19.01.2017: I HEART SHARKS, ORIION - Heidelberg - Halle02

 

„Und das ist die neue Geschichte“
singen I HEART SHARKS in ihrem vielleicht größten Hit „Neuzeit“.
„Und das ist die neue Geschichte. Und wir machen neue Geschichte.“
Anfang November haben I HEART SHARKS selbst „neue (Band-)Geschichte gemacht“, indem sie ihr drittes Album „Hideaway“ beinahe in Eigenregie veröffentlicht und damit den Major-Labels den Rücken gekehrt haben. Zurück zu den Wurzeln. Zurück zu dem kleinen, sympathischen Indie-Label AdP Records.

Nun klappen I HEART SHARKS erneut ein neues Kapitel auf. Tour-Auftakt. Das erste Mal die neuen Songs live, vor Publikum spielen und die Reaktionen der Fans live miterleben, anstatt Facebook-Kommentare und Plattenkritiken zu lesen.

Den Auftakt machen ORIION. Das Duo spielt ruhige, eingängige Pop-Songs mit gewissem Indie-Charme. Cleane E-Gitarre plus Gesang. Mal  mit mehr, mal mit weniger Effekt auf der Stimme. Mal mit geloopter Gitarrenspur, mal ohne.
Die komplette Performance wirkt durchweg professionell, geht in Mitten der quatschenden Leute aber leider etwas unter und plätschert eher im Hintergrund vor sich hin, als die komplette Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Die Musik schwankt zwischen Radio-Hit und Underground. Ganz nah am großen Hit und doch so weit entfernt. ORIION haben viel Potential, müssen allerdings aufpassen, in der großen Pop-Masse nicht unterzugehen. Das Musik-Business ist und bleibt schließlich ein Haifischbecken. I HEART SHARKS wissen das wohl am besten.

Nach gerade einmal 10 Minuten Umbaupause stehen die Jungs von IHS auf einmal persönlich, beinahe unbemerkt in Mitten der Halle02. Durch den „normalen“ Haupteingang gekommen, bahnen sich die vier „Berliner“ den Weg durch die Menschenmasse in Richtung Bühne.
Vor ein paar Jahren/Monaten noch zu dritt, sind I HEART SHARKS mittlerweile auch live zum Quartett geworden. Zu Pierre Bee (Vocals), Simon Wangemann (Gitarre) und Martin Wolf (Schlagzeug) gesellt sich seit „Hideaway“ Bassist Craig Miller. Und der zusätzliche Engländer tut dem Trio nicht nur auf Platte, sondern auch live gut.

I HEART SHARKS liefern eine angenehme Mischung aus alten und neuen Songs, aus Hits und kleineren Lückenfüllern. „Hideaway“, „Lost Forever“ (vom neuen Album) reihen sich gut neben „Neuzeit“ oder „Karaoke“ (von den älteren Alben) ein.
Der gut gefüllte Club der Halle02 dankt es mit lauten "Ayo, ayo, ayo" Chören, hibbeligen Füßen und beinahe tosendem Applaus.

Eine der relativ wenigen Ansagen widmet die (aus einem Deutschen, zwei Engländern und einem Amerikaner bestehende) Band Donald Trump, der keine 24 Stunden zum neuen Präsident der USA vereidigt wird:

„Seid gut zu einander, dann ist/wird alles wieder gut. In 4 Jahren.“

Nach einer Stunde zieht es die Wahlberliner wieder in die Menschenmenge oder besser gesagt durch die Menschenmenge hindurch, in Richtung Ausgang. Und da es den Vieren in Mitten der Fans besonders gut gefällt, bleiben (zumindest zwei von Ihnen) für die Zugabe gleich dort. Mit Lampe, Gitarre und Mikro wird es sich auf der Tanzfläche gemütlich gemacht und die Ballade „Easy“ performt, ehe es auf der Bühne noch einmal, zum letzten Mal laut wird.