Interview mit A Traitor Like Judas

 

Hallo Jasper! Herzlichen Glückwunsch erst einmal zum neuen Album "Endtimes"! Du bist wahrscheinlich froh, ein sehr gutes Album im Kasten zu haben und promoten zu dürfen, oder?

Hey! Vielen vielen Dank! Ja, wir sind sehr froh, dass das Album endlich raus ist! Die Recordings waren ja schon Anfang des Jahres abgeschlossen und nun ist es endlich so weit, das war fast wie ein Geburtstag. Zum einen da wir so lange warten mussten bis es raus kam und zum anderenist es auch ein Neuanfang für uns. Wir waren die letzten Monante richtig heiß, haben uns die Seele aus dem Leib geprobt und auf diesen Tag hingefiebert!


Kommen wir gleich zur Sache: Kein einziges Gründungsmitglied ist mehr bei ATLJ dabei. Ist das nicht ein Grund, einer Band einen anderen Namen zu geben? Wo sind die Gründer alle hin??

Ja, absolut! Über exakt diese Fragen haben wir die letzten Monate sehr viel diskutiert und uns den Kopf zerbrochen. Daher haben wir uns aus mehreren Gründen dazu entschieden, den Namen zu behalten und stehen zu 100% dahinter! Ich z.B. bin seit einigen Jahren in der Band. Nachdem der Ur-shouter Björn nach der Nightmare Inc die Band verlassen hatte, versuchte sich Traitor mit ein bis zwei neuen Sängern, was anscheinend nicht so gut funktioniert hatte. Ich kannte die Jungs persönlich schon seit der Poems for a dead man. Bei einem Nebenprojekt von Traitor half ich als Schouter für eine Osteuropa Tour aus. Nachdem dann Traitor wieder ein Sänger Problem hatte, fragten sie mich ob ich nicht Bock hätte mal vorbei zukommen. Nach ein, zwei Proben und Proberecordings war sehr schnell klar, dass wir absolut passen. Die jungs haben mich mehr als herzlich in de Band aufgenommen, absolut Perfekt. Nach und nach veränderten sich dann aber die Prioritäten, der Jungs - Obwohl es zu der Zeit für uns wahnsinns Shows, wie z.B. die England Tour mit All shall perish und Sworn Enemy, oder ein paar Auftritte bei Hell on Earth oder Perisistence Tour gab, entschied sich Phil, der Drummer aus privaten Gründen, in diesem Fall, Job und Familie aus der Band auszusteigen. An seine Stelle tratt Jochen, der die Englandtour schon komplett als Filln-In bewältigt hatte.
Die aktulle CD „Endtimes“ schrieb akutell noch Dan, also Gründungsmitglied, mit Kevin, der aber auch schon an die Stelle eines ersetzen Gitarristen, Flo, trat, Jochen und mir. Dan war also zu diesem Zeitpunkt das letze Gründungsmitglied. Die CD wurde von uns im Kohlekeller eingespielt und schließlich auch veröffentlicht. Dan, schied dieses Jahr ebenfalls aus der Band aus, da er in das Ausland zog und somit jede Probe unmöglich wurde. Zu diesem Zeitpunkt überlegten und diskutierten wir sehr ausgiebig über einen Namenswechsel. Da wir aber z.T. schon seit mehreren Jahren in dieser Band spielten, und viel Schweiß und Blut sowie auch inzwischen ne menge Geld in die Band steckten, wollten wir das nicht einfach alles wegschmeißen. Vor allem, da wir und auch keiner der Urbesetzung uns nur als Statisten oder ähnliches, sondern als feste und richtige Mitglieder der Band sahen. Darüberhinaus hat Dan zu einem möglich schlechtesten Zeitpunkt sich entschieden die Band zu verlassen. Wir haben seit ca. 2 bis 3 Jahren auf diesen einen Tag, die Release show der neuen Platte hingearbeitet und nachdem alles fertig war und wir nichts mehr machen mussten, entschied er die Band und auch leider seine andere Band Archway zu droppen.

Die aktuelle Platte ist die Verbindung der gesamten Traitor Familie, von alten Members und Neune, aber definitv auch ein Neuanfang! Diese Vielen Gründe führten dazu, dass wir zu 110% A TRAITOR LIKE JUDAS sind und alles dafür gegeben haben und geben werden!


Es werden bei Allschools Sachen gepostet wie: "ist nicht schlecht aber mit A TRAITOR LIKE JUDAS wie ich sie kenne und liebe hat das hier nichts zu tun." Siehst du eine große Kurskorrektur in "Endtimes"?

