06.10.2015: COUNTERPARTS, SENSES FAIL, CAPSIZE - Hamburg - Logo

 

Es ist der Herbst eingekehrt in Hamburg. Der Sonnenschein des frühen Oktobers ist dem berühmten hanseatischen Schmuddelwetter gewichen, es ist grau, nass und dunkel. Noch bevor die Herbstdepression richtig einziehen kann, treten an diesem Dienstagabend gleich drei Bands an, um jeglichen Frust aus den Anwesenden rauszuprügeln.
So haben die COUNTERPARTS sich mit CAPSIZE und SENSES FAIL gleich zwei hochkarätige Vorbands ins Boot geholt.
Pünktlich um 20:00 Uhr betrat mit CAPSIZE dann auch die erste Band des Abends die Bühne, und man merkte schnell, dass ihre düstere Hardcore Variante, irgendwo zwischen den frühen MORE THAN LIFE und eben dem Headliner des Abends, im bereits gut gefüllten Logo auf große Resonanz traf.
Das Publikum war sofort da, zeigte sich erstaunlich textsicher und es bildeten sich immer wieder Menschentrauben um das Mikrofon von Sänger Daniel Wand. Dieser nahm die Einladung gerne an, schmiss sich immer wieder ins Publikum und zwischenzeitlich wurde sogar ein extra Mikro mitsamt Gitarristen  im Publikum platziert, obwohl dieser sich in Wien vorher den Finger gebrochen hatte. That´s Rock´n´Roll!
 

Dabei wurden nicht nur altbekannte Songs gespielt, sondern sogar ein neues Stück, das mit einem eingängigen, clean gesungenen Refrain zu überraschen wusste.
Nach einer sehr energischen und frenetisch bejubelten halben Stunde räumten CAPSIZE dann jedoch auch schon die Bühne, um Platz für SENSES FAIL zu machen.
Die Band aus New Jersey um James "Buddy" Nielsen hatte dabei zunächst einen etwas schwierigeren Stand beim Publikum, als noch ihre Vorgänger. Der Emo – lastige Post Hardcore der Band fiel an diesem Abend tatsächlich etwas aus dem Rahmen, nur einzelne konnten diesmal wirklich mitsingen.
Doch die Band spielte auf den Punkt und auch "Buddy" zeigte sich in hervorragender Verfassung: Seine Shouts waren brutal, der Gesang saß und auch seine körperlich gute Verfassung demonstrierte er durch wildes Gestikulieren, Lufttritte und den Versuch eines Handstands (ehrlich!) eindrucksvoll. Lobend zu erwähnen sind auch die Ansagen zwischen den Songs, in denen der Sänger sich für queere Personen stark gemacht hat und zur möglichen Überwindung von Lebenskrisen aufrief. Beiden widmete er anschließend Songs.


                         
Mit dieser Mischung aus politischen Botschaften und einem Mix aus Hymnenhaften und zerstörerischen Songs, lockten SENSES FAIL dann doch noch einige Zuschauer vor die Bühne. Nur leider war das Publikum dabei nicht so bewegungsfreudig wie der Frontmann. Nach etwas mehr als 30 Minuten war dann aber auch das abendliche Sportprogramm von Nielsen beendet, trotz eines wirklich guten Auftritts warteten jetzt eigentlich alle nur noch auf eines: Den Headliner!
Zur angenehm straffen Programmplanung des Abends passend ließen die Kanadier auch nicht lange auf sich warten. Das Licht ging aus, die COUNTERPARTS betraten die Bühne, die ersten Takte von "Stillborn" ertönten und dann…. Ja was war dann? Dann kam Hardcore! Groß anders kann man das Geschehene nicht erklären, ab dem ersten Song war die gesamte Menge in Ekstase. Alle drängten zur Bühne, oder kletterten sogar gleich auf sie drauf. Es wurden Songs aus der gesamten Bandgeschichte der COUNTERPARTS gespielt und Sänger Brendan Murphy konnte sich bei jedem einzelnen Lied auf die Textsicherheit des Publikums verlassen. Etwas weniger verlässlich war zwar die Landung beim Crowdsurfen, dies verhinderte jedoch keineswegs die fortwehrenden Versuche, so dass sich eigentlich ständig Leute in den Armen lagen – da kann man schon mal über den ein oder anderen Schaden an der Monitorbox, oder der Beleuchtung  hinwegsehen. Die Band selbst zeigte sich dabei trotz eines angeblich leichten Katers in guter Verfassung, erfüllte dem Publikum fast alle Songwünsche und gönnte sogar CAPSIZE Sänger Daniel Wand bei "Stranger" einen Gastauftritt.
   Murphy und seine Jünger

Die Ansagen zwischen den Songs hielt Murphy recht kurz, viel mehr als Danke sagen blieb nicht übrig. Nach einer knappen Stunde inklusive zweier Zugaben war die Sause dann auch schon wieder vorbei. Erschöpfung und Freude zeichneten die meisten Gesichter. Das war ein COUNTERPARTS Konzert, genauso wie man es sich vorstellt!
Dann ging es wieder raus in den Hamburger Herbst, jedoch wieder etwas befreiter als zu vor.

Danke an alle, die diesen Abend mitorganisiert, oder durch ihr erscheinen zu etwas besonderem gemacht haben!

                                                                                 Daniel Wand bei "Stranger"

Solltet ihr die Chance haben dieses Dreigespann noch auf der aktuellen Tour zu erwischen, dann lasst sie euch nicht entgehen.