31.05.2007: The Nightwatchman - Köln - Prime Club

 


Gegen 21:10 Uhr war es dann soweit und Tom Morello betrat als THE NIGHTWATCHMAN die Bühne. Ohne große Ansage legte er direkt los mit seinen Country-/Folklastigen Songs, die einen direkt in seinen Bann zogen. Der Mensch versprühte ein unheimliches Charisma und sein Legendenstatus wurde im Publikum mehr als deutlich. Mit sympathischen, aber sehr stereotypische Ansagen („Ihr seid zwar nicht das größte Publikum vor dem je gespielt habe, aber ihr seid definitiv das schönste“) leitete der Großmeister an der E-Gitarre durch sein knapp vierzig Minuten andauerndes Set, dass neben vielen nachdenklichen Songs, auch viel Platz für politische Themen ließ. So verwunderte es nicht, als gegen Hälfte des Sets auf den Sternenmarsch in Rostock verwiesen wurde und allgemein Kritik an der kapitalistischen Verwertungslogik der G8-Staaten geübt wurde. Leider fiel dabei Tom Morello in die typische anti-amerikanische Rhetorik, die arg an die verwässerte und unfundierte linke Anti-Imperialismus Bewegung der 80er Jahren erinnerte. Dem Publikum schien das egal, denn eine Legende wird ja nicht kritisiert. Neben solchen eher populistischen Ansagen, gab es aber auch ein paar Ansagen zum schmunzeln und lachen. Der Höhepunkt der Show war sicherlich der Moment in dem auf der Akustikgitarre der allseits bekannte Song ‚Guerilla Radio’ ertönte. Das infernalisch mitgesungene „Only Hell Can Stop Us Now“ sorgte für ein wenig Revoluzzer-Feeling unter den anwesenden Leuten. Zum Abschluss des gut vierzig Minuten andauernden Sets präsentierte dann Tom Morello noch seine Interpretation des Woody Guthrie Klassikers ‚This Is Your Land’ und offenbarte erneut seine Liebe zur Folklore, die in diesem Fall sehr optimistisch und überzogen wirkte. Unter andauerndem Applaus verließ Tom Morello die kleine Bühne des Prime Clubs und jetzt stellt sich natürlich die Frage: Was bleibt als Fazit stehen?

Es bleibt ein gespaltenes Bild zurück. Einerseits ist Tom Morello zweifelsohne eine Legende und eine Virtuose an der Gitarre, die verdammt viel Charisma versprüht. Andererseits entbehren sich Ticketpreise über 15€ für eine Songwriter-Show jeglicher Logik und lassen an dem musikalischen Protest-Charakter der Song arg zweifeln. Davon abgesehen konnte THE NIGHTWATCHMAN aber überzeugen und die Vorfreude auf eine hoffentlich bald anstehende R.A.T.M.- Tour durch Europa steigern.

Alte Kommentare

von Dom 03.06.2007 16:22

Sehr gute Kritik und bestätigt auch meine Meinnung über Tom.ich hab auf der ersten RatM-Tour damals im LKA ein Interview mit Ihmgeführt,der Eintrittspreis lag bei knapp 40 DM und das Merch war auch unverschämt teuer,alles von Marek Lieberberg organisiert.Und auf meine Frage,wieso Sie denn nich independet rübergekommen sind,gab es auch nur schwammige Antworten.Fakt ist: Zack ist mit aus diesen Gründen auch ausgestiegen und ganz ehrlich,wenn man Che Guevara für sein überteuertes Merch mißbraucht,dann sollte man schon mal seine eigene Glaubwürdigkeit hinterfragen,ansonsten bleiben eben l doch nur leere Worthülsen zurück.