17.04.2012: Terror, Death Before Dishonor, Take Offense - Karlsruhe - Stadtmitte

 

Oha, die Hardcoreprominenz zu Gast im badischen Karlsruhe. Das kann man sich nicht entgehen lassen, weswegen die Karlsruher Stadtmitte (so heißt der Club) auch ziemlich voll ist. Selten habe ich den sowieso relativ kleinen Konzertsaal so voll gesehen. Rein stimmungstechnisch war das aber natürlich nur zuträglich. Und zwar ab der ersten Minute.

Ich muss dem Publikum wirklich ein großes Kompliment machen, genau wegen solchen Shows sind Bands wie TERROR, DEATH BEFORE DISHONOR und TAKE OFFENSE immer noch auf der Straße und touren sich die Ärsche ab.
Jetzt aber alles der Reihe nach. Angefangen haben TAKE OFFENSE, zwar etwas prollig und höchst amerikanisch, aber was erwartet man auch anderes… Der Musik hat das allerdings nichts abgebrochen, denn die geht straight nach vorne und lässt kaum Zeit zum Durchatmen. Auch wenn der Gesang in den cleanen Parts leider ein wenig versagt machen die Shouts umso mehr Freude. Irgendwie habe ich die ganze Zeit Hardcore spielende METALLICA vor Augen. Die Jungs geben alles und Gas. Stagedives bei der ersten Band des Abends sind immer ein gutes Zeichen.

Ganz unspektakulär machten es im Anschluss DEATH BEFORE DISHONOR. Auf die Bühne, losgeht’s! Auch wenn der sichtlich müde Sänger Bryan Harris mal wieder mehr Falten als Gesicht ins Rampenlicht schleppt, wirkt er schon nach dem ersten Song nicht mehr ganz so. Klar, früher hat er sich mit Sicherheit etwas mehr ins Zeug gelegt, aber man wird älter und ab und an sollte man auch einen Gang zurückschalten können. Er kann es, unterhält sein Publikum aber trotzdem noch ganz gut indem er es einfach selbst singen lässt und das Mirko fast für ganze Songs abgibt. DEATH BEFORE DISHONOR spielen mit Songs wie „Count Me In“, „Peace And Quiet“, „Break Through It All“ und dem Cover „Boston Belongs To Me“ ein routiniertes Set herunter und leisten grundsolide Arbeit.

TERROR. Der Name spaltet mittlerweile auch die Geister. Die einen hassen sie weil sie ständig und überall zu sehen sind, die anderen lieben sie genau dafür. Sind TERROR noch Hardcore oder liegt es am Booking?! Die Fragen werden sich meiner Meinung nach nicht wirklich beantworten lassen. Was man aber beantworten kann, ist die Frage was sie musikalisch und auf der Bühne bringen. Und das ist (man kann es nicht anders sagen) wie immer hervorragend. Scott Vogel wird wohl seinen Ruf als Mensch gewordene Epinephrinspritze nie wieder los, denn er kommt auf die Bühne und die Leute rasten vollkommen aus. Ab dem ersten Ton fliegen Arme, Beine, Caps und Schuhe durch die Luft und verwandeln die Stadtmitte in eine Art brodelnde Pit-Suppe. Ich habe TERROR mittlerweile das sechste oder siebte Mal gesehen, aber wie Karlsruhe die Jungs aus der City Of Angels beeindruckte war wirklich überraschend. Vogel und Co. Haben sich sichtlich wohl gefühlt. Kein Album wurde bevorzugt gespielt oder vernachlässigt und so bekam man von „Stick Tight“, „Keepers Of The Faith“ über „Betrayer“, „One With The Underdogs“ bis hin zu „Allways The Hard Way“ und „Lowest Of The Low“ ein breites Feld an verdammt guten Songs geboten. Kaum einer hat beim Publikum nicht gezündet. Keiner war schlecht präsentiert. Es war ein Abend der Extraklasse und TERROR haben ein weiteres Mal bewiesen, dass es auf der Bühne kaum eine Band gibt, die so dermaßen Gas geben und Menschen mitziehen kann.

Danke an die Stadtmitte, die übrigens immer wieder musikalische Leckerbissen nach Karlsruhe holt und Hardcore nicht sterben lässt. Schöne Sache!