlagzeug oder direkt aus dem Mund von Sänger Max Borchardt.

STEAMING SATELLITES liefern schlicht und einfach eine super Show, die auf das Wichtigste reduziert ist – die Musik. Ansagen, Mit-Mach- oder -Klatsch-Aktionen, braucht ein Konzert einfach nicht, solange die Musik stimmt. Und diese ist an diesem Abend auf dem Punkt!