21.3.2018: SEPULTURA, OBSCURA, GOATWHORE, FIT FOR AN AUTOPSY - Bochum - Zeche

 

Kehr, kehr, kehr – Was ein Stress! Wenn man an einem stinknormalen Mittwochabend (kein Europapokal, keine englischen Wochen oder größere Veranstaltung in der Westfalenhalle etc.). über 2 Stunden für knapp 100 km „Ruhrpott“ braucht, wird der Hals schon mal dicker. Vor allem bei meinem Kollegen Mo, der – ursprünglich als Beifahrer eingeplant – nun den Chauffeur geben durfte.

 

Bis zum ersten launeaufbessernden Highlight sollte es aber noch dauern: Weder an der hauseigenen Zeche-Currywurst (kalte Sauce, angebrannte Wurst), dem halbschalen Plastikbecherbier oder der ersten Vorband FIT FOR AN AUTOPSY konnte man sich erfreuen. Letztere beurteilte Mo treffend: „Kennste einen, kennste alle!“ Recht hat er, denn der gut halbstündige Gig der Deathcore-Band aus New Jersey erschien wie ein quälend langer Endlossong. Zudem agierte der 5er viel zu nett und unspektakulär. Wenn ich solche Mucke hören will, dann muss es richtig böse sein……

 

Das kredenztem einem die texanischen Black-Death-Trash-wtf-Metaller GOATWHORE aber mal so richtig! Alter, was für ein Gewitter. Trotz eines gebrochenen Fußes röchelte, growlte, grunzte und schrie sich Sänger Louis Ben Falgoust die Seele aus dem Leib und hatte schnell die Masse im Griff.

Musikalisch gab es eine bunte Mixtur der oben angesprochenen Stile, die mit hardcore- und punklastigen Speedattacken oder auch Passagen aus Southern Rock gekonnt aufgepeppt werden. Mit jedem Song verflog mehr vom Ärger der Anreise und dem holperigen Beginn. Großer Auftritt einer sehenswerten Band!

 

Als Co-Headliner fungierten an diesem Abend die Bayern OBSCURA , denen ich leider so gar nichts abgewinnen konnte. Vielleicht liegt es daran, dass Deathmetal per se nicht so richtig mein Genre ist oder ich einfach zu sehr vom Hardcore geprägt bin. Versteht mich nicht falsch, die Landshuter waren technisch unfassbar (was die Gitarrenfraktion um Rafael Trujillo und Steffen Kummerer da veranstalteten, war nicht von dieser Welt) und auch die Stimme klang schön böse (erinnerte ein wenig an MORBID ANGEL), aber der letzte Kick fehlte.

 

Dann, nach einer viel zu langen Umbauphase, kam endlich der Headliner! SEPULTURA machten von Anfang an klar, wer die Hosen in der Zeche an hat und ballerten mit „I Am The Enemy“ und „Phantom Self“ gleich zwei Stücke aus dem aktuellen Album „Machine Messiah“ der Meute vor den Latz. Die Brasilianer strotzen nur so vor Energie. Sänger Derrick Green war physisch und stimmlich ein Monster, Andreas Kisser zelebrierte wild headbangend seine Gitarrenkünste und selbst der sonst stille Bassist Paulo Jr. legte einige bemerkenswerte Solopassagen aufs Parkett. Über allem thronte Eloy Casagrande, der alles in Grund und Boden trommelte – Was ein Tier!

SEPULTURA waren tight und feierten ihr neues Album (fast ein Drittel der Songs stammen von „Machine Messiah“), die 20-jährige Zusammenarbeit mit Mr. Green (mit einem großen „Against“-Block in der Mitte des Auftritts) und natürlich sich selbst als Trashmetalikonen („Arise“, „Territory“ oder „Inner Self“ kennt jeder Metalhead). Insgesamt sehr fetter Auftritt einer Band, die viele ja schon absgeschrieben haben! Macht euch das nächste Mal ein eigenes Bild der Brasilianer – ihr werdet nicht enttäuscht!

 

P.S.: Die Rückfahrt verlief exakt genau wie die erwartete Hinfahrt – Nach einer knappen Stunde Fahrt waren wir – zwar etwas müde, aber mit guter Laune -  wieder zu Hause! Warum kann das nicht immer so sein????