13.12.2017: HEISSKALT, SMILE AND BURN - Hamburg - Mojo Club

 

Seit dem Sommer war es ruhig um HEISSKALT. Nach dem alljährlichen Festival-Wahnsinn zogen sich die Stuttgarter zurück, arbeiteten an neuen Songs und nahmen gemeinsam ein neues Album auf. Nun, zum Ende des Jahres wird es noch einmal laut - für Vier Jahresabschlusskonzerte zusammen mit den Jungs von SMILE AND BURN in Köln, Hamburg, Dresden und Stuttgart.

 

Gerade erst haben SMILE AND BURN ihre gemeinsame Tour mit ITCHY beendet, schon steht die nächste Tourrutsche zusammen mit HEISSKALT in den Startlöchern.

Zu „I Don`t Want To Miss A Thing“ von AEROSMITH inklusive wunderschön, falschem Sing-Along-Chor betreten die Fünf die Bühne, während der Mojo Club um die Wette lacht. Schöner kann ein Konzert nicht beginnen.

Die Jungs haben von Beginn an jede Menge Bock und mindestens genau so viele Hummeln im Hintern. SMILE AND BURN bilden ein einziges Energiebündel und geben von Sekunde Eins an Alles - 110% - drunter geht bei den Berlinern eh nichts.

Das Publikum, dass sich zu Beginn noch etwas ziert, wird so lange angestachelt bis zu „Action Action“ erstmals Bewegung in die träge Masse kommt.

Einmal angelaufen, gibt es kein Halten mehr. SMILE AND BURN schaffen das, was eine Vorband im Optimalfall schaffen soll – das Publikum für den Hauptact vorbereiten. Aufwärmen, die Muskel lockern, heiß machen. Nach rund 30 Minuten schwitzen nicht nur die Berliner, sondern auch das gesamte Hamburger Publikum. So muss das.

HEISSKALT verraten später, dass das Konzert das erste gute Hamburg-Konzert für SMILE AND BURN war, die zuvor (im Gegensatz zu HEISSKALT, die ausschließlich auf gute Hamburg Konzerte zurück blicken können) wohl einige Male Pech im Norden hatten. SMILE AND BURN sind zufrieden, der Mojo-Club ist zufrieden, HEISSKALT kann kommen.

 

Solange du tanzt, solange du lebst
Solange du trinkst, solange du stehst
Solange der Himmel nicht blauer ist
Solange der Club nicht voller ist - als wir“

 

Das mittlerweile aufgewärmte Hamburger Publikum braucht nun keine Zeit mehr, um warm zu werden. Sofort ist Bewegung vor, auf, neben und über der Bühne auf dem Oberrang. Alles bewegt sich, niemand steht still.

Besonders redselig sind HEISSKALT an diesem Abend nicht, stattdessen wird die Show ohne größere Unterbrechungen durchgezogen.

Die Stuttgarter liefern eine extrem professionelle, durchgetaktete Show mit grandioser Lichtshow und wirklich gutem Sound, die nur durch kleine, sympathische Fehler unterbrochen wird. Direkt zu Beginn streikt das Schlagzeug von Drummer Marius Bornmann und muss einmal komplett umgebaut werden.

Gegen Ende wollen die schweißgetränkten Ohrstöpsel von Sänger Mathias Bloech nicht mehr so, wie er es möchte. Nach kurzer Überbrückung meistern die Stuttgarter jedoch auch diese Hindernisse hochprofessionell.

HEISSKALT haben es geschafft sich von (ihrem wahrscheinlich größten Hit) „Hallo“ frei zu spielen. Weg von der Teenie-, Liebes-, Pop-Schiene, hin zu ernstzunehmendem Rock, Hardcore, und Punk. Frei, kritisch, eigen.

Der Altersdurchschnitt ist dennoch relativ jung und auch „Hallo“ wird noch genau so ab gefeiert wie an Tag Nummer Eins. Macht aber Nichts. Die Stimmung ist Bestens. Was will man mehr.

 

Also schreib ich ein Lied
Ein Lied für dich
Und vermeide so oft es geht Systemkritik
Hier bitte dein Lied
Ein Lied über Nichts
Ich hoffe du magst es
Mein Lied für dich“

 

Eine von den wenigen Geschichten, die HEISSKALT an diesem Abend erzählen, ist, dass sie den Tag in Hamburg bei Hauke Albrecht im Tonstudio verbracht und dort zwei neue Songs aufgenommen haben. Der Hamburger Produzent hat bereits mit Bands wie CAPTAIN PLANET und KRANK zusammengearbeitet – und nun eben HEISSKALT.

Das neue HEISSKALT-Album ist laut eigener Aussage bereits fertig aufgenommen und es muss nur noch die Nagelfeile angesetzt werden, ehe es veröffentlicht werden kann. Lange dürfte es also nicht mehr dauern,...

 

Auch das HEISSKALT Konzert dauert nicht mehr all zu lange,... Dem Zugabe-Wunsch nach “Gipfelkreuz“ kommen HEISSKALT zwar nicht nach, dennoch verabschieden sich die Vier positiv in die Nacht und keiner nimmt es den Stuttgartern übel, die nach 4 Jahren in der Setlist keine Lust mehr haben den Song zu spielen oder zumindest eine Pause benötigen. HEISSKALT haben schließlich noch genug andere Lieder.

Ein (fast) perfekter Konzertabend.