Ja, das habe ich auch gelesen. Ich habe mich gefragt, auf welche Zeit sich das bezieht. Da z.B. Björn der Urshouter schon seit mehreren Jahren nicht mehr in der Band ist. Und somit die Aussagen recht spät kommt, auch wenn sie sicher berechtigt ist, jedoch kann man das warscheinlich bei fast jeder Band sagen, da sich jede Band weiterentwickelt und natürlich auch verändert. Also die Ansage ist mehr als ok und normal, aber wer sich in letzer Zeit mit uns beschäftigt hat, weiß dass wir vor 2 Jahren auch schon ein neuens Demo aufgenommen haben, wo auch eine Art neue Findungsphase stattgefunden hat. Dennoch haben wir mit „Endtimes“ einen großen Kurswechsel vollzogen. Die größte Veränderung ist, dass wir nicht mehr Metal mit Mosh sondern eher Hardcore mit Melodien machen. Diese veränderung ist aber auch abslut richtig und einfach nur ehrlich, da wir im Herzen Hardcore Kinds sind die einfach Metalriffs abfeiern.


Auch habt ihr euch Kommentaren zur Folge bei THE GHOST INSIDE bedient bzw. klingt alles "SEHR nach auf dem the ghost inside-zug aufspringen". Gebt es doch bitte endlich zu: Ihr seid die deutschen THE GHOST INSIDE!

HAHA, ja ich sag mal für uns persönlich ist das mehr als schön zu hören, da die Jungs einfach ein guten Job machen und wir ihre Musik auch feiern! Aber der „Vorwurf“ wir bedinen uns bei Ghost inside oder springen gerade auf den Zug auf, ist mehr als nichtig, da wir z.B. den Song „Unsung“ schon vor ca 3. Jahren mit dem Urdrummer Phil geschrieben haben, wo zumindest ich von Ghost Inside noch gar nichts gehört habe. Ich glaube die Jungs gabs da auch grad erst neu und auch erst in den Staaten. Also wir nehmen den Vergleich eher als Kompliment und der Vorwurf ist einfach nicht treffend, wir haben leider durch die Bandmemberchanges einfach mehr Zeit gebraucht... also Danke für das Lob!


Ein weiterer Kommentar beschwert sich, dass "die schönen kehligen hohen screams - weg" und "die bösartigen tiefgestimmten melodien" weg seien. Immer wird nur gemeckert. Wie geht ihr damit um?

Wir sehen das so, dass die neue Platte wie schon gesagt eine Art Neuanfang und die Quinetessence der letzen 4 Jahre Arbeit ist. Auf den Live shows spielen wir auch noch alte Songs wie „die without“ wo es alles das gibt, was früher ATLJ ausgemacht hat. Aber für die jetzige Platte und für die jetzigen Traitors hat uns das nicht mehr gefallen und darum ist es, so wie es jetzt ist, einfach genau das richtige! Klar hört man immer Leute die meckern. Aber Kritiken sind wichtig und wir nehmen sie auch ernst - solange sie auch berechtigt/begründet sind. Musik ist halt Geschmackssache und hohe screams sind im Moment zumindest für Traitor (bis auf Mirror Image) nicht unser Geschmack.


"Endtimes" behandelt textlich den Ist-Zustand und skizziert die Folgen einer Welt, die sich selbst abschafft. Wäre zu einem solchen Soundtrack nicht unmelodische Grindmusik passender als Metalcore?

Hm, interessante Frage! Wir machen Musik die uns irgendwie liegt und die uns Spass macht! Da das anscheind dieser Mix aus Hardcore und Metal ist, scheint wohl klar zu sein. Darum stellt sich für uns nicht die Frage, ob eine anderer Musikstil passender wäre, sonst hätten wir vielleicht eine nette Pop-Platte produziert, um den Kommerz ordentlich einzusacken?! Hehe.. Nein nein, wir halten an unserem Geschmack fest und hoffen, über diesen Weg dennoch viele Leute zu erreichen und etwas weitergeben zu können.


Gab es bestimmte Schlüsselerlebnisse, die dich zu einer endzeitlichen Analyse auf dem Album brachten?

