14.11.2017: THE DARKNESS, BLACKFOOT GYPSIES - Berlin - Columbia Theater

 

Dienstagabend: Überstunden, von der Arbeit ziemlich kaputt direkt zum Konzert – wenn der Tag einen schon schafft, dann muss zumindest der geplante Konzertabend ein Muntermacher sein. Und mit dem Headliner sollte das kein Problem werden: Denn THE DARKNESS hatten zur Glam-Rock Sause geladen. Und dass die Band keine Dunkelheit, sondern jede Menge gute Laune verspricht, sollte kein Geheimnis sein. Drei Dates ihrer ''Tour de Prance'' hatte die Band auf dem Tourstop durch Deutschland auf dem Plan. An diesem Abend sollte es das Columbia Theater in Berlin sein, bei dem auch das kürzlich erschienene Album ''Pinewood Smile'' präsentiert wurde.

Aus der U-Bahn ausgestiegen, die erste Verwunderung. Das sind ja ganz schön viele Menschen, die da Richtung Columbia Theater schlendern. Scheint ja eine sehr volle Angelegenheit zu werden. Vor dem Club angekommen, zeigt sich allerdings, dass THE DARKNESS heute ''Konkurrenz'' haben. In der Columbia Halle neben an spielen EINSTÜRZENDE NEUBAUDEN eine ausverkaufte Show. Im Columbia Theater selbst ist es anfangs noch überraschend leer. Dieser Zustand ändert sich jedoch von Minute zu Minute. Sehr zur Freude der ersten Band des Abends - BLACKFOOT GYPSIES.

Das Quartett aus Nashville, Tennessee, eröffnet den Abend pünktlich um 20 Uhr. Ihr Mix aus Rock 'n' Roll, Garage und Blues scheint eine Menge Leute dazu veranlasst zu haben, eher im Columbia Theater zu erscheinen. Mir persönlich noch komplett neu, weiß die Band mit ihrem halbstündigen Set merklich nicht nur mir zu gefallen.

Den Umbau erledigt, gehen kurz nach neun die Lichter zum zweiten Mal aus. Nach einem kurzen Intro entern THE DARKNESS, mit ihrer Mission für gute Laune zu sorgen, die Bühne. Das tun sie von Anfang an und soll sich auch bis zum Ende ihres Sets nicht mehr ändern. Sänger Justin Hawkins im, wie sollte es anders sein, goldenen, hautengen Jumpsuit, hat das Publikum ab Minute eins im Griff. Bruder Dan hält sich, zumindest was die Wahl der Garderobe angeht, deutlich zurück. In puncto Mähneschwingen und Aktivität auf der Bühne nehmen sich beide aber nichts. Da ist deutlich mehr Bewegung wahrzunehmen, als ich anfangs erwartet hätte. Der Mann am Bass, Frankie Poullain, bleibt da vergleichsweise cool. Er hat dafür aber meist ein zufriedenes Grinsen im Gesicht und scheint den Auftritt, wie der Rest der Band, sehr zu genießen.

Schade eigentlich, dass THE DARKNESS heute nicht mehr ganz so das große Ding sind, dass sie einst waren, als sie ihr Debütalbum veröffentlicht hatten und zu den größten Bands Englands zählten. Wenn man sich ihre Show und Performance so anschaut, lässt sich nicht leugnen, dass das Ganze perfekt auf die richtig großen Bühnen passen würde. Auf der anderen Seite ist das natürlich Jammern auf hohem Niveau. Seit dem großen Durchbruch sind nun auch schon wieder rund 15 Jahre vergangen und in dieser Zeit verlief die Karriere der Band nicht immer reibungslos – inklusive Drogenproblemen und zwischenzeitlicher Bandauflösung. Umso schöner ist es zu sehen, dass THE DARKNESS eine große Spielfreude an den Tag legen. Das Columbia Theater ist außerdem voll bis zum Rand mit einem gut gelaunten Publikum.

Nach knapp zwanzig Songs quer durch die Discography, wobei Songs von ''Permission To Land'' am stärksten vertreten sind, beenden die Briten ihr Set mit der zweiten Zugabe. Als letzten Song haben sie sich natürlich ihren größten Hit aufgehoben. Mit ''I Believe In A Thing Called Love'' holt die Band dann nochmal alles beim Publikum raus und entlässt es erfolgreich in die Nacht.


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