27.02.2009: A Day To Remember, Failsafe - London - Barfly

 


Hektisch, schrill und schnelllebig, so gibt sich London auf den ersten Blick. Tausende Touristen quälen sich Tag ein Tag aus durch die Metropole, besuchen Museen, Musicals und Sehenswürdigkeiten oder verbringen ihren Tag in einen der Szeneviertel um zu shoppen. Im Camdener Barfly findet heute die ersten der zwei heutigen Shows von A DAY TO REMEMBER statt. Ihr Konzert im nur wenige Meter entfernten Underworld war in windeseile ausverkauft, aber anstatt das Konzert in eine andere Lokalität zu verlegen hatten sich die Veranstalter entschlossen eine zweite Show für den heutigen Tag anzusetzen.

Aber auch das reichte nicht, denn die knapp 200 Karten fürs Barfly gingen nicht minder schnell über den Ladentisch als die der abendlichen Underworldshow. Schon am frühen Mittag hatte sich eine lange Schlange vor dem Seiteneingang gebildet. Der sich letztendlich jedoch nicht als Zugang zur der ersten Etage und der dort gelegenen Konzerthalle entpuppt. Dazu muss man erstmal die Bar im Erdgeschoss durchqueren und am missmutigen Personal vorbei. Das ganze Gebäude wirkte mehr wie ein Wohnhaus, die Treppen sind morsch, die wenigen Fenster im Treppenhaus scheppern laut, die Wände nur teilweise verputzt und wenn man die schwere Holztür zum Saal öffnet kommt einen ein Modergeruch entgegen. Alles in allem nicht grade der schönste Ort für ein Konzert. Jedoch hat der/die/das Barfly seinen ganz eigenen Charme. Der Raum ist klein und gemütlich, das Publikum denkt alle Altersklassen ab, das Bier ist für Londoner Verhältnisse noch gerade eben erschwinglich und der Sound wirkt bereits bei der namens Supportband FAILSAFE sauber und klar. Auch wenn den fünf nur wenig Zeit eingeräumt wurde den Abend für A DAY TO REMEMBER gebührend zu eröffnen. FAILSAFE liefern einen Mix aus tanzbaren Punk-Rock und Post-Hardcore. Ihr Motto hat sich der Sänger scheinbar auf die Brust, bzw. aufs Shirt, geschrieben. „What happens on tour, stays on tour“. Trotz ihres jungen Alters scheinen FAILSAFE da schon so ihre Erfahrungen gemacht zu haben. Aber auch auftrittsmäßig wirken sie nicht wie Anfänger. Auch wenn es ihnen schwer fällt das Publikum wirklich mitzureißen. Da nützt es auch nichts, dass sich FAILSAFE das neue Lieblingsspielzeug vieler Core-Bands zu nutzen gemacht haben und ihre Songs mit Synthiegeklimper unterlegen. Mit dem Song „Hope“ verabschieden sich FAILSAFE und räumen die Bühne für A DAY TO REMEMBER.

Erst jetzt wird es richtig voll. Es scheint als habe ein Großteil des Publikums es vorgezogen vor der Tür des Clubs zu rauchen oder, auch wenn in England allgemein ungern gesehen, zu trinken. Jetzt drängeln sich alle um die besten Plätze in den vordersten Reihen. Es wird merklich warm im Raum und man ist dankbar, dass die Klimaanlage etwas zu kalt eingeschaltet wird. Als Intro haben A DAY TO REMEMBER die Originalmusik aus „2001 - Odyssee im Weltraum“ erwählt. Gute Wahl! Das steigert die Spannung zusätzlich. Mit „The Downfall Of Us All“ ist auch der erste Track ihrer Setlist gut erwählt. Da kann man auch darüber hinweg sehen, dass das Mikrophone von Sänger Jeremy McKinnon gleich zu Beginn den Geist aufgibt. Aber für den Fall sind A DAY TO REMEMBER schon vor Showbeginn mit Ersatz Vocalmikros ausgestattet worden. Beim Titel „Monument“, den A DAY TO REMEMBER als ihre Interpretation über das Touren und die damit verbundenen privaten Schwierigkeiten betiteln wird eben so kräftig und lautstark mitgesungen wie beim darauf folgenden Coversong. „Just For Fun“ hatten sich die Jungs aus Florida den Titel „Since You've Been Gone“ von Kelly Clarksons im Jahre 2007 geschnappt und als Post-Hardcore Track, auf Geheiß von Victory Records, groß veröffentlicht. Er schlug ein wie eine Bombe und erzielte enorme Downloadraten beim Lieblingszeitvertreib Myspace. Beim Track „Mr. Highway's Thinking About The End“ rufen A DAY TO REMEMBER zum Zirkeltraining, oder auch Circlepit, auf. Dem kommt der Publikum ohne weitere Aufforderungen gerne nach. Sowieso geben sich die Londoner alles andere als bewegungsfaul. Auch wenn das Set für's Barfly angeblich verkürzt wurde. Mit „You Should Have Killed Me When You Had The Chance“ performen A DAY TO REMEMBER kurz vor Schluss ihren wohl mit am längsten betitelten Track und auf die Frage wie viele der hier Anwesenden denn später im Underworld die zweite Show des Tages besuchen würde, schnellen viele Hände gen' Decke. London hat A DAY TO REMEMBER bei ihren dritten Auftritt in der Stadt scheinbar schon komplett ins Herz geschlossen. Und das zu recht. Die Band liefert nicht nur eine eins A Show mit guten Sound und viel Bühnenaction, sonder vermittelt auch das Gefühl das sie mit ganzen Herzen und viel Spaß hinter ihrer Musik stehen. Da ist man schon ein bisschen stolz A DAY TO REMEMBER, wenn auch ohne Toursupport FOR THE FALLEN DREAMS, im kleinsten Club der kompletten Europatour miterleben zu dürfen. Die folgenden Venues werden meist 500+ und trotzdem fast ausverkauft sein. Es sei ihnen gegönnt.


Setlist A Day To Remember:
The Downfall Of Us All
Fast Forward To 2012
The Danger In Starting A Fire
Shot In The Dark
Monument
Since You've Been Gone
Mr. Highway's Thinking About The End
Welcome To The Family
Why Walk On Water When We've Got Boats
You Should Have Killed Me When You Had The Chance
Heartless
The Plot To Bomb The Penhandle