Das tägliche Leben liefert mehrfach Anstöße sich mit diesen Themen auseinander zu setzen. Viele Menschen gehen mit ihren Mitmenschen, anderen Lebewesen und der Erde selbst, mehr als schändlich und derart lebensverachtend um, dass man nicht oft genug dieses Thema ansprechen kann. Nichtmal Warnungen wie Umweltkatasthropen, Hurrikanes, Hunger etc. bewegt die Menschen zu einer Grundlegenden Veränderung ihrer Lebensweise. Die meisten sind nur auf ihr eignes Wohl bedacht und nehmen dabei in Kauf, dass darunter andere Menschen, Lebewesen oder unsere Erde schaden nimmt. Der Egoismus und die unreflektierte Lebensweise vieler Menschen ist das Problem! Wir versuchen mit unserer Musik hierauf aufmerksam zu machen. Das soziale, politische und ökologische Engagment muss einfach einen höheren Stellenwert bei jedem bekommen. In diesem Zusammenhang ist auch zu hervorzuheben, dass wir sehr Stark Organisationen wie Peta2 oder „Kein Bock auf Nazis“ unterstützen. Nur wenn jeder einzelen Mensch sich darüber Geganken macht und alle zusammen versuchen etwas zu bewegen, kann auch etwas erreicht werden. Wir sind dabei aber keine Moralapostel, sondern wollen eher Optionen aufzeigen, von denen wir denken, dass sie richtig und notwendig sind. Jeder muss dann für sich selbst entscheiden, was er draus macht! Denn Tolleranz ist für uns genau so wichtig wie die eben beschriebenen Dinge, und das würde nicht funktionieren, wenn wir irgendwem unsere Meinung überstülpen würden. Die Musik, die wir machen soll Spaß machen, wenn darüber hinaus noch jemand zum Nachdenken angeregt wird und dann ggf. noch eine positive Veränderung der Lebensweise vollzogen wird, wäre das der Hammer!


Erzähl ein wenig über eure Vorgehensweise beim Komponieren. Setzt ihr euch zusammen oder tüftelt jeder an seinen Sachen herum? Wie kommt das schlüssige Ganze zusammen und wie gut vorbereitet geht ihr ins Studio?

Bis jetzt war es immer der Fall, dass sich meist in „Kleingruppen“ getroffen wird um an neuen Songiedeen zu basteln und zu feilen. Jochen, unser Drummer, spielt in dem Zusammenhang ein Schlüsselrolle, da bei ihm alles Zusammenfließt und er ein Endprodukt mit den Gitarristen, Bassisten und mir bastelt. Ich würde sagen, dass ein Mix aus Patchwork und Jammen unsere Vorgehensweise sehr treffen beschreibt. Bei der Endtimes war es so, dass wir eine relativ gute vorproduzierte Platte hatten. Es ist so einfacher, übersichtlicher und der Überraschungsfaktor ist hinterher nicht so hoch. Allerdings sollten man mit jedem Song vor der Aufnahme größtenteils zufrieden sein, damit keine endlosen Diskussionen beim Aufnehmen entstehen - sowas ist der Tod für das Bandklima. (Ausgenommen sind natürlich wirklich brauchbare spontane Ideen vom Produzenten, in unserem Fall jetzt Kohle und Kai, oder von uns selbst) Daher haben wir bis zum Studioeinzug fast alle Songs auch immer wieder überarbeitet und neu aufgerollt.


Produziert und aufgenommen wurde bei "Kohle" im Kohlekeller. Mittlerweile hat dieses Studio anscheinend dem Rape Of Harmonies den Rang abgelaufen. Viele Bands scheinen von dem Kohle-Sound überzeugt zu sein. Was hat euch inspiriert, diesen üblichen Weg einzuschlagen?

Wir sind absolut überzeugt von Kohle! Die Nightmare Inc wurde dort ja auch schon aufgenommen. Neben dem faszinierendem Top Niveau, was Kohle an den Tag legt, ist vor allem die Arbeit mit Kohle in den Vordergrund zu heben. Er ist einfach mega cool und sympatisch! Es macht riesen nur Spaß bei ihm abzuhängen und dort Songs zu recorden. Ich denke dieses Zusammenspiel von einem sehr hohen Niveau der recordings und einfach seine äußerst angenehme Art plus seine innovativen Ideen heben ihn für uns den Wunschproduzenten hervor.


Musikalisch verbindet ihr alte und neue Schule, seid hart, aber zart, immer melodiös, ohne verweichlicht zu sein. Auch ist "Endtimes" trotz schmaler Bandbreite abwechslungsreich und niemals eintönig. Wo siehst du die Stärke eures neuen Outputs?

Ja, absolut genau das was du beschreibst halten wir selbst für die Stärken des Albums! Wir alle sind Individuen mit unterschiedlichem Background und Geschmäckern. Darüber hinaus hat es eine Zeit gedauert, bis die Platte ihre Endfassung gefunden hat. All dies führte zu dem Sound von Endtimes welcher vor allem das ist, was wir auch finden und immer wieder bestätigt bekommen: Abwechslungsreich.


Seid ihr denn nun Metalcore? Ich habe immer wieder Death Metal in Bezug zu eurem Metal Anteil gelesen, etwas weit hergeholt, oder siehst du das anders?

In unserer Musik bedienen wir uns interschiedlicher Sytles und Einflüsse. Eine Kategorisierung ist ja meißtens immer schwer und kann nur grob getroffen werden. Ob wir nun Metalcore, Harcore Metal, Hardcore oder Deathmetal sind ist denke ich z.T. Auslegungssache. Außerdem ist es im Moment auch nicht so einfach zu sagen "man ist Metalcore", denn obwohl Metalcore bands wie Ghost inside und Parkwaydrive abgefeiert werden, wird immer wieder negativ im Zusammenhang mit Metalcore gesprochen. Dies Pähnomen ist auf jeden Fall Bemerkenswert!


