18.11.2017: RISE AGAINST, SLEEPING WITH SIRENS, PEARS - Hamburg - Sporthalle

 

Es sollte ein schöner, ein ausgelassener Abend werden in der Sporthalle in Hamburg. RISE AGAINST hatten geladen, das Hamburger Publikum war der Einladung gefolgt. Die Sporthalle war lange im voraus ausverkauft, vor den Eingangstüren suchten am Tag des Konzerts noch Einige verzweifelt nach einer Karte. Das drittletzte Konzert der Tour mit SLEEPING WITH SIRENS und PEARS. Und dann auch noch ein Samstagabend. Alles war angerichtet für einen großen Konzertabend. Und dann kam es doch ganz anders.

PEARS, die mir persönlich bis zu ihrem Auftritt völlig unbekannt waren, machten ihre Sache gut. Eine halbe Stunde lang knallte die Band aus New Orleans den Hamburgern ihre Punk-Attitüde um die Ohren. Irgendwo zwischen Hardcore Punk und Skate Punk mit einer Prise Humor ordnet sich die Band musikalisch ein und füllte die große Bühne der Sporthalle damit recht gut aus.

Im Anschluss: Stilwechsel. Denn SLEEPING WITH SIRENS waren an der Reihe. Etwas verwundert hatte mich im Vorfeld die Ankündigung der Band als Support für die Tour von RISE AGAINST. Im Nachhinein muss ich konstatieren, dass die Band mein Highlight des Abends war. Zu meiner eigenen Verwunderung erkannte ich einige Songs. So auch das Publikum. Der Moshpit wurde geöffnet und auch der Sound war für Sporthallen-Verhältnisse in Ordnung. Die Band aus Orlando hatte sichtlich ihren Spaß. Gitarrist Nick Martin ließ es sich nicht nehmen zum Ende des Konzerts mit seiner Gitarre durch das Publikum zu laufen und einige Selfies mit sich machen zu lassen. Fannah, spielfreudig und druckvoll waren SLEEPING WITH SIRENS an diesem Abend!

Eine halbe Stunde wurde umgebaut, aufgebaut und hergerichtet. Dann war es soweit. RISE AGAINST. Endlich. Live. In Hamburg. Mit "Chamber the Cartridge" und "Ready to Fall", zwei absoluten Krachern von "The Sufferer & the Witness" startet die Band aus Chicago ins Set. Doch irgendwas stimmt nicht. Dass die Stimme von Sänger Tim McIlrath deutlich anders klingt als auf Platte ist nicht unbekannt. Aber auch der Rest der Band klingt komisch. Naja, vielleicht liegt es auch an meinen Ohrstöpseln. "The Violence" folgt und spannt den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart. Danach geht es raus für mich. Kamera und Tasche abgeben, Ohrstöpsel raus und rein in die Menge.

Während "I Don't Want to Be Here Anymore" in den letzten Zügen steckt, betrete ich die Halle erneut und erkenne, dass nicht meine Ohrstöpsel Schuld waren. Es ist ganz einfach der Sound. Klar, die Sporthalle in Hamburg ist nicht für ihren besonders schönen Klang bekannt, aber so? Ich suche mir ein Plätzchen und versuche meine Ohren an den Klang zu gewöhnen. Gelingen will das nicht wirklich und das ist eigentlich wirklich schade, denn RISE AGAINST spielen ein tolles Set. Mit einem meiner Lieblinge "Collapse (Post-Amerika)". Mit den drei akustischen Stücken "Swing Life Away", "People Live Here" und "Hero of War". Und mit "Survive", dass den verstorbenen Chris Cornell und Chester Bennington gewidmet wird. Mit "The First Drop", "Give It All" und dem bereits genannten "Swing Life Away" schaffen es drei Songs von "Siren Song of the Counter Culture” (2004) auf die Setlist. “The Black Market” (2014) ist hingegen mit nur zwei Songs vertreten. Doch selbst die erfrischende Rückbesinnung auf die früheren Werke der Band kann an diesem Abend nicht davon ablenken, dass das alles einfach nicht gut klingt, leider. Viele Anwesende scheint das aber nicht zu stören, denn die Band wird abgefeiert, wie ich es selten erlebt habe. Die Moshpits öffnen und schließen sich dauerhaft, Bierbecher fliegen durch die Luft, die Stimmung ist ausgelassen. Teils wohl sogar zu ausgelassen. Denn bereits zu Beginn des Konzerts mussten aus den ersten Reihen einige Fans von den Security-Mitarbeitern – teils mit Panik in den Augen – herausgeholt werden. Egal auf welchem Konzert ihr seid: Passt aufeinander auf! Wenn Jemand hinfällt, helft ihm oder ihr beim Aufstehen!

Letztlich hat mich der Auftritt von RISE AGAINST an diesem Samstagabend ziemlich enttäuscht. Nicht, weil die Band lustlos wirkte, keinesfalls! Auch nicht wegen der Setlist, die Einiges zu bieten hatte. Sondern einfach, weil es die Tontechniker nicht geschafft haben aus der Sporthalle mehr herauszuholen. Der Ruf der Halle ist nicht der beste, doch ich habe dort auch schon Konzerte erlebt, die vom Sound okay oder sogar gut waren. Schade!

Hier unsere Fotos des Abends: RISE AGAINSTSLEEPING WITH SIRENSPEARS

Hier die Setlist von RISE AGAINST:

1 Chamber the Cartridge
2 Ready to Fall
3 The Violence
4 I Don't Want to Be Here Anymore
5 Satellite
6 Under the Knife
7 Collapse (Post-Amerika)
8 House on Fire
9 Prayer of the Refugee
10 Swing Life Away
11 People Live Here
12 Hero of War
13 Help Is on the Way
14 The First Drop
15 Survive
16 Wolves
17 Give it All

Encore
18 Audience of One
19 Savior