27.12.2008: Jupiter Jones, Ghost Of Tom Joad - Trier - Ex-Haus

 


JUPITER JONES luden an diesem kalten Samstag Abend ins ausverkaufte Ex-Haus um den Jahresabschluss gebührend zu feiern. Was also als großartiges Konzert beginnt, wird im Zugabenteil zur bitteren Überraschung für jeden JUPITER JONES Fan. Doch nach der Reihe.
Zuerst eröffnen GHOST OF TOM JOAD ihr fulminantes Set und spielen sich mal wieder innerhalb kürzester Zeit um Kopf und Kragen. „Köln-Brüssel-Paris“ verliert auch nach der x-ten Darbietung nicht an Intensität und jagt den Zuschauern die ersten Gänsehautschwärme über den Rücken. Das ändert sich keinesfalls als die erste neue Nummer ertönt und so intensiv und gewaltig wie selten zuvor zum Vorschein kommt. Man darf gespannt sein. Schon jetzt hat der Keller in welchem sich 550 Leute dicht an dicht drängen Rekordtemperaturen erreicht und das ohne Bewegung!

JUPITER JONES lassen sich nicht lange bitten. METALLICA dient als Einmarschkapelle um im direkt Anschluss in „Wir sind ja schließlich nicht Metallica“ zu münden. Stürmischer Beginn und mal wieder die Verwunderung darüber, dass das JUPITER JONES Publikum wohl leider etwas länger braucht um völlig losgelöst zu tanzen, was allerdings schon immer so war. Dafür kann diese Band ganz sicherlich von sich behaupten, dass sie eigentlich NUR Hits im Repertoire haben. Das selten gespielte „War nichts“ oder das wunderbar alte „Beim letzten Mal allein“. JUPITER JONES spielen ein wunderbares Set und zeigen sich trotz Rekordtemperatur in Höchstform. Da schwört man sich noch im August eine Pause von seiner Lieblingsband zu nehmen um live nicht mehr enttäuscht zu werden und dann hauen die Vier einen solchen Gig auf die Bretter. Das macht Spaß und erfrischt ein wenig. Vor allem die ersten zwei Stücke vom im Mai 2009 erscheinenden Dritten Album. „Der erste Tag an dem ich mich offiziell alt fühle“ ertönt und es ist schön zu hören wie die Stimme von Sänger Nicholas wieder perfekt rotzig klingt, wie der Song von vorn bis hinten überrascht und trotzallem typisch JUPITER JONES ist. Das tut gut und nimmt einem ein wenig Angst vor dem berühmt berüchtigten Dritten Album.

Mit „Kopf hoch und Arsch in den Sattel“ endet das reguläre Set vorhersehbar aber stürmisch und durchweg erstklassig. Der erste Zugabenblock besteht aus ein paar Unpluggedsongs die unter anderem auch das herrlich verrückte „Hank W. wäre stolz auf uns“ beinhaltet.
Doch dann, dann geschieht das unvorhersehbare. Vor versammelter Mannschaft scheinen alle plötzlich betroffen, Nicholas versucht irgendwie die passenden Worte zu finden und dann wird das Geheimnis gelüftet. Bassist Klaus spielt heute sein letztes Konzert. Für einen Moment sind über 500 Menschen ruhig und können es nicht fassen. Für einen Moment macht sich ein mulmiges Gefühl breit und für einen Moment scheint es als hätte ein jeder Angst um seine Band. Um die Band, die nicht nur mich geprägt hat und in nahezu jeder Lebenslage eine passende Anekdote bereithielt. Als der erste Schock sich gesetzt hat, spielen JUPITER JONES für ihren Klaus den Track „My Hero“ von den FOO FIGHTERS und man sieht in Publikum sowie auf der Bühne die ein oder andere Träne kullern. Zurecht. Hier gehen die Wege auseinander, die wie füreinander gemacht schienen. Als letzten Song darf Klaus sein Lieblings JUPITER JONES Stück spielen und trotz aller Überraschungen verlässt jeder glücklich und strahlend das Ex-Haus Trier. Jedoch sicherlich mit einem Kloß mehr im Magen, als es Sänger Nicholas noch zu Anfang betonte. Dennoch wird es langsam Zeit, dass ganz Deutschland die Qualität dieser Band erkennt. Übrigens war ich das letzte Mal nach einem Konzert so geschwitzt als ich am 10. Mai 2008 in Münster war. Die Band die dort gespielt hat, war HOT WATER MUSIC. Was war noch gleich 1 + 1 ?