Warum hast du eigentlich keine Clean-Vocals eingestreut?

Diese Frage ist ähnlich wie die Frage mit den hohen Screams etc zu beantworten. Wir fanden es für die Endtimes einfach nicht passend! Wir haben bei Traitor auch nicht so die Lust auf Clean-Vocals. Dabei wäre es im prinzip überhaupt kein Problem das umzusetzen, da unser Basser ein, wie ich und sehr viele andere, absolut guter clean Sänger ist, was er auch mit seiner anderen Band stätig beweißt. Aber für Traitor war das für die Endtimes und im Moment auch für jetzt und die Zukunft keine Option! Wie gesagt wir sind im Prinzip Hardcore kids....


Was gibt es über eure neue Labelheimat Swell Creek Records zu berichten? Zufrieden mit der Arbeit, wenn ja/nein, warum?

Wir sind mehr als zufrieden mit Swell Creek. Bauke, unser neuer labelboss, ist ein sau cooler Typ und reißt sich den Arsch auf um uns überall zu unterstützen, zu supporten und vorallem Bandtechnisch voranzubringen! Die Kommunikation zwischen uns ist super und man fühlt sich einfach gut bei Bauke aufgehoben. Auch die größe des Labels ist mehr als vorteilhaft für uns. Die Majorlabels kümmern sich i.d.R. natürliche eher um ihre Zugpferde, also nicht um Bands wie in unserer Größenordnung... Aus diesem Grund ist es absolut perfekt so wie es ist!


Bezogen auf den Metalcore habe ich immer noch das Gefühl, dass es in Deutschland deutsche Bands schwerer haben und oft ohne triftigen Grund degradiert werden. Wie siehst du das?

Ja, diese Ansicht kann ich teilen... Den Amerika oder Australien Bonus gabs schon immer! Alles was fremd und von wo anderes ist, ist für Konsumenten interessant. Das ist ja quasi normal. Warum es aber Metalcorebands eher schwerer haben oder die Musikrichtung eher degradiert wird, kann ich nicht richtig verstehen, da es ja Metalcorbands, wie Ghost Inside oder Parkway Drive sind die gerade mächtig abgefeiert werden und die dicken Touren fahren. Wir geben auf jeden fall alles und werden versuchen uns einen Platz zu erarbeiten und vielleicht werden wir so dann auch Anerkennung bekommen und nicht nur eine pauschale Abneingung, egal wie gut oder schlecht wir sind, nur auf Grund unser Herkunft bemerken!


Was sagst du zu Thilo Sarrazin?

Ich hab das Buch nicht gelesen! Stimmen die Zitate, die in den Medien genannt wurden, ist er aber ein zimlich großer Trottel. Anscheind ist dieser Mensch ja aber sogar sehr geblidet und muss ja auch intelligent sein, sonst würde er nicht diese Positionen besetzen die er inne hatte. Jedoch scheint da irgendwas nicht richtig bei ihm zu funktionieren?! Es geht auf jeden fall gar nicht klar so einen Müll zu schreiben oder so eine Meinung zu vertreten. Daran sieht man auch, dass „Übel“ oder so ein Bullshit nicht nur von Menschen, wie man sie sonst kennt ausgeht, sodern auch von hochrangigen Führungsposition! Sollte man sich Gedanken drüber machen ….


Wann kommt eine ausgedehnte Tour und mit wem zusammen möchtet ihr spielen?

TOUR!!! Jaaaa!! Das wollen wir und werden wir! Wir werden erstmal locker anfangen, wenn alles gut läuft werden wir gemütlich 2 Wochen mit einer befreundeten Band Ende des Jahres fahren. Nächstes Jahr, wenn die Platte sich noch mehr etabliert haben sollte, können wir es noch etwas weiter ausdehnen. Mit MAD-Tourbooking an unserer Seite haben wir die allerbesten Möglichkeiten dazu! Wo, wann und mit wem seht ihr noch früh genug. Also haltet die Augen offen!


Danke und das muss unbedingt noch gesagt werden:

Wir sind momentan von den zahlreichen mega geilen Feedback/Kritiken überwältigt. Dafür an jeden ein dickes DANKESCHÖN!

Alte Kommentare

von 19.10.2010 02:11

von Arndt 10.01.2011 00:00

hm, hätte man das nicht vor dem raushauen nochmal überarbeiten können?! is ja schrecklich zu lesen. teilweise dann doch arg langweilie phrasen, die hier zum besten gegeben werden. alles schon mal irgendwo gehört. fand msuikalisch die "alten" traitor sachen auf jeden fall besser.