26.04.2007: Ignite, Death By Stereo, Burn The 8 Track - Bochum - Matrix

 


Doch bevor es mit IGNITE auf der Bühne losgehen sollte, standen noch mit THE BREAKING DAY, BURN THE 8 TRACK und DEATH BY STEREO drei Vorbands an. Erstere verpasste ich, da ich erst gegen acht Uhr an der Matrix ankam. So begann letztendlich der Abend mit dem zweiten Act des Abends BURN THE 8 TRACK, die musikalisch nicht so wirklich zu den beiden anderen Bands des Line-Ups passen wollten. Die Jungs spielten eher emotional angehauchten Punkrock, der an der einen oder anderen Stelle ein wenig vertrackter anmutete und durchaus auch diverse Indie-Einflüsse verarbeitete. Dummerweise schien das Publikum nicht so recht angetan zu sein von BURN THE 8 TRACK und so geschah es, dass die Band ihr Set vor ein paar wenigen und obendrein desinteressierten Menschen zocken durfte. Durch die fehlende Stimmung wurde der Auftritt der Band sehr runter gezogen und ließ nicht so recht irgendeinen Funken überspringen. Dennoch war die Band mit viel Energie dabei, auch wenn es an diesem Abend ein sinnloses Unterfangen darstellte sich neue Fans zu erspielen. Mit wenig Anstandsapplaus verließ die Band dann schließlich die Bühne und räumte das Feld für DEATH BY STEREO.

Als dann DEATH BY STEREO die Bühne der Matrix betraten präsentierte sich fast das gleiche Bild wie bei der ersten Band. Das Publikum wirklich Stimmung konnte auch nicht bei DEATH BY STEREO aufkommen. Es wurde sehr offensichtlich das die meisten Leute nur für IGNITE nach Bochum gefahren sind. Andererseits, kann man es auch niemanden verübeln sich nicht DEATH BY STEREO mit voller Begeisterung hingegeben zu haben, denn die Band präsentierte sich erschreckend langweilig und einfallslos. Auf Platte gehören DEATH BY STEREO zu einer meiner Lieblingsbands, aber live sind die Jungs einfach nur langweilig und eintönig. Eigentlich schade, aber der Auftritt von DEATH BY STEREO verdient keine andere Beschreibung. Zwar war der Sound nicht allzu toll abgemischt, aber man hätte nichtsdestotrotz wesentlich mehr erwarten dürfen.

Nach dem DEATH BY STEREO eher enttäuschten und nach einer Stunde die Bühne verlassen haben, stand nun endlich der Headliner des heutigen Abends an: IGNITE. Die Tube in der Matrix füllte sich bis auf den letzten Platz und bereits während des Soundchecks, wurde die Luft unerträglich stickig und die Temperaturen schossen in viel zu hohe Sphären. Als dann IGNITE erst ohne den angeschlagenen Frontmann Zoli auf die Bühne traten und das Intro zu 'Bleeding' spielten, ahnte man bereits, wie gleich die Stimmung explodieren würde, wenn die ersten Akkorde des fulminanten Openers ertönen würden. Als dann Zoli als letztes die Bühne betrat ging ein Ruck durch die enge Röhre in der Matrix und die Mädels in der ersten Reihe durften berechtigterweise um ihr Leben fürchten. Zwar habe ich IGNITE jetzt zum nunmehr vierten Mal gesehen, aber die Band hat bis heute nichts von ihrer unglaublichen Live-Energie verloren und strotzt immer noch vor mehr Authentizität als manch ein anderer HC-Veteran. Hauptsächlich liegt das natürlich auch an dem charismatischen Frontmann Zoli, der es wie kein anderer schafft die Massen mit seinen, zugegebenermaßen immer gleichen Ansagen, zu fesseln. Im Laufe des Sets gab es neben den neuen Songs des letzten Outputs „Our Darkest Days“ ('Bleeding', 'Let It Burn') auch eine ganze Reihe an alten Songs zu hören, wie 'Embrace', 'A Place Called Home' und 'Who Sold Out Now'. Eines der absoluten Highlights des Abends war sicherlich das Sick Of It All Cover zu 'Cease Fire', dass mit Lobhuldigungen an die NYHC-Legende eingeleitet wurde und von den meisten leider nicht erkannt wurde. Dafür wurden aber umso mehr die anderen Songs abgefeiert und die Bühne war über das gesamte Set hinweg nur von Menschen überbevölkert, die wahlweise drauf blieben, oder akrobatisch in den Pit zurück sprangen. Ungefähr bei der Halbzeit des Sets wurde noch seitens von Zoli für einen Menschen Platz gemacht, der den veganen Lebensstil ein wenig anpreisen wollte. Leider stieß dieser auf schallendes Desinteresse im Publikum. Gegen Ende des regulären Sets gab es dann noch noch einen Gastauftritt des BURN THE 8 TRACK Sängers, der im Gegensatz zu dem Auftritt mit seiner eigenen Band sehr überzeugen konnte. Natürlich durften auch nicht das geniale 'Sunday Bloody Sunday' Cover fehlen, dass nochmal zum Abschluss für einmalige Atmosphäre in der Matrix sorgen konnte. Als dann IGNITE die Bühne verlassen wollten, schallten ihnen laute Zugabeforderungen entgegen und so kam es, dass es noch 'Veteran' und 'A Place Called Home' zu hören gab. Nach einer knappen Stunde war das Treiben in der Matrix beendet und ich denke keiner wird an diesem Abend unzufrieden nach Hause gegangen sein.

Insgesamt war es ein richtig guter Abend in der Matrix und trotz der etwas angeschlagenen Verfassung von Zoli muss man IGNITE Tribut zollen, dass sie trotz der ärztlichen Anweisung an Zoli nicht zu touren, trotzdem auf Tour gegangen sind und sich kaum was anmerken lassen haben. Ich jedenfalls freue mich schon auf die nächsten Euro-Tour der Jungs.