27.03.2006: The Briefs, The Epoxies - Hannover, Bei Chez Heinz

 


Montagskonzerte im Bei Chez Heinz, eine wahre Institution. Der Frühling naht und das vielversprechende Paket bestehend aus THE BRIEFS und THE EPOXIES lädt zum fröhlichen Tanzabend mit viel Schweiß. THE BRIEFS gehören ja mittlerweile zu den regelmäßigen Besuchern in Hannover und sind ein Garant für eine gefüllte Location und auch diesmal erweist sich bereits der Parkplatz bei unserer Anreise als ausgesprochen voll. Also runter in die gute Stube. 8 Euro ist durchaus legitim für das abendliche Programm obwohl die Montagskonzerte sonst immer bei 6 Euro lagen und zukünftig so mancher vielleicht zweimal in seinen Geldbeutel schaut ob er auf Geratewohl bei einer unbekannteren Band den Weg ins Bei Chez Heinz auf sich nimmt, sollte sich der Preis etablieren.

Aber egal. Da die Bude schon gut gefüllt war ließen auch THE EPOXIES nicht lange auf sich warten und starteten um 21:30 Uhr mit ihrer nebeligen Bühnenshow. Der Auftritt der Fat Wreck Formation vor 2 Jahren im UJZ Korn war ein klares Konzerthighlight und so bin ich voller Erwartungen als das Quintett loslegt. Gitarrist und Bassist haben ihre Werkzeuge mit grünen Laserpointern ausgestattet und sorgen für ihre eigene Lightshow. Natürlich dürfen die futuristischen Sonnenbrillen der Band nicht fehlen, die sich dem elektronischen und absolut tanzbaren New Wave Punk verschrieben haben. Madame Roxy zieht das Publikum mit ihrer prägnanten Stimme zwischen tiefem Gesang und hohem Gequietsche schnell in ihren Bann und so sind schließt sich der Raum vor der Bühne unmittelbar als die Sängerin mit ihren zuckenden und wilden Tanzeinlagen beginnt und sich lasziv auf der Bühne räkelt. Schade dass die Outfits der Band am heutigen Abend ein wenig "unspektakulär" ausfallen aber man will sich ja bei dem unterhaltsamen Set nicht beschweren, welches die Hits der beiden bekannten Alben darbietet. Fast scheint es mir jedoch an diesem Abend als ob es die EPOXIES verdammt eilig hätten, denn sie spielen die Songs in einem atemberaubenden Tempo herunter ohne sich eine Pause zu gönnen. Die einziegen Ansagen an die ich mich erinnern kann ist die des Keyboarders, der sich über irgendwelche Leute aufregte, die auf der Bühne saßen und bereit zum dritten Mal sein Mic umwarfen. Jener Keyboarder, der leider auf der anderen Seite der Bühne, hinter dem Pfosten, meinem Sichtfeld entrückte schnallte sich mal wieder sein Keyboard um den Hals und stolperte beim munteren Hüpfen über seine eigenen Füße. Spastisch improvisierend rockte er kurzerhand auf dem Rücken liegend weiter und sammelte fleißig Sympathiepunkte. Kanppe 40 Minuten dauert das Spektakel, welches auch gegen Ende des Sets die Crowd vermehrt in Bewegung brachte und für Begeisterungsstürme sorgte. Dem Wunsch nach einer ersten Zugabe wurde natürlich nachgegeben die späteren Rufe verhallten hingegen ungehört. Definitiv eine tolle Show der EPOXIES, die jedoch ihren Auftritt im UJZ Korn nicht toppen konnten.

Dann war es auch Zeit für den Headliner des Abends, die 4 Herren aus Seattle, die ebenfalls Sonnebrillen trugen und zu einem weiteren Heimspiel in Hannover angereist waren. Ähnlich wie die TURBO ACS gehören THE BRIEFS zu den regelmäßigen Besuchern der Landeshauptstadt und die Fans haben es mal wieder mit zahlreichem erscheinen gewürdigt. Das Quartett, welches gerade mal wieder ein Release namens "Steel Your Heart" auf BYO Records an den Start brachte lockte sowohl gealterte Punkveterenen jenseits der 30 als auch junge Punkhüpfer mit geschniegeltem Iro und schicken Jäckchen ins Bei Chez Heinz. 77er Mod-Punk der eingängigsten Sorte wurde vom ersten Takt an unter die Crowd gebracht, die nach jedem einzelnen Ton zu lechzen schien. Trotz anfänglicher Mic-Probleme feierten die blondierten Herren ein ausgesprochenes Feuerwerk auf der Bühne ab, welches den Wärmepegel im Keller des Bei Chez Heinz in schwindelerregende Höhen jagte. Dass alle vier Herren die bekannten Hymnen lauthals schmettern können ist bekannt und so verbreiteten die agilen Herren eine ausgelassene Stimmung auf und vor der Bühne. Mittlerweile reiben sich die schwitzenden Körper aneinander und die halbwegs trocken gebliebenen versuchen der ausdünstenden Masse ein wenig aus dem Weg zu gehen bevor der nächste Klassiker angespielt wird und sich alle Fäuste wieder gen Himmel strecken. Ungefähr eine Stunde dauert das frivole Ereignis bevor ein weiterer Montagabend mit der Zugabe ausklingt. Heute geht keiner unglücklich nach Haus, bis zum nächsten mal also.