23.08.2014: Burn These Lies, Motogiant, Nordkern - Bad Oeynhausen - Druckerei

 



Unter dem Motto „Lokalhelden“ waren drei talentierte Jungbands am Samstagabend von der Druckerei Bad Oeynhausen eine Bühne angeboten worden. Und vorweg: Alle drei nahmen diese dankend und umwerfend an! Die Protagonisten hießen BURN THESE LIES, MOTOGIANT und NORDKERN und stilmäßig passten diese nicht unbedingt zusammen. Dennoch funktionierte die musikalische Mischung überraschend gut und wurde auch vom zahlreich erschienenem Publikum dementsprechend honoriert.

Um 20:15 Uhr fiel der Startschuss für BURN THESE LIES. Das Quintett aus Oeynhausen und Umgebung absolvierte an diesem Abend erst den dritten Gig seiner Karriere und dementsprechend nervös agierten sie zu Beginn. Nach und nach löste sich jedoch die Anspannung und die Band zeigte, dass das Genre „Modern Metal“ noch lange nicht ausgewrungen wurde. Im Hause BURN THESE LIES wird sehr viel Wert auf Groove und Melodie gelegt. Gerade die klar gesungenen Parts begeisterten wegen intensiver Pegelstellung. Und mit Fronter Ricardo hat die Band ein Juwel in ihren Reihen. Unabhängig davon, dass er stimmlich im Bereich der Grunts und Shouts Klasse hat, kommt er auch gesanglich bestens klar klar. Und: Er moderierte die Setlist und steuerte das anfangs noch verhaltene Publikum (“Oeynhausen, was ist denn los mit euch, das hier soll ein Metalabend sein?“) und führte es immer wieder in Bewegung. Der Typ ist ein sympathischer Moderator, der durch den Abend guter Songs führte, die einfach Lust auf Mehr machen. Zu erwähnen ist noch der Schlagzeuger, ein tightes Stück Dreschmaschine, der seine Jungs nach vorne trieb. Der Rest der Truppe muss noch etwas aus sich herauskommen und die Bühne als Plattform nutzen. Aber wie gesagt: Es war erst der dritte auftritt und die Band wird sich definitiv noch finden. Ergo: BURN THESE LIES sollten jetzt schleunigst ein Label finden und ihre guten Tracks in Rillen gießen!

Setlist:
Wasted
Blutrausch
Fading
Gone
Downfall
Krieg
Agony


Was dann folgte war eine faustdicke Überraschung! MOTOGIANT aus Nienburg haben sich zwar erst im Oktober 2013 gegründet, aber das Quartett agierte wie eine gut geölte Maschine und versprühte Power, Leidenschaft, Energie, Dynamik und vor allem Authentizität. Jeder Zuschauer spürte, dass diese Jungs genau das als Berufung empfinden, was sie von sich gaben. Und dabei handelte es sich um ehrliche Rockmusik, die von diversen Genres wie dem Metal aufgepimpt wurde. Wichtig ist der Band, dass im Rahmen ihrer Show eine Interaktion mit dem Publikum entsteht, dieses soll einen großen Beitrag am Gelingen der Show beitragen. Mal unabhängig von den wirklich guten Songs, die mitrissen und sämtliche Facetten Adrenalin-geschwängerter Kracher beinhalteten, biete die Band rein optisch großen Unterhaltungswert. Ein lange Haare fressender Frontmann, der auch immer wieder zur Gitarre griff und vom Erscheinungsbild als imposant eingestuft werden kann, ging ab wie Sau und zeigte, wie ein Rock genäht werden muss. Der Nicke Borg der Band war der Gitarrist, der immer wieder Kontakt mit den Zuschauern suchte und dauerhaft Spaß versprühte. Daneben waren Bassist und Drummer optisch weniger Rock, dafür mehr Hardcore (letzterer trug auch folgerichtig ein TERROR Shirt!), aber genau diese Kombination aus vier völlig unterschiedlichen Typen bildete eine eingeschworene Einheit wenn es darum ging, ihren Beobachtern lange im Gedächtnis zu bleiben. Klasse Auftritt, klasse Band, die bereits eine 4-Track EP bereithielt und bald ein Album folgen lässt!

Setlist:
Hell Breaks Loose
Long Forgotten Friend
Scapegoat
Stop Crying
Beautiful Women
Not Alone
Together As One
Crows
Roots

Wiederum völlig anders aber genauso interessant waren NORDKERN, die den Abschluss an diesem Abend bildeten. Ein viel zu langer Soundcheck!!! war zwar zu Beginn eher nervend, aber was dann über die hungrige Meute losgelassen wurde war eine Kombination aus mittelalterlich und orientalisch orientierter, klassisch inspirierter Klangspektren, die mit harten Gitarren und Schlagzeug unterlegt wurden. Mit einer Cellistin, einer Violinistin und einer Sängerin, die eine tin whistle spielt (alle drei waren mit ansprechenden Henna-Ornamenten im Gesicht geschmückt), ist auch diese Band etwas anders als der Rest. Die deutschsprachigen Songs wurden von der Sängerin klassisch vor getragen und einige könnten sich am etwas zu aufgesetzten Timbre stören. Aber genau diese Kombination scheint bei den Besuchern auf hellwache Ohren gestoßen zu sein und die Songs wurden nicht nur auf der Bühne durchlebt. Auch hier bleibt zu hoffen, dass sehr bald ein Album aufgenommen und sich vielleicht auch mal einer größeren Tour angeschlossen wird. Potential ist vorhanden, Nachfrage auch.

Setlist:
Voluntaria Insania
In Extremo
Dunkelbunt
Niemand weiß (Coppelius)
NMS - Ein Lied für Männer
Spurlos