23.06.2011: Cavalera Conspiracy - Musikkantine, Augsburg

 

Alle Jahre ruft Max Cavalera in die Musikkantine zum Konzert und ganz Augsburg kommt. Denn auch diesem Donnerstag is das Haus brechend voll. 2011 hat er allerdings seinen Bruder Iggor im Gepäck und gastiert mit der CAVALERA CONSPIRACY im der schwäbischen Koloniehauptstadt.

Als Einheizer wurden die frischen Labelkollegen BAPTIZED IN BLOOD verpflichtet die penibelst pünktlich um 20 Uhr das in den größeren Flammensaal verschobene Konzert beginnen. Für die Uhrzeit ist die Kantine auch schon erstaunlich voll und so können sich BAPTIZED IN BLOOD über viel Publikum freuen. Vor der Bühne sind zwar nur zögerliche Bewegungen zu vernehmen, insgesamt kommt der moderne melodische Death Metal mit diversen Mosh Momenten doch gut an. So wird sich nach durchaus unüblich langer Spielzeit, die mit immerhin satten 45 Minuten der Band ordentlich Zeit für die Präsentation gibt, ordentlich Applaus kassiert.



Gewartet haben die Augsburger freilich auf Max Cavalera mit seiner CAVALERA CONSPIRACY. Die lässt sich aber erstma gebührend Zeit. Während draußen sich die Sonne langsam hinter den Horizont schiebt, wird drinnen fix die Bühne umgebaut und Cavalera Sprechchöre erklingen während es auch vor der Bühne wirklich voll wird. Nach eine gefühlten Ewigkeit ist es nun schließlich soweit und Max und Iggor betreten mit ihrer Gefolgschaft die Bühne und sofort ist die Stimmung am überkochen. Mit dem Dreifachschlag in Form von „Warlord“, „Torture“ und „Inflikted“ geht’s gleich in die Vollen. Von der ersten Sekunde ist Bewegung im gesammten Flammensaal. Wenn es jemand mit minimalistischer Bewegung und dem bloßen anspielen der tiefen E-Saite schafft einen ganzen Saal zum kochen zu bringen, dann muss es Max Cavalera sein. Währenddessen zieht Iggor Cavalera sein Spiel an den Kesseln routiniert wie eh und durch. Auch Marc Rizzo spielt auf gewohnt hohem Niveau die Songs quasi im Alleingang und ist der aktivste Posten auf der Bühne. Der Mann ist der eignetliche Blickfang des Abends.




Gleich im zweiten Teil des Sets wird aber schon auf SEPULTURA Klassiker der Marke „Refuse Resist“ und „Territory“ zurückgegriffen, was die Cavalera Brüder im Laufe des Abends noch häufiger machen werden. Zunächst wird aber das Material des brandneuen Albums „Blunt Force Trauma“ zum besten gegeben und kommt beim Publikum auch gut an. Während eines Songs kommt auch Max's Sohn auf die Bühne und unterstützt seinen Vater am Mikro. Allerdings hat er ein deutlich brutaleres Organ und schreit die Songs etwas unkontrolliert durch.

Dazu merkt man, sobald SEPULTURA ausgepackt wird, geht’s einen ticken mehr zur Sache und auch das weibliche Geschlecht lässt unermüdlich die Matte kreisen. So wundert es auch nicht, dass am Ende des Sets der Überklassiker „Roots Bloody Roots“ fast schon obligatorisch vom Publikum gefordert und von Max und seiner Band zusammen mit „Attitude“ geliefert wird.




Man kann nur hoffen, dass die jährliche Tradition fortgeführt wird und Herr Cavalera auch nächstes Jahr in Augsburg gastiert. Es ist immer wieder ein Garant für schweißtreibende